Rendezvous nach Ladenschluss: „Weihnachtskonzert“ mit Chamber Jazz

Am Dienstag, den 13. Dezember findet das diesjährige „Weihnachtskonzert“ mit Chamber Jazz aus Bottrop um 18.30 Uhr in der katholischen Kirche St. Vincentius am Altmarkt in Dinslaken statt.

In Weihnachtsliedern aus aller Welt „…gibt es eine besondere Substanz, ein Gefühl hinter den Noten, das sich aus dem Schlaf wecken lässt und das lebendig in andere Musikstile hinübergreifen kann: Verspielt und tiefsinnig, frech und fröhlich, aber auch melancholisch und ganz zart“, sagt Matthias Keidel (Saxophon und Gesang). Weitere Musiker von Chamber Jazz sind Georg Dybowski (Gitarre), der viele Kompositionen für die Formation schreibt und Fritz Roppel (Bassgitarre). Auch diesmal werden die drei Musiker ihre Musik selbst mit Texten kombinieren und es wird die eine oder andere Überraschung geben.

Veranstalter ist der Förderverein Kultur und Ev. Kirche in Dinslaken e.V.. Der Eintritt ist frei. Am Ausgang wird um Spenden gebeten. Wegen möglicher Corona – Auflagen bitte auf die Pressemitteilungen zur Veranstaltung achten.

Für Familien, die ein Kind verloren haben… – Ökumenischer Gottesdienst

gemeinsam – im ökumenischen Gottesdienst für verwaiste Eltern

Am 11.Dezember 2022 um 18.30 Uhr  laden der Initiativkreis Sternenkinder und die beiden Seelsorgerinnen im Evangelischen und Katholischen Krankenhaus in Dinslaken, A. Hunsmann und U. Kappner, zu einem Gottesdienst für verwaiste Eltern ein. Er findet statt in der Evangelischen Kirche Götterswickerhamm (Dammstraße /Oberer Hilding 12 in Voerde).

In dem Gedenkgottesdienst soll der Trauer ein Platz in der Gemeinschaft eingeräumt werden. Nach der Tradition des „Worlwide Candle Lighting“ werden Lichter entzündet. Sie stehen für die Hoffnung durch ein liebevolles Andenken in Verbindung zu bleiben.

Alle Eltern und Zugehörige, die ihres verstorbenen Kindes gedenken möchten, sind herzlich willkommen. Bitte geben Sie diese Information weiter.

Für den Gottesdienst gelten die aktuellen Coronaregelungen.

Veranstalter:
Initiativkreis Sternenkinder, Krankenhausseelsorgerinnen A. Hunsmann, GFO Kliniken Niederrhein St.Vinzenz-Hospital und U. Kappner, Evangelisches Krankenhaus Dinslaken

Foto: pixabay

Adventskonzert in der Friedenskirche Dinslaken

Die Ev. Kirchengemeinde Dinslaken lädt ein zu einem adventlichen Konzert

Sonntag, 27. November 2022, 17.00 Uhr
Friedenskirche Dinslaken, Rotbachstr. 162

 „Oratorio de Noël“ von Camille Saint-Saëns
„Machet die Tore“ weit von G. Ph. Telemann

Aufführende:
Evelyn Ziegler (Sopran), Esther Borghorst (Alt),
Wolfgang Klose (Tenor), Gregor Finke (Bass)
Kantorei und Jugendkantorei Ev. Kirchengemeinde Dinslaken,
Vokalensemble Ev. Kirchenkreis Dinslaken, Studioorchester Duisburg

Gesamtleitung: Kreiskantorin Daniela Grüning

Karten: ab 02.11.22 im Gemeindebüro (Tel.: 603558) und an der Abendkasse

 Eintritt: 15 €, ermäßigt 10€ (Schüler/Studenten/Azubis)

Es gelten die dann aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen.

 

Kreissynode entwickelt Ideen zur Seelsorge der Zukunft

Walsum-Aldenrade. Rund 1.400 ehrenamtlich Mitarbeitende sind bei der Telefonseelsorge in der Ev. Kirche im Rheinland aktiv. Sie bringen jährlich 140.000 Dienststunden ein und führen dabei 420.000 Gespräche. Beeindruckende Zahlen. Die Telefonseelsorge hat eine lange Tradition in der Ev. Kirche. „Und der Zulauf ist groß.  Aber auch in anderen Seelsorgebereichen bieten wir im Ev. Kirchenkreis kompetente Beratung an“, berichtete Superintendent David Bongartz jetzt auf der Kreissynode des Ev. Kirchenkreises Dinslaken in Walsum-Aldenrade. „Seelsorge ist nicht umsonst Thema auf dieser Synode. Sie ist nämlich ein Kernstück unserer Arbeit“, leitete er den Impulsvortrag zum Thema „Seelsorge und Ehrenamt“ von Pfarrerin Ulrike Mummenhoff, Dozentin für Seelsorge und Beratung am Gemeinsamen Pastoralkolleg  der Evangelischen   Rheinischen, Westfälischen, Reformierten und Lippischen Kirche am Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung in Villigst ein. „Seelsorge ist laut Martin Luther aller Christen Aufgabe“, so die Dozentin. Jedoch hätten sich die Bedürfnisse der Hilfesuchenden im Laufe der Zeit gewandelt. So sei Seelsorge mittlerweile nicht nur in den Gemeinden, sondern in vielen Bereichen zu finden: in Altenheimen, in Krankenhäusern, an Flughäfen als „Seelsorge to go“ oder als Seelsorgeprojekte in Studentengemeinden. „Die Seelsorge muss sich stetig weiterentwickeln“, erläuterte die Pfarrerin. Es müssten immer neue Formate gefunden werden. „Chat-Seelsorge beispielsweise ist derzeit unglaublich gefragt“, so Ulrike Mummenhoff weiter. Bei der Suche nach neuen Angeboten gebe es keine Grenzen. So könnte es beispielsweise Seelsorge-Treffen in Gruppen geben, Kochkurse für Trauernde oder Kurse für Patch-Work-Familien.

Pfarrer:innen, deren Kernaufgabe der Beistand ist, seien aber in der heutigen Zeit durch viele verwaltungstechnische Aufgaben gebunden. Sie alleine könnten diese neuen Wege nicht gehen. Nur mit Hilfe von Ehrenamtlichen sei der Schritt in die Zukunft möglich. „Jedoch müssten diese Helfer eine qualifizierte Ausbildung erhalten“, betonte die Dozentin. Eine zusätzliche Möglichkeit könne aber auch die Weiterbildung von hauptamtlichen Kirchenmitarbeitenden sein. Im Anschluss an den Vortrag wurden in kleinen Diskussionsgruppen Ideen für den Kirchenkreis gesammelt, wie spezielle Seelsorge-Angebote für Eltern und Kinder, Entlastung der Pfarrer zu Gunsten von Seelsorgeangeboten, oder ein Buchungsportal für Seelsorge-Termine, ähnlich dem des Ev. Kirchenkreises Aachen.  Die gesammelten Ideen sollen nun geprüft und weiterentwickelt werden.

Foto (Henkel) v.r. Superintendent David Bongartz und Ulrike Mummenhoff, Dozentin für Seelsorge und Beratung am Gemeinsamen Pastoralkolleg  der Evangelischen   Rheinischen, Westfälischen, Reformierten und Lippischen Kirche am Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung in Villigst

Superintendent David Bongartz offiziell in sein Amt eingeführt

Hünxe. Mit einem stimmungsvollen von Aufbruch geprägten Festgottesdienst wurde jetzt Superintendent David Bongartz in der Dorfkirche in Hünxe von Oberkirchenrätin Wibke Janssen in sein Amt eingeführt. Wibke Janssen musste kurzfristig für den Präses der Ev. Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel, einspringen, der aufgrund einer Corona-Erkrankung absagen musste. Jedoch ließ es sich der Präses nicht nehmen, dem neuen Superintendenten des Ev. Kirchenkreises Dinslaken seine herzlichsten Glückwünsche zu überbringen. In ihrer Rede beschrieb die Oberkirchenrätin David Bongartz als einen Menschen, der in Bewegung ist, der für Aufbruch mit Bodenhaftung steht. „Und die Menschenskirche des Ev. Kirchenkreises Dinslaken passt zu dir, denn die Nähe zu den Menschen war dir immer wichtig“, so Wibke Janssen.

David Bongartz selbst nahm in seiner Predigt Bezug auf die Herausforderungen, mit denen sich die christliche Gemeinschaft auseinandersetzen muss. „Wir könnten künftig als kleine christliche Gemeinschaft unsere Nische suchen. Ich hoffe, es regt sich heftiger Widerstand“, sprach er die Besucher des Gottesdienstes direkt an. „Das kann nicht unser Weg sein. Ziel muss es sein, auch in 20 Jahren eine Strahlkraft zu haben, die die Menschen anspricht“, betonte der Superintendent. Dafür benötige es jedoch Perspektiv-Wechsel. „Die Menschen müssen uns unseren Glauben ansehen. Glaube ist heute jedoch oft eine Privatsache geworden. Wir müssen aber eine Gemeinschaft sein, die aus dem Glauben die Kraft nimmt, und hilft“, erläuterte er. Man müsse für andere, die es nicht selbst können, die Stimme erheben. „Lasst uns aufbrechen, als eine Gemeinschaft, die so viel Segen empfängt, und deshalb ein Segen für die Welt ist“, schloss David Bongartz seine Predigt.

Abgerundet wurde der festliche Gottesdienst von Beiträgen der Jugendkantorei der Kirchengemeinde Dinslaken und des Vokalensembles des Kirchenkreises unter Leitung von Kreiskantorin Daniela Grüning. Im Anschluss wurde der neue Superintendent durch zahlreiche Grußworte unter anderem vom Voerder Bürgermeister Dirk Haarmann; dem Superintendenten des Duisburger Kirchenkreises, Christoph Urban; der Geschäftsführerin der Diakonie im Ev. Kirchenkreis Dinslaken, Alexandra Schwedtmann; dem Geschäftsführer der Kinderwelt im Ev. Kirchenkreis Dinslaken, Reimund Schulz und der Geschäftsführerin des Verwaltungsamtes des Ev. Kirchenkreises Dinslaken, Sandra Sommer begrüßt. Superintendent David Bongartz bedankte sich abschließend für den unglaublich herzlichen Empfang, und betonte, wie sehr er sich auf seine neue Aufgabe freue.

Foto (Henkel) v.l.: Pfarrerin Hanna Maas, (Scriba im Ev. Kirchenkreis Dinslaken); Henning Horstkamp (Kreissynodalvorstand); Pfarrerin Susanne Jantsch (Assessorin im Ev. Kirchenkreis  Dinslaken); Doris Aniola (Kreissynodalvorstand); Pfarrerin Elke Voigt (Kreissynodalvorstand); Superintendent David Bongartz;  Oberkirchenrätin Wibke Janssen;  Pfarrer Christoph Weßler, (Kreissynodalvorstand); Marlies Schwinem (Kreissynodalvorstand) und Hermann Driesen (Kreissynodalvorstand)

“Ein Aufruf zum gemeinsamen Handeln”

Die Botschaft der 11. ÖRK-Vollversammlung in Karlsruhe, Deutschland

Einleitende Worte

Jede Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen hat in der Vergangenheit eine Botschaft formuliert, um von den Erfahrungen der Vollversammlung und dem inspirierenden Charakter ihrer Arbeit zu berichten. Unsere Botschaft darf und soll in jeder einzelnen Gemeinde unserer Mitgliedskirchen verlesen und in allen kirchlichen Medien veröffentlicht werden. Wir hoffen, dass sie in viele Sprachen der Welt übersetzt wird und umfassend Anwendung findet. Es wäre schön, wenn sie erörtert und auseinandergenommen wird, wenn darüber nachgedacht wird und sie im Gebet bedacht wird, denn sie steht für den Austausch und die Gebete von über 4.000 Menschen, die an der Vollversammlung teilgenommen und sich an unserem Streben nach der Einheit beteiligt haben, die Christus uns schenkt. Wir übergeben die Botschaft heute an Sie und bitten Sie, sie an alle christlichen Gläubigen und alle Menschen guten Willens weiterzutragen, damit wir zusammen herausfinden können, wie die Liebe Christi die Welt bewegt, versöhnt und eint.

Ein Aufruf zum gemeinsamen Handeln
„Denn die Liebe Christi drängt uns.“ (2.Kor 5,14)
„Kommt, folgt mir nach!“

  1. Seit dem Zeitpunkt als er auf der Erde unterwegs war und auch in diesem gegenwärtigen Moment spricht Jesus diese Worte unermüdlich zu jedem Menschen. Jesu Leben, Worte und Taten sind eine permanente Einladung, sich zu bewegen – von einem physischen Ort an einen anderen, von einer Gruppe Menschen zu einer anderen, von einer Denkart zu einer anderen. Vor allem aber ruft uns Jesus angesichts der vielen Probleme in Welt auf, zu ihm zu kommen und in seiner Liebe zu bleiben, einer Liebe, die der ganzen Welt gilt (vgl. Mt 11,28).
  2. Das allerletzte Buch in der Bibel, das Buch der Offenbarung, spricht über die uralten Kräfte, die menschliches Leid in der Welt verursachen: Krieg, Tod, Krankheit und Hunger. Während wir als Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen 2022 in Karlsruhe zusammenkommen, sind wir uns der Ausdrucksformen dieser Kräfte in der Welt von heute schmerzlich bewusst. Sie führen zu Ungerechtigkeit und Diskriminierung, und jene, die Macht haben, nutzen sie oftmals, um andere zu unterdrücken, anstatt Inklusion, Gerechtigkeit und Frieden zu schaffen.
  3. Einzelpersonen, Völker und Länder sind darüber hinaus mit Katastrophen konfrontiert, die direkt auf eine verantwortungslose und zerbrochene Beziehung mit der Schöpfung zurückgehen, die wiederum zu ökologischer Ungerechtigkeit und einer Klimakrise geführt hat. In dem Maße, in dem der Klimanotstand Fahrt aufnimmt, nimmt auch das Leiden von mittellosen und marginalisierten Menschen zu.
  4. Auf dem Pilgerweg, den wir als Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen gemeinsam fortsetzen wollen, ist unsere Gemütslage jedoch geprägt von froher Erwartung und Hoffnung, ja sogar Freude, denn durch die Kraft des Heiligen Geistes richtet sich Christi Einladung weiterhin an alle Menschen, ja die ganzen Schöpfung.
  5. „Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt.“ Als Antwort auf den Aufschrei aller Leidenden drängt uns diese Liebe, in Solidarität zu ihm zu kommen und gemeinsam zu handeln und für Gerechtigkeit einzutreten. Wir sind aufgefordert, uns in der Liebe Gottes zu versöhnen und Zeugnis abzulegen für die Liebe, die in Christus offenbart wurde (1.Joh 4,9-11).
  6. Versöhnung ist eine Bewegung hin zu Gott und zueinander. Sie verlangt eine Bereitschaft, Gott zuzuhören und uns gegenseitig zuzuhören. Sie bedeutet eine Verwandlung des Herzens – von Ichbezogenheit und Gleichgültigkeit hin zu Dienst und Inklusion –, die auch unsere Wechselbeziehung mit der Schöpfung anerkennt. Wir bekennen, dass wir immer wieder scheitern, uneinig sind und zuweilen in entgegengesetzte Richtungen gehen, obwohl wir uns von ganzem Herzen danach sehnen, Gott und unseren Nächsten zu dienen. Wir bekennen, dass wir die transformierende Kraft der Liebe Christi brauchen, um eine Welt zu schaffen, die wahrhaftig versöhnt und vereint ist.
  7. Christliche Gläubige und die Strukturen, die wir aufgebaut haben, tragen eine Mitschuld an dem Missbrauch anderer, und wir müssen Buße tun und uns dieser Bewegung der Versöhnung anschließen. Angesichts von Krieg, fehlender Gleichstellung und den Sünden gegen die Schöpfung in der Welt von heute, ruft uns die Liebe Christi auf zu Buße, Versöhnung und Gerechtigkeit.

Unser gemeinsamer Weg

  1.          Trotz unserer großen Vielfalt haben wir auf unserer Vollversammlung noch einmal neu gelernt, dass wir uns gemeinsam auf einen Pilgerweg der Gerechtigkeit, der Versöhnung und der Einheit begeben müssen.

Auf unserer Tagung hier in Deutschland, erfahren wir, was ein Krieg kostet, und erfahren etwas über mögliche Versöhnung;

wir hören zusammen das Wort Gottes und verstehen unsere gemeinsame Berufung;

wir hören einander zu und sprechen miteinander, wir rücken näher zusammen;

wir wehklagen gemeinsam und öffnen uns für den Schmerz und das Leid der anderen;

wir arbeiten zusammen und einigen uns auf gemeinsames Handeln;

wir feiern gemeinsam und freuen uns über die Freude und die Hoffnungen der anderen;

wir beten gemeinsam, entdecken die Vielfalt unserer Glaubenstraditionen und spüren den Schmerz, den unsere Spaltungen verursachen.

„Gehet hin in alle Welt“

  1. Seit dem Zeitpunkt als er in den Himmel aufgefahren ist und auch in diesem gegenwärtigen Moment gibt Jesus unermüdlich allen, die ihm nachfolgten, diesen Auftrag.
  2. Versöhnung bringt uns näher zu Gott und näher zu einander, und sie eröffnet uns einen Weg hin zu einer in der Liebe Gottes begründeten Einheit. Als christliche Gläubige sind wir aufgerufen, in der Liebe Christi zu verweilen und eins zu sein (Johannes 17). Eine solche Einheit, die ein Geschenk Gottes ist und die aus Versöhnung entsteht und in seiner Liebe verankert ist, rüstet uns zu, die dringenden Probleme in der Welt anzugehen. Wir werden die Kraft finden, aus einer Einheit heraus zu handeln, die in der Liebe Christi verankert ist, denn sie rüstet uns zu, zu lernen, was zum Frieden dient, Spaltung in Versöhnung zu verwandeln und uns für die Heilung des gesamten lebendigen Planeten einzusetzen. Die Liebe Christi erhält uns alle in der Aufgabe, einander anzunehmen und Ausgrenzung zu überwinden.
  3. Wir haben eine Kostprobe dieser Liebe bekommen, als wir hier aus unseren 352 Mitgliedskirchen und mit unseren ökumenischen Partnern, Freunden aus anderen Glaubensgemeinschaften und aus allen Weltregionen zusammengekommen sind, um in all unserer Vielfalt dennoch nach Einheit zu streben. Zusammen haben wir den Stimmen gelauscht, die in unserer heutigen Welt oftmals marginalisiert werden: Frauen, jungen Erwachsenen, Menschen mit Behinderungen und indigenen Völkern.
  4. Wir sehnen uns nach einer umfassenderen Bewegung, nach Versöhnung und Einheit für alle Menschen, ja, den ganzen Kosmos. Das wäre eine Einheit, in der Gott Gerechtigkeit und Gleichberechtigung für alle schaffen würde, durch die die Schöpfung erneuert und gestärkt werden kann. Wir verlassen uns in unserem Engagement und Eintreten für Klimagerechtigkeit auf die Liebe Christi. Wir schließen uns der Vollversammlung in Amsterdam (1948) an, dass „Krieg […] nach Gottes Willen nicht sein [soll]“, und auch der Vollversammlung in Nairobi (1975), dass „Rassismus […] Sünde gegenüber Gott [ist]“. Wir bedauern, dass wir diese Erklärungen hier wiederholen müssen.
  5. Wir haben auf unserer Vollversammlung viel gesprochen, aber daraus auch eine neue Entschlossenheit abgeleitet. Nun bitten wir Gott, uns bei der Umwandlung unserer Bekenntnisse und Verpflichtungen in Taten zu unterstützen. Wir verpflichten uns, mit allen Menschen guten Willens zusammenzuarbeiten. Und während wir uns über die Früchte unserer Arbeit hier in Karlsruhe Gedanken machen, laden wir alle Menschen ein, mit uns auf den Pilgerweg zu kommen. Denn in Christus wird alles neu werden. Seine Liebe, die für alle Menschen offen ist, auch den letzten, den geringsten und den verloren gegangenen, und die allen Menschen gilt, kann uns antreiben und uns auf unserem Pilgerweg der Gerechtigkeit, der Versöhnung und der Einheit zurüsten.

Segen berührt

Willkommen im Leben, kleiner Segen!

Der Evangelische Kirchenkreis Dinslaken lädt Familien mit Babys und werdende Eltern wieder zu einer einer Ökumenischen Segensfeier ein.
Diesmal wird sie in Duisburg-Walsum stattfinden:
22. Oktober 2022, 15 Uhr
St. Elisabeth, Walsum
Duisburg-Walsum, Elisabethstr. 6

https://segenfuerbabys.de

Abschied von einem großen „Kümmerer“

Dinslaken. Mit einem Festgottesdienst wurde jetzt Superintendent Friedhelm Waldhausen in den Ruhestand verabschiedet. Die offizielle Entpflichtung in der Friedenskirche in Dinslaken wurde von Präses Dr. Thorsten Latzel übernommen, der zudem die außergewöhnliche Arbeit Waldhausens würdigte.  „Sie haben beeindruckende 36 Jahre im Ev. Kirchenkreis Dinslaken gewirkt. Sie haben in ihrer Zeit als Superintendent dem Kirchenkreis ein tiefes Profil gegeben – die Menschenskirche.  Sie nehmen die Menschen war, sie sind ein Kümmerer.“ In seiner Rede hob der Präses außerdem das Engagement des Superintendenten und des Kirchenkreises in der Flüchtlingsarbeit hervor. Auch betonte er, was für einen guten Eindruck er bei der Visitation im vergangenen Jahr erlangt habe: „Sie geben den Menschen Raum. In diesem Kirchenkreis herrscht eine so gute Stimmung. Gott segne die große Arbeit, die sie geleistet haben für so viele Menschen.“

In seiner Predigt während des Festgottesdienstes war es Superintendent Friedhelm Waldhausen ein besonderes Anliegen, den Menschen in solch schweren Zeiten Mut zu machen. Dazu bediente er sich des Spruches, der ihn sein Wirken lang begleitet hat: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Lieben und der Besonnenheit (2. Timotheus 1,7)“. „Habt den Mut, neue Projekte zu beginnen, verzagt nicht in den schweren Zeiten, achtet aufeinander. Macht Kirche erkennbar und stärkt sie.“ Im Anschluss an den Festgottesdienst wurde Friedhelm Waldhausen von Würdenträgern und Wegbegleitern in Grußworten gewürdigt. So hielt der Voerder Bürgermeister Dirk Haarmann – auch stellvertretend für die Bürgermeister aus Dinslaken und Hünxe – ein Grußwort. Der Superintendent des Ev. Kirchenkreises Wesel, Thomas Brödenfeld, dankte  ebenso wie der Geschäftsführer des Ev. Klinikums Niederrhein, Dr. Andreas Sander, für die hervorragende Zusammenarbeit. Auch Alexandra Schwedtmann und Nicole Elsen-Mehring, Geschäftsführerinnen der Diakonie im Ev. Kirchenkreis Dinslaken, Sandra Sommer, Geschäftsführerin des Verwaltungsamtes und Reimund Schulz, Geschäftsführer der Ev. Kinderwelt im Ev. Kirchenkreis Dinslaken lobten die hervorragende Zusammenarbeit mit Friedhelm Waldhausen.

 

Vita:
Friedhelm Waldhausen wurde am 27. November 1956 in Mönchengladbach geboren. Er ist mit Petra Schorberger-Waldhausen verheiratet. Sie haben zwei Kinder, Simon Jonas und Lea Maren. Friedhelm Waldhausen studierte an der KiHo Wuppertal und an der Georg August Universität Göttingen Ev. Theologie. Im Anschluss studierte er Sozial-Wissenschaften an Georg August Universität Göttingen. Sein Vikariat absolvierte Friedhelm Waldhausen von 1983-1985 in Essen- Borbeck. 1985 fand seine Ordination statt. Von 1985 bis 1986 war er als Pastor im Hilfsdienst in Essen-Karnap (Kirchenkreis Essen-Nord) tätig. Seit 1986 war Friedhelm Waldhausen als Pfarrer im Kirchenkreis Dinslaken in unterschiedlichen Bereichen tätig: Von 1986 bis 2012 war er gemeinsam mit seiner Ehefrau in der Kirchengemeinde Hiesfeld tätig. Von 1992 bis 2003 arbeitete er zudem als nebenamtlicher Dozent für die Ausbildung von Vikarinnen und Vikaren in Seelsorge am Predigerseminar der Ev. Kirche im Rheinland in Essen und Bad Kreuznach. Von 2002 bis 2014 wirkte Friedhelm Waldhausen als Krankenhauspfarrer in Dinslaken. Von 2000 bis  2014 war er als Synodalassessor und Diakoniepfarrer des Kirchenkreises Dinslaken tätig. Seit  September 2014 hatte Friedhelm Waldhausen das Amt des Superintendenten des Kirchenkreises Dinslaken inne. Besonders wichtig war ihm in dieser Zeit, Kirchengemeinden und die Einrichtungen des Kirchenkreises wie die Diakonie, die Ev. Kinderwelt und die Seelsorgearbeit in Krankenhaus, Justizvollzugsanstalt und Notfallseelsorge sowie Telefon- und Schulseelsorge zu stützen und stärken. Damit Einrichtungen und Kirchengemeinden mit ihren Presbyterien nah bei den Menschen sind. Menschenskirche sind.

Foto: v.l. Pfarrerin Petra Schorberger-Waldhausen, Hermann Driesen (Mitglied Kreissynodalvorstand), Pfarrerin Hanna Maas (Scriba), Marlies Schwinem (Mitglied Kreissynodalvorstand), Superintendent Friedhelm Waldhausen, Günter Dickmann (Mitglied Kreissynodalvorstand), Präses Dr. Thorsten Latzel, Doris Aniola (Mitglied Kreissynodalvorstand), Pfarrerin Susanne Jantsch (Assessorin), Veronika Leißner (Mitglied Kreissynodalvorstand)

„Evangelische Kirche mit ihrem guten Geist bringt sich ein, hat Ausstrahlungskraft“

Superintendent Friedhelm Waldhausen kann auf eine bewegte Zeit im Ev. Kirchenkreis Dinslaken zurückblicken. Insgesamt 36 Jahre war er im Kirchenkreis als Gemeindepfarrer, Krankenhausseelsorger, Assessor und schließlich als Superintendent tätig. Im Interview verrät er, was seine größte Herausforderung war, warum er seine Arbeit liebt, weshalb die Kirche Bestand haben wird, und wie er seinen Ruhestand gestalten wird.

Was war für Sie die größte Herausforderung in ihrer Amtszeit als Superintendent?

Friedhelm Waldhausen: Dass die Kreissynode mich 2014 nach 14 Jahren als Synodalassessor und damit Mitglied im Kreissynodalvorstand zu ihrem Superintendenten gewählt hat, war insgesamt eine neue Herausforderung für mich.  Superintendent zu sein, bedeutet ja, die Kirchengemeinden und die Einrichtungen des Kirchenkreises wie die Diakonie, die Ev. Kinderwelt und die Seelsorgearbeit in Krankenhaus, Justizvollzugsanstalt und Notfallseelsorge sowie Telefon – und Schulseelsorge zu stützen und stärken. Warum? Damit Einrichtungen und Kirchengemeinden mit ihren Presbyterien nah bei den Menschen sind. Menschenskirche sind. Dabei ist zum Beispiel bis in Finanz – und Planungsausschüssen und Vorständen genau zu überlegen, wie Kirchensteuermittel verantwortlich eingesetzt werden. Kirche lebt aus dem guten Geist, der von Jesus ausgeht. Dieser Geist ist und verleiht Lebenskraft, er schenkt Trost, leistet Beistand und Begleitung auf dem Lebensweg.  Wie zeigen wir diese Relevanz für das Leben auf? Herausfordernde und vielfältige Aufgaben sind das. Dazu zähle ich auch, politisch Position zu beziehen gegen jegliche Form von Niedertracht. Kirche sozusagen als Friedens- und Gerechtigkeitsgemeinschaft, die tragfähig ist, der man vertrauen kann. Sie steht gegen Hass und Misstrauen. Kirche als tragfähige Gemeinschaft erlebbar und erfahrbar zu machen, wird eine große Aufgabe und Herausforderung bleiben. Hier fühle ich mich mit vielen Menschen bei ihren jeweiligen Aufgaben wunderbar verbunden.

Was hat Ihnen am meisten Freude bereitet?

Friedhelm Waldhausen: Die viele Arbeit hat mir aber auch viel Freude bereitet. Ich habe ungezählte Gespräche mit unterschiedlichen Menschen geführt – unter vier oder sechs Augen, in Gremien. Das hat mir wirklich Freude bereitet. Positionen, Ansichten, Meinungen, Einschätzungen zu hören, und zu verstehen, und dabei für das Anliegen – wenn man das so bezeichnen kann – von Kirche zu streiten. Woran müssen wir festhalten? An den Gottesdienstzeiten? An den Orten und Gebäuden, wenn die Gelder weniger werden, und die Menschen nicht mehr kommen? Konkret meine ich: Freude hat mir bereitet, an einer Ermöglichungskultur mitzuarbeiten für Perspektiven, für Lebendigkeit, Frische und Fairness, Achtsamkeit und Respekt. Unterschiedliche Player ins Gespräch bringen. Vom Finanzausschuss über die Vorstandsarbeit, in außerkirchlichen Gremien oder konkret beim Aufsichtsrat im Ev. Klinikum Niederrhein, zu deren Träger dieser gGmbH der Kirchenkreis – und Gemeinde Dinslaken gehören. Mit Kolleginnen und Kollegen habe ich gerne konstruktiv, phantasievoll und vertrauensvoll  Perspektiven entwickelt. Eine gute Verwaltung war mir dabei immer hilfreich. Das hat mir alles richtig Freude bereitet: Insgesamt das Miteinander mit so vielen wunderbaren Menschen.

Ja, der Kirchenkreis Dinslaken mit seinen Gemeinden und Einrichtungen ist gefragt, hat Bedeutung für die Bürgerinnen und Bürger in den Kommunen und in ihren sozialpolitischen Gremien, im kulturellen Bereich mit Musik, Ausstellungen, Vorträgen. Evangelische Kirche mit ihrem guten Geist bringt sich ein, hat Ausstrahlungskraft und gibt der Bürger*innengesellschaft ein freundliches Gesicht. Zugleich wünsche ich mir aber auch, dass wir an unserer Ausstrahlungskraft als Kirche noch etwas mehr arbeiten. Sie könnte noch mehr und klarer strahlen.

Welche Tipps möchten Sie ihrem Nachfolger gerne mit auf den Weg geben?

Friedhelm Waldhausen: Meinem Nachfolger möchte ich keine Tipps geben. Ich wünsche ihm jedoch angesichts der Vielfalt und Komplexität des Superintendenten-Amtes, dass er dem Bibelwort traut: dass Gott uns keinen Geist der Furcht, sondern der Kraft der Liebe und Besonnenheit gegeben hat. Ich wünsche ihm also ein segensreiches Wirken.

Sie haben 36 Jahre im Kirchenkreis Dinslaken – erst als Gemeindepfarrer in Hiesfeld, dann als Krankenhausseelsorger und Assessor, und abschließend als Superintendent – gewirkt. Wie hat sich die Kirche in dieser Zeit ihrer Meinung nach verändert? Was muss passieren, damit die Kirche weiterhin nah bei den Menschen bleibt?

Friedhelm Waldhausen: Als ich 1986 mit meiner Frau gemeinsam die erste Pfarrstelle in der Ev. Kirchengemeinde Hiesfeld übernahm, hatte der Kirchenkreis Dinslaken ca. 95.000 Gemeindemitglieder. Heute hat der Kirchenkreis keine 50.000 Mitglieder mehr. Der Kirchenkreis ist also kleiner geworden. Deshalb haben wir die Aufgabe, genau hinzuschauen, wo wir unsere weiterhin bestehende Relevanz deutlich machen können. Es ist leider nicht mehr selbstverständlich, dass Kirche dabei ist. Ich behaupte jedoch, dass wir keinen Relevanzverlust haben. Die Botschaft des Evangeliums, ja, die biblische Botschaft beider Testamente ist eine Botschaft, eine Ansage für gelingendes Leben und friedliches Miteinander. Das Leben hat es schwer. So will ich es ausdrücken. Persönliche, finanzielle, wirtschaftliche Lasten lasten schwer. Vereinsamung, ein abnehmendes verbindliches Füreinander Dasein, ein verlässliches Miteinander, zunehmende Sorgen um Klima und Krieg sind hier meine Stichworte. Aber hier verfügen wir als Kirche über ein Grundwissen, mit dem wir an Antworten und Lösungen arbeiten können. Dazu müssen wir Kontakte suchen, uns einbringen in den vielfältigen gesellschaftlichen Diskurs – ins Gespräch. Lebenslast und Lebenslust. Einsamkeit und Gemeinschaft. Unverbindlichkeit und Verlässlichkeit. Schöpfungsbewahrung und Klimazerstörung. Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit. Krieg und Frieden. Das sind alles Themen des biblisch-christlichen Lebens. Wir haben wirklich allen Grund uns nicht zurück zu ziehen, sondern einzubringen. Ich meine, dann tragen wir als Menschen eine Menschenskirche weiter mit dazu bei, nah bei den Menschen zu sein.

Nach dem vollen Terminkalender als Superintendent, gönnen Sie sich jetzt erst einmal eine Ruhephase oder haben sie schon ganz konkrete Pläne für die Zukunft?

Friedhelm Waldhausen: Wie mein Ruhestand aussieht? Ich weiß es natürlich nicht. Aber ich freue mich trotzdem darauf. Ich freue mich auf die Zeit mit anderen Herausforderungen, auf neue und andere Erfahrungen, auf Urlaube, und bin ganz den Worten des Reformationsjubiläums von 1517 vergnügt, erlöst, befreit.