Eine Menschenskette für mehr Menschenrechte

Duisburg. Tausende Menschen nahmen jetzt an der Aktion „Rettungskette für Menschenrechte“ teil. Auch die Superintendenten der Evangelischen Kirchenkreise Dinslaken, Moers und Duisburg waren Glieder der Kette am 16 Kilometer langen Teilstück, das durch Duisburg führte. Neben ihnen hatten sich auch Menschen aus evangelischen Gemeinden, Einrichtungen und Kitas eingereiht. Insgesamt lief die Kette von der Nordsee in Hamburg bis nach Italien zum Mittelmeer. „Die Teilnahme an dieser Aktion war mir sehr wichtig, da sie ein Zeichen für mehr Menschlichkeit und gegen den Tod von Migranten im Mittelmeer gesetzt hat“, so Friedhelm Waldhausen, Superintendent des Ev. Kirchenkreises Dinslaken. Flüchtlingshilfe habe eine lange Tradition im Kirchenkreis. Nach UN-Angaben starben in diesem Jahr bislang 1100 Migranten im zentralen Mittelmeer – mehr als doppelt so viele wie im selben Vorjahreszeitraum.

Foto: Rolf Schotsch

 „Es ist ein besonders Gefühl die Orgel zu spielen“

Orgel ON: Orgelschüler aus dem Kirchenkreis wirbt für das größte Instrument der Welt  

Julian Pohl hat ein außergewöhnliches Hobby: Der 17-Jährige spielt
Orgel. Seit einem Jahr wird er regelmäßig von Kreiskantorin Daniela Grüning im Gemeindehaus in Dinslaken unterrichtet. Auf die Idee, sich auch mal an dem großen Instrument zu versuchen, hat ihn seine Gemeindepfarrerin gebracht. „Sie wusste, dass ich seit langen Klavier spiele, deshalb hat sie mich gefragt, ob ich nicht einmal das Orgelspiel ausprobieren möchte. Und ich habe es versucht“, berichtet der Orgelschüler. Und damit sich noch mehr junge Menschen für das Orgelspiel begeistern, hat die Evangelische Kirche im Rheinland jetzt die Nachwuchskampagne Orgel ON ins Leben gerufen. Als Auftakt der langfristig angelegten Initiative ist bewusst der 12. September 2021 gewählt: An diesem Sonntag richtet die Vereinigung der Orgelsachverständigen Deutschlands ergänzend zum Tag des Denkmals ihren jährlichen Deutschen Orgeltag aus.  Auch Julian wirbt für das Spiel: „Die Orgel ist etwas besonders. Sie ist schließlich das größte Instrument Welt, deshalb ist es auch ein besonders Gefühl die Orgel zu spielen. Das Instrument hat einfach eine unglaubliche Power!“

Das Projekt Orgel ON

In der rheinischen Kirche gibt es mehr als tausend Orgeln, die von annähernd zweitausend Menschen regelmäßig oder sporadisch im Gottesdienst gespielt werden. Damit das so bleibt, will Orgel ON Ort in allen Regionen der Landeskirche mit einer Vielzahl von Angeboten  das Interesse für das Instrument neu entfachen. Es wird  Konzerte für und mit Kindern und Jugendlichen, Orgelvorführungen und Orgelschnupperstunden geben. Auch im Kirchenkreis Dinslaken  werden in den kommenden Monaten im Rahmen der Kampagne Veranstaltungen angeboten.

Wer sich über das Orgelspiel und den Unterricht an dem Instrument informieren möchte, kann sich an Kreiskantorin Daniela Grüning daniela.gruening@ekir.de  wenden.

Foto: T.Henkel

Gute Noten für den evangelischen Kirchenkreis Dinslaken

Visitation: Delegation der Landeskirche ist begeistert von der Arbeit der Einrichtungen und Gemeinden

Die Arbeit, die alle Ehren- und Hauptamtliche im evangelischen Kirchenkreis Dinslaken leisten, kann sich sehen lassen. Zu diesem Fazit kamen Präses Dr. Thorsten Latzel und die 13-köpfige Delegation der Ev. Landeskirche, die jetzt zwecks einer Visitation zu Gast im Kirchenkreis waren. „In allen Bereichen kann man den zentralen Gedanken des Kirchenkreises erkennen – nämlich, dass sich der Kirchenkreis für ein friedvolles Miteinander von Menschen unterschiedlicher Prägung einsetzt. Wir sind ein spannender Kirchenkreis, mit vielen freundlichen Menschen“, fasst Superintendent Friedhelm Waldhausen die Ergebnisse zusammen.

Besondere Highlights

Besonders hervorgehoben wurden unter anderem die umfassenden und qualifizierten Beratungsangebote der Diakonie, die durch 700.000 Euro jährlich aus Kirchensteuermitteln unterstützt werden. „Uns wurde versichert, dass wir die Messlatte sehr hochgelegt haben“, so Waldhausen. Ein Vorzeigeprojekt für andere Kreise sei beispielsweise die Kampagne „Menschenskirche“ und die Schaffung einer gemeinsamen „Corporate Indentity“ von allen Gemeinden und Einrichtungen des Kirchenkreises. „Für die öffentliche Wahrnehmung sind wir dadurch ein großes Team, wo jeder trotzdem seine eigene Identität hat“, so der Superintendent. Auch für die Zukunft sei der Kirchenkreis gut aufgestellt. Mit dem Projekt „Junge Kirche“ seien die ersten notwendigen Schritt getan, damit junge Menschen für den christlichen Gedanken und die Arbeit in der Kirche begeistert werden sollen.

Text und Foto: Tanja Henkel

Die Kirchenleitung besucht unseren Kirchenkreis

Delegation der Landeskirche schaut sich acht Arbeitsbereiche an

Hoher Besuch im evangelischen Kirchenkreis Dinslaken: Nach knapp 30 Jahren schauten sich Präses Dr. Thorsten Latzel und eine 13-köpfige Delegation der Ev. Landeskirche im Rahmen einer Visitation acht unterschiedliche Arbeitsgebiete des Kirchenkreises an. „Wir sind stolz über die Wertschätzung, die uns mit diesem Besuch entgegengebracht wird. Wir erhoffen uns aber auch durchaus kritische Nachfragen und hilfreiche Hinweise der Kirchenleitung“, sagte Friedhelm Waldhausen,  Superintendent des Ev. Kirchenkreises, bei der Ankunft der Delegation. Präses Latzel verriet: „Wir freuen uns sehr, den Reichtum dieses Kirchenkreises kennenzulernen. Schon bei der Vorbereitung dieses Besuches konnte man das große Engagement in so vielen Bereichen erkennen, wie beispielsweise in der Flüchtlingsarbeit, die hier eine lange Tradition hat.“ Nach der offiziellen Begrüßung nahmen sich Präses Latzel und Superintendent Waldhausen noch Zeit für ein Gespräch mit den Bürgermeistern der Städte Dinslaken, Voerde und Hünxe. Dann ging es auf Rundreise durch den Kirchenkreis. Der Delegation wurden unter anderem die Bereiche Flüchtlingsarbeit, die Partnerschaftsarbeit am Beispiel der CEBIE-Kirche, das Diakonische Werk, die Ev. Kinderwelt und der neue Arbeitsbereich „Junge Kirche“ vorgestellt.

Foto: v.l. Superintendent Friedhelm Waldhausen; Michaela Eislöffel, Bürgermeisterin Dinslaken; Präses Dr. Thorsten Latzel; Hanna Maas, Pfarrerin Hünxe; Dirk Buschmann, Bürgermeister Hünxe; Dirk Haarmann, Bürgermeister Voerde; Assessorin Susanne Jantsch und Pfarrerin Kirsten-Luisa Wegmann

Info: Visitation

Visitationen haben in der Evangelischen Kirche eine lange Tradition. Bereits in den urchristlichen Gemeinden finden sich Ansätze von Visitation. Seit den Zeiten der Reformation gehört sie zu den Leitungsaufgaben der evangelischen Kirche. Die  Kirchenleitung nimmt auf diesem Wege die Aufgaben der Beratung, Leitung und Aufsicht wahr. Dabei geschieht die Visitation „im Geist gegenseitiger Wertschätzung und Ermutigung“.

Besuchsprogramm mit allen Stationen (die Delegation teilt sich in vier Gruppen auf)

Freitag:
Thema: Die Partnerschaftsarbeit im Kirchenkreis Dinslaken am Beispiel der CEBIE
Ort:  Gemeindehaus, Kirchengemeinde Walsum-Aldenrade)

Thema: Das Diakonische Werk: Die Diakonie als Anbieterin auf dem „Sozialmarkt“. Das Profil des DW im Kirchenkreis.
(Ort: Haus der Kirche, Dinslaken)

Thema: Krankenhausverband: Eine herausfordernde Verantwortung für Geschäftsführung und Aufsichtsrat.
(Ort: Ev. Klinikum Dinslaken)

Thema: Pfarrstellenrahmenvereinbarung: Auswirkungen der Veränderungen des Pfarrbildes auf den Beruf der/des Pfarrer.in und auf die presbyterial-synodale Leitungsverantwortung.
(Ort: Gemeindehaus Hiesfeld, Dinslaken)

Samstag:
Thema: Ev. Kinderwelt – ein moderner effizienter Verbund
(Ort: Kita Fröbelstr., Dinslaken)

Thema: Junge Kirche
(Ort: Gemeindehaus Friedrichfeld, Voerde)

Thema: Wo ist Kirche relevant für die Landwirtschaft?
(Ort: Bauernhof Hülsermann, Voerde)

Thema: Flüchtlingsarbeit
(Ort: Haus der Kirche, Dinslaken)

Text und Foto: Tanja Henkel

„Ich kann mich nicht erinnern, soviel Leid gesehen zu haben“

Notfallseelsorgerin der Region war im Katastrophengebiet –
Ev. Kirchenkreis Dinslaken spendet 10.000 Euro

Kerstin Pekur-Vogt muss schlucken. „Ich stehe nun seit 11 Jahren Menschen in akuten Notlagen bei, aber ich kann mich nicht erinnern so viel Leid gesehen zu haben“, erzählt die leitende Koordinatorin der Notfallseelsorge der Kirchenkreise Dinslaken, Moers und Wesel.  Sie war mit fünf Kollegen sechs Tage nach der Flutkatstrophe in Erftstadt-Blessem. Dem Ortsteil, wo die Fluten nicht nur unzählige Häuser überschwemmt haben, sondern Straßenabschnitte und Gebäude in den Tiefen eines riesigen Kraters verschwunden sind. „Wir haben die Menschen begleitet, als sie nach 8 Tagen das erste Mal ihre Häuser betreten durften. Den Geruch werde ich nie mehr vergessen. Es war eine Mischung aus verdorbenen Lebensmitteln, Schlamm und Öl.“, berichtet die Notfallseelsorgerin.

„Sie hatten Angst vor dem, was sie erwartet.“
Einer der ersten die Pekur-Vogt begleitet, ist eine junge Familie, die ihr Haus auf dem elterlichen Grundstück gebaut hat, wo auch das gemeinsame Heim der Eltern und der Großmutter steht. „Sie wollten Gewissheit haben, hatten aber auch Angst vor dem, was sie erwartet“, so die Helferin. Zudem hätten sie noch mit dem Erlebten zu kämpfen gehabt. Die 91-jährige Großmutter musste in einer dramatischen Rettungsaktion mit dem Hubschrauber aus dem Haus gerettet werden. Nach dem Besuch steht fest: Der Familie ist es so ergangen wie vielen. In beiden Häuser haben die Fluten gewütet. Es wird viel Kraft, Zeit und finanzielle Mittel brauchen, bis sie wieder in ihr gemeinsames Heim zurückkehren können. Zum Glück gibt es in Erftstadt-Blessem keine Toten und Vermissten zu beklagen. Aber es wurden unzählige Existenzen zerstört.

Ev. Kirchenkreis Dinslaken spendet 10.000 Euro
„Die Betroffenen benötigen derzeit vor allem finanzielle Hilfe“, berichtet die Notfallseelsorgerin So habe eine Frau unter Tränen berichtet, dass sie ihr Traumhaus aus Holz erst vergangenen Monat abbezahlt habe. Doch dieser Traum sei nun den Wassermassen zum Opfer gefallen. Genau wie sie, sind viele Betroffenen jetzt auf schnelle finanzielle Hilfe angewiesen. Deshalb stellt der  Evangelische Kirchenkreis Dinslaken zur Unterstützung der Flutopfer 10.000 Euro aus seinem Etat zur Verfügung. Das Geld geht an das Spendenkonto der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe und der Evangelischen Kirche im Rheinland. Diese Spendengelder werden den Menschen als Soforthilfe unbürokratisch zur Verfügung gestellt, damit sie schnell mit der Beseitigung von Schäden starten können.  Weitere Informationen zur Spende finden Sie hier: Spende 

Diakonie hilft Flutopfern schnell und unbürokratisch

Vier Millionen Euro Soforthilfe von Diakonie und Kirche – Große Spendenbereitschaft für Menschen in Flutgebieten

Die evangelische Kirche und die Diakonie stellen in einem ersten Schritt vier Millionen Euro für die Betroffenen der Flutkatastrophe in Westdeutschland bereit. Die Soforthilfen werden über das Diakonische Werk Rheinland-Westfalen-Lippe (Diakonie RWL), verteilt. „Wir sind überwältigt von der enormen Solidarität der Spenderinnen und Spender“, sagt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie. „Dank der großartigen Unterstützung können wir sofort damit beginnen, das große Leid der Menschen in den Flutgebieten zu lindern.“

Der Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe, Martin Keßler, ergänzt: „Wir zahlen zunächst unbürokratisch finanzielle Hilfen aus, damit die Menschen die größte Not der kommenden Tage überstehen.“ Mit den Bargeldauszahlungen können die Betroffenen selbst entscheiden, was sie am dringendsten benötigen. Die Auszahlungen können für technisches Gerät zur Beseitigung der Flutschäden ebenso eingesetzt werden wie für eine Unterbringung, weil das eigene Haus unbewohnbar ist, Lebensmittel oder Hausrat.

Diakonie RWL: Angebote für Kinder schaffen

Ein weiterer Schwerpunkt der Hilfe können Freizeit-Angebote für Kinder und Jugendliche sein. „Die Kinder haben dramatische Szenen miterlebt und müssen nun zwischen den Trümmern auf der Straße spielen. Viele Kitas und Schulen sind zerstört“, sagt Christian Heine-Göttelmann, Vorstand der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. „Wir möchten ihnen gezielt Angebote machen, etwa indem wir uns gemeinsam mit unseren Trägern bemühen, Jugendfreizeiten zu organisieren und den Kindern bei Bedarf mit psychologischer Unterstützung dabei helfen, ihre schlimmen Erlebnisse zu verarbeiten.“

Foto: Hans Braxmeier_Pixabay

Der Ev. Kirchenkreis Dinslaken bittet um Spenden für die Hochwasseropfer

Die Bilder, die das Ausmaß der Zerstörungen in den betroffenen Gebieten zeigen, sind auch jetzt Tage nach der Hochwasserkatastrophe erschütternd. Mit der Hilfe von unzähligen Freiwilligen versuchen die Betroffenen derzeit den Schlamm, Bauschutt und Müll zu beseitigt. Jetzt benötigen die Menschen vor Allem finanzielle Hilfe. Deshalb haben das Diakonische Werk Rheinland-Westfalen-Lippe (Diakonie RWL), die Evangelische Kirche im Rheinland und die Evangelische Kirche von Westfalen ein gemeinsames Spendenkonto eingerichtet für Menschen, die besonders schwer von der Katastrophe betroffen sind.  Das Konto bei der KD-Bank lautet:

Empfänger: Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. – Diakonie RWL
IBAN: DE79 3506 0190 1014 1550 20
Stichwort: Hochwasser-Hilfe

Weitere Spendenmöglichkeiten finden Sie unter www.diakonie-rwl.de/hochwasser-hilfe

„Unsere Mitarbeitenden berichten von dramatischen Situationen und verzweifelten Menschen vor Ort. Wir müssen jetzt unkompliziert und pragmatisch jenen helfen, die alles verloren haben“, sagt Thomas Oelkers, Vorstand der Diakonie RWL. In dieser Extremsituation zeige sich Solidarität und sozialer Zusammenhalt, so Oelkers. „Die Diakonie RWL stellt deshalb als Soforthilfe 100.000 Euro zur Verfügung.“

„Ich bin tief erschüttert von den schrecklichen Bildern und Nachrichten, die uns aus den Gemeinden erreichen“, sagt Präses Dr. Thorsten Latzel. Der leitende Geistliche der Evangelischen Kirche im Rheinland appelliert: „Ich rufe alle Christinnen und Christen auf: Beten Sie für die Menschen, die im Augenblick so schrecklich leiden müssen.“

Foto: Hans Braxmeier/ Pixabay

#sommertourderhoffnung rollt ins Ziel: Präses Latzel in Wesel angekommen   

Von schweren Beinen und vollen Herzen: Fazit als Videobotschaft

Wesel/Düsseldorf (13. Juli 2021). „Unsere Beine sind schwer und unser Herz ist voll“, sagt Präses Thorsten Latzel. Nach mehr als 600 Kilometern auf dem Rad haben sein Begleitteam und er den Weseler Willibrordi-Dom erreicht. Acht Tage war Thorsten Latzel bei seiner #sommertourderhoffnung auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland unterwegs, hat vom Saarland bis zum Niederrhein Gemeinden besucht und erlebt, wie Menschen sich gemeinsam auf den Weg machen. „Das gibt mir Mut für das Kommende.“

Er wolle Hoffnungsgeschichten von Menschen hören, hatte der neue Präses zu Beginn seiner Tour angekündigt. Auf der Zielgeraden tritt er noch einmal kräftig in die Pedale und fasst in einer Videobotschaft zusammen, was er in den zurückliegenden Tagen in Gesprächen und Begegnungen über das Hoffen gelernt hat. Hoffen könne man nur mit anderen Menschen zusammen: „Es braucht viele zum Hoffen“, sagt Präses Thorsten Latzel. Zum Hoffen brauche es überdies gute Orte, Orte der Hoffnung, „Orte, wie unsere Kirche sie vorhält, wo man spürt, dass man auf andere Ideen und Gedanken kommt“. Und: Zum Hoffen brauche es Gott, „jemanden, dem ich danken kann, dem ich klagen kann, jemanden, der mir hilft, den Blick zu weiten“.

Was die Hoffnung stärkt
Hoffen habe viel mit innerer Widerstandskraft zu tun, mit einer Trotzhaltung, sich nicht einfach von außen bestimmen zu lassen, betont Präses Latzel. Nicht aufzugeben, zu beißen, weiterzumachen – „das stärkt unsere Hoffnung wider allen Augenschein“.

Die Route – in acht Etappen
Die #sommertourderhoffnung führte vom 6. bis 13. Juli in acht Tagesetappen von der Saarbrücker Ludwigskirche über Idar-Oberstein, Bacharach, Koblenz, Wershofen, Swisttal, Solingen und Moers zum Weseler Willibrordi-Dom.

Autorin und Kontakt: Cornelia Breuer-Iff, stv. Pressesprecherin, cornelia.breuer-iff@ekir.de, Telefon 0211 4562-423

Lauter, freier und kreativer werden

Synode des Ev. Kirchenkreises Dinslaken diskutierte neues Leitbild von Kirche

Bei der Synode des Ev. Kirchenkreises Dinslaken ging es am vergangenen Samstag um Grundlegendes: Ein neues Selbstverständnis von Kirche. Die Mitgliederzahlen sind rückläufig. Die Zeit als Volkskirche ist vorbei. „Missionarisch Volkskirche sein“ war gestern. Es reicht nicht mehr, mit geringer werdenden Mitteln, das Bisherige zu erhalten.  Das Impulspapier der Ev. Kirche im Rheinland (EkiR) „Lobbyistin der GOTT-Offenheit“ hat Thesen formuliert zu einer Kirche von morgen, die seither sehr kontrovers diskutiert werden. Dr. Volker Haarmann, vom Dezernat Theologie der Rheinischen Landeskirche hat diese Thesen bei der Videokonferenz der Delegierten der acht Gemeinden des Ev. Kirchenkreises Dinslaken am 29. Mai vorgestellt.

GOTT-offen, Teamplayerin, Agentin des Wandels

Drei Hauptstichworte waren: Lobbyistin der GOTT-Offenheit, Teamplayerin und Agentin des Wandels. Eine Kirche, die Gottoffenheit stark macht, wirbt für die neugierige Frage nach Gott und bringt christliche Werte und biblische Perspektiven in die politische und gesellschaftliche Diskussion ein. Als bündnisfähige Teamplayerin soll Kirche Kontakt suchen zu anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften oder gesellschaftlichen Akteuren. Wo immer möglich, soll Kirche so gemeinsame Werte stark machen und vertreten. Aktuelle Beispiele dazu sind etwa die Teilnahme bei Fridays for Future oder das Engagement bei United4Rescue.  Als Agentin des Wandels soll Kirche sich für Nachhaltigkeit einsetzen. Eine „Ethik des Genug“ soll als Alternative zum aktuellen Wachstumsdenken stark gemacht werden.

„Die Zeit ist günstig für einen Aufbruch.“

Diese Thesen verstehen sich nicht als fertige Vision. Die Teilnehmer*innen der Kreissynode, die in Kleingruppen darüber diskutierten, empfanden die ehrliche Bestandsaufnahme und die Aufbruchstimmung des Papiers als wohltuend. Angesichts der sich teilweise breit machenden Trauer über den Verlust von Vertrautem ermutigt das Papier, Neues zu wagen. Neue Koalitionen genauso wie z.B. neue Formen bei Trauungen, Taufen oder Bestattungen. „Und die Zeit“ so betonte Haarmann abschließend, „die Zeit ist günstig für einen Aufbruch – gerade jetzt wo wir so viel Veränderung durch die Coronakrise erleben.“

Personelles

In seinen weiteren Verhandlungen beschloss die Synode vor allem Personelles. So verabschiedete sie einstimmig, dass zur nächsten Wahl des Superintendenten im nächsten Jahr das Amt des Superintendenten als Hauptamt eingerichtet werden soll. Viele Kirchenkreise der EKiR gehen dazu über, dass der Superintendent nicht mehr ein Inhaber einer Pfarrstelle ist, aus der heraus er oder sie dann zu 100% die Aufgaben des Superintendenten wahrnimmt. Vielmehr wird er direkt auf die Stelle des Superintendenten gewählt. Der Vorteil ist, dass er nicht mehr durch eine Entlastungskraft in der ursprünglichen Pfarrstelle vertreten werden muss. Bei hauptamtlichen Superintendenten ist der Kreis derer, die sich bewerben können nicht mehr auf den Kirchenkreis beschränkt, sondern kann rheinlandweit erfolgen.

Und schließlich wurde noch personelle Veränderungen bekannt gegeben: Tanja Henkel wird ab 1.7. die Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenkreises mit einer halben

Stelle verstärken. Die gelernte Kommunikationswissenschaftlerin und Redakteurin wird vor allem die Präsenz von Kirchenkreis, Diakonie und Kinderweltin den Social Media-Kanälen auf- und ausbauen und die bestehenden Aktivitäten koordinieren.

Außerdem wurden der Synode vorgestellt: Daniela Frank als neue stellvertretende Geschäftsführerin und pädagogische Leitung der Ev. Kinderwelt und Monika Flock als ihre Stellvertreterin. Frank folgt der im März in den Ruhestand getretenen Monika Engfer. Daniela Frank und Monika Flock sind beide schon lange bei der Ev. Kinderwelt in anderen Positionen tätig gewesen.

Fotos: Henkel: privat; Frank und Flock: Levin