Die Kirchenleitung besucht unseren Kirchenkreis

Delegation der Landeskirche schaut sich acht Arbeitsbereiche an

Hoher Besuch im evangelischen Kirchenkreis Dinslaken: Nach knapp 30 Jahren schauten sich Präses Dr. Thorsten Latzel und eine 13-köpfige Delegation der Ev. Landeskirche im Rahmen einer Visitation acht unterschiedliche Arbeitsgebiete des Kirchenkreises an. „Wir sind stolz über die Wertschätzung, die uns mit diesem Besuch entgegengebracht wird. Wir erhoffen uns aber auch durchaus kritische Nachfragen und hilfreiche Hinweise der Kirchenleitung“, sagte Friedhelm Waldhausen,  Superintendent des Ev. Kirchenkreises, bei der Ankunft der Delegation. Präses Latzel verriet: „Wir freuen uns sehr, den Reichtum dieses Kirchenkreises kennenzulernen. Schon bei der Vorbereitung dieses Besuches konnte man das große Engagement in so vielen Bereichen erkennen, wie beispielsweise in der Flüchtlingsarbeit, die hier eine lange Tradition hat.“ Nach der offiziellen Begrüßung nahmen sich Präses Latzel und Superintendent Waldhausen noch Zeit für ein Gespräch mit den Bürgermeistern der Städte Dinslaken, Voerde und Hünxe. Dann ging es auf Rundreise durch den Kirchenkreis. Der Delegation wurden unter anderem die Bereiche Flüchtlingsarbeit, die Partnerschaftsarbeit am Beispiel der CEBIE-Kirche, das Diakonische Werk, die Ev. Kinderwelt und der neue Arbeitsbereich „Junge Kirche“ vorgestellt.

Foto: v.l. Superintendent Friedhelm Waldhausen; Michaela Eislöffel, Bürgermeisterin Dinslaken; Präses Dr. Thorsten Latzel; Hanna Maas, Pfarrerin Hünxe; Dirk Buschmann, Bürgermeister Hünxe; Dirk Haarmann, Bürgermeister Voerde; Assessorin Susanne Jantsch und Pfarrerin Kirsten-Luisa Wegmann

Info: Visitation

Visitationen haben in der Evangelischen Kirche eine lange Tradition. Bereits in den urchristlichen Gemeinden finden sich Ansätze von Visitation. Seit den Zeiten der Reformation gehört sie zu den Leitungsaufgaben der evangelischen Kirche. Die  Kirchenleitung nimmt auf diesem Wege die Aufgaben der Beratung, Leitung und Aufsicht wahr. Dabei geschieht die Visitation „im Geist gegenseitiger Wertschätzung und Ermutigung“.

Besuchsprogramm mit allen Stationen (die Delegation teilt sich in vier Gruppen auf)

Freitag:
Thema: Die Partnerschaftsarbeit im Kirchenkreis Dinslaken am Beispiel der CEBIE
Ort:  Gemeindehaus, Kirchengemeinde Walsum-Aldenrade)

Thema: Das Diakonische Werk: Die Diakonie als Anbieterin auf dem „Sozialmarkt“. Das Profil des DW im Kirchenkreis.
(Ort: Haus der Kirche, Dinslaken)

Thema: Krankenhausverband: Eine herausfordernde Verantwortung für Geschäftsführung und Aufsichtsrat.
(Ort: Ev. Klinikum Dinslaken)

Thema: Pfarrstellenrahmenvereinbarung: Auswirkungen der Veränderungen des Pfarrbildes auf den Beruf der/des Pfarrer.in und auf die presbyterial-synodale Leitungsverantwortung.
(Ort: Gemeindehaus Hiesfeld, Dinslaken)

Samstag:
Thema: Ev. Kinderwelt – ein moderner effizienter Verbund
(Ort: Kita Fröbelstr., Dinslaken)

Thema: Junge Kirche
(Ort: Gemeindehaus Friedrichfeld, Voerde)

Thema: Wo ist Kirche relevant für die Landwirtschaft?
(Ort: Bauernhof Hülsermann, Voerde)

Thema: Flüchtlingsarbeit
(Ort: Haus der Kirche, Dinslaken)

Text und Foto: Tanja Henkel

Kirchenleitung zur Visitation in unserem Kirchenkreis

Seit den 90-er Jahren ist es nicht mehr vorgekommen, dass der Ev. Kirchenkreis Dinslaken von einer Delegation der Kirchenleitung besucht wurde zur Visitation. Die letzte Visitation fand am 26./27.3.1993 statt.

Einblick in acht Arbeitsgebiete unseres Kirchenkreises
Im September wird also nach fast 30 Jahren die Kirchenleitung der Ev. Kirche im Rheinland wieder im Kirchenkreis zu Gast sein. Für Freitag den 3. und Samstag den 4.9. hat sich eine 13-köpfige Delegation aus Düsseldorf angemeldet. Ihr werden acht Arbeitsgebiete vorgestellt, die den Ev. Kirchenkreis charakterisieren, ausmachen, aber auch herausfordern. Darunter die Flüchtlingsarbeit, die Partnerschaftsarbeit am Beispiel der CEBIE-Kirche, das Diakonische Werk, die Ev. Kinderwelt oder auch der neue Arbeitsbereich „Junge Kirche“.

Gespräch mit den Bürgermeister:innen der Region
Einer der 13 Delegierten wird der neue Präses der Ev. Kirche im Rheinland, Dr. Thorsten Latzel, sein, der unseren Kirchenkreis zum ersten Mal besucht. Zum ambitionierten, dicht gedrängten Programm gehört auch ein Treffen mit den Bürgermeister:innen der Region. Am Freitag Nachmittag sprechen die Delegierten mit Michaela Eislöffel für Dinslaken, Dirk Haarmann für Voerde und Dirk Buschmann für Hünxe.

Teilnahme am Gottesdienst mit Friedensgebet in Hiesfeld
Später am Freitag um 18.30 Uhr nehmen die Delegierten zusammen mit Vertreter:innen des Kirchenkreises Dinslaken am Gottesdienst mit Friedensgebet der Kirchengemeinde Hiesfeld teil.

Foto: ekir.de

 

Der Ev. Kirchenkreis Dinslaken bittet um Spenden für die Hochwasseropfer

Die Bilder, die das Ausmaß der Zerstörungen in den betroffenen Gebieten zeigen, sind auch jetzt Tage nach der Hochwasserkatastrophe erschütternd. Mit der Hilfe von unzähligen Freiwilligen versuchen die Betroffenen derzeit den Schlamm, Bauschutt und Müll zu beseitigt. Jetzt benötigen die Menschen vor Allem finanzielle Hilfe. Deshalb haben das Diakonische Werk Rheinland-Westfalen-Lippe (Diakonie RWL), die Evangelische Kirche im Rheinland und die Evangelische Kirche von Westfalen ein gemeinsames Spendenkonto eingerichtet für Menschen, die besonders schwer von der Katastrophe betroffen sind.  Das Konto bei der KD-Bank lautet:

Empfänger: Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. – Diakonie RWL
IBAN: DE79 3506 0190 1014 1550 20
Stichwort: Hochwasser-Hilfe

Weitere Spendenmöglichkeiten finden Sie unter www.diakonie-rwl.de/hochwasser-hilfe

„Unsere Mitarbeitenden berichten von dramatischen Situationen und verzweifelten Menschen vor Ort. Wir müssen jetzt unkompliziert und pragmatisch jenen helfen, die alles verloren haben“, sagt Thomas Oelkers, Vorstand der Diakonie RWL. In dieser Extremsituation zeige sich Solidarität und sozialer Zusammenhalt, so Oelkers. „Die Diakonie RWL stellt deshalb als Soforthilfe 100.000 Euro zur Verfügung.“

„Ich bin tief erschüttert von den schrecklichen Bildern und Nachrichten, die uns aus den Gemeinden erreichen“, sagt Präses Dr. Thorsten Latzel. Der leitende Geistliche der Evangelischen Kirche im Rheinland appelliert: „Ich rufe alle Christinnen und Christen auf: Beten Sie für die Menschen, die im Augenblick so schrecklich leiden müssen.“

Foto: Hans Braxmeier/ Pixabay

Lauter, freier und kreativer werden

Synode des Ev. Kirchenkreises Dinslaken diskutierte neues Leitbild von Kirche

Bei der Synode des Ev. Kirchenkreises Dinslaken ging es am vergangenen Samstag um Grundlegendes: Ein neues Selbstverständnis von Kirche. Die Mitgliederzahlen sind rückläufig. Die Zeit als Volkskirche ist vorbei. „Missionarisch Volkskirche sein“ war gestern. Es reicht nicht mehr, mit geringer werdenden Mitteln, das Bisherige zu erhalten.  Das Impulspapier der Ev. Kirche im Rheinland (EkiR) „Lobbyistin der GOTT-Offenheit“ hat Thesen formuliert zu einer Kirche von morgen, die seither sehr kontrovers diskutiert werden. Dr. Volker Haarmann, vom Dezernat Theologie der Rheinischen Landeskirche hat diese Thesen bei der Videokonferenz der Delegierten der acht Gemeinden des Ev. Kirchenkreises Dinslaken am 29. Mai vorgestellt.

GOTT-offen, Teamplayerin, Agentin des Wandels

Drei Hauptstichworte waren: Lobbyistin der GOTT-Offenheit, Teamplayerin und Agentin des Wandels. Eine Kirche, die Gottoffenheit stark macht, wirbt für die neugierige Frage nach Gott und bringt christliche Werte und biblische Perspektiven in die politische und gesellschaftliche Diskussion ein. Als bündnisfähige Teamplayerin soll Kirche Kontakt suchen zu anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften oder gesellschaftlichen Akteuren. Wo immer möglich, soll Kirche so gemeinsame Werte stark machen und vertreten. Aktuelle Beispiele dazu sind etwa die Teilnahme bei Fridays for Future oder das Engagement bei United4Rescue.  Als Agentin des Wandels soll Kirche sich für Nachhaltigkeit einsetzen. Eine „Ethik des Genug“ soll als Alternative zum aktuellen Wachstumsdenken stark gemacht werden.

„Die Zeit ist günstig für einen Aufbruch.“

Diese Thesen verstehen sich nicht als fertige Vision. Die Teilnehmer*innen der Kreissynode, die in Kleingruppen darüber diskutierten, empfanden die ehrliche Bestandsaufnahme und die Aufbruchstimmung des Papiers als wohltuend. Angesichts der sich teilweise breit machenden Trauer über den Verlust von Vertrautem ermutigt das Papier, Neues zu wagen. Neue Koalitionen genauso wie z.B. neue Formen bei Trauungen, Taufen oder Bestattungen. „Und die Zeit“ so betonte Haarmann abschließend, „die Zeit ist günstig für einen Aufbruch – gerade jetzt wo wir so viel Veränderung durch die Coronakrise erleben.“

Personelles

In seinen weiteren Verhandlungen beschloss die Synode vor allem Personelles. So verabschiedete sie einstimmig, dass zur nächsten Wahl des Superintendenten im nächsten Jahr das Amt des Superintendenten als Hauptamt eingerichtet werden soll. Viele Kirchenkreise der EKiR gehen dazu über, dass der Superintendent nicht mehr ein Inhaber einer Pfarrstelle ist, aus der heraus er oder sie dann zu 100% die Aufgaben des Superintendenten wahrnimmt. Vielmehr wird er direkt auf die Stelle des Superintendenten gewählt. Der Vorteil ist, dass er nicht mehr durch eine Entlastungskraft in der ursprünglichen Pfarrstelle vertreten werden muss. Bei hauptamtlichen Superintendenten ist der Kreis derer, die sich bewerben können nicht mehr auf den Kirchenkreis beschränkt, sondern kann rheinlandweit erfolgen.

Und schließlich wurde noch personelle Veränderungen bekannt gegeben: Tanja Henkel wird ab 1.7. die Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenkreises mit einer halben

Stelle verstärken. Die gelernte Kommunikationswissenschaftlerin und Redakteurin wird vor allem die Präsenz von Kirchenkreis, Diakonie und Kinderweltin den Social Media-Kanälen auf- und ausbauen und die bestehenden Aktivitäten koordinieren.

Außerdem wurden der Synode vorgestellt: Daniela Frank als neue stellvertretende Geschäftsführerin und pädagogische Leitung der Ev. Kinderwelt und Monika Flock als ihre Stellvertreterin. Frank folgt der im März in den Ruhestand getretenen Monika Engfer. Daniela Frank und Monika Flock sind beide schon lange bei der Ev. Kinderwelt in anderen Positionen tätig gewesen.

Fotos: Henkel: privat; Frank und Flock: Levin