Machen Sie mit bei der Aktion „Silent Cross“

Unser Kirchenkreis unterstützt die Aktion „Silent Cross-Kreuze der Solidarität“ des Bündnisses Dinslaken und ruft zur Teilnahme auf

Das überparteiliche bürgerliche Bündnis Dinslakener Bürger, dem auch der Evangelische Kirchenkreis Dinslaken sich angeschlossen hat,  unterstützt die Aktion Silent Cross – Kreuze der Solidarität die am 23.01.2022  begonnen hat und ruft zur Teilnahme auf. Bei der Mitmach-Aktion haben Bürger  selbst mitgebrachte Kreuze und Grablichter auf der Wiese vor der Stadthalle Dinslaken aufgestellt. Bislang sind schon rund 60 Kreuze platziert worden. Es ist aber noch Platz für mehr, deshalb können auch noch in den folgenden Tagen Kreuze hinzugefügt werden.

Mit den Kreuzen sollen die Opfer der Pandemie sichtbar gemacht und ihrer gedacht werden. Da stehen natürlich jene, die ihr Leben oder ihre Gesundheit oder die Liebsten verloren haben, an erster Stelle. Dennoch soll auch Solidarität mit jenen bekundet werden deren berufliche Existenz bedroht oder zerstört ist und mit denen, die nach wie vor überlastet werden- Pflegekräfte, Ärztinnen und Polizisten, allein Erziehende, Verkäuferinnen, Ordnungsbeamte und viele mehr.

Da für viele Menschen das Kreuz auch ein Symbol der Hoffnung ist, sind auch solche Kreuze willkommen, die mit der Hoffnung auf ein Ende der Pandemie und ein normales Leben verbunden sind.

Wir bitten darum, sich nach dem Aufstellen der Kreuze nicht mehr lange aufzuhalten, um große Menschenansammlungen zu vermeiden.

Corona-Pandemie: Bewegende Worte von Krankenhaus-Seelsorgerin Petra Schorberger-Waldhausen

Mehr als 600 Menschen waren auf der Auftaktveranstaltung des Dinslakener Bündnis am vergangenen Montag. Vertreter von Parteien, Kirchen und Organisationen zeigten zusammen mit den Bürgern ihre Solidarität mit Leidtragenden der Corona-Pandemie. Neben Bürgermeisterin Michaela Eislöffel nahm auch Krankenhaus-Seelsorgerin Petra Schorberger-Waldhausen in einer bewegenden Rede Stellung. Anbei der Redebeitrag zum Nachlesen:

Zunächst möchte ich mich bedanken, dass ich heute Abend hier sprechen darf.
Ich bin  gebeten worden, dies als Krankenhauspfarrerin in den beiden Krankenhäusern in Dinslaken zu tun.

Die letzten beiden Jahre waren in den Krankenhäusern natürlich von der Pandamie bestimmt.

Die Medien haben des öfteren davon berichtet.
Die ersten Wellen waren für mich von großer Verunsicherung im Krankenhaus geprägt: wir waren völlig unvorbereitet für das, was kommen würde.  Es herrschte Mangel: genähte Masken wurden organisiert, viele Hände  haben ihre letzten Baumwollreste vernäht, Gummiband war ausverkauft, es war nicht ausreichend Schutzkleidung für das Personal vorhanden,
Viele PatientInnen sind gestorben, das Pflegepersonal hat sich alle erdenkliche Mühe gegeben, sind z.T. selbst erkrankt am Virus, manche haben bis heute noch mit den Folgen der Erkrankung zu tun. BesucherInnen durften nicht in die Häuser. Das war bitter für alle Beteiligten, insbesondere für die Sterbenden und ihre Angehörigen, aber unvermeidbar…
Und trotzdem, Ärzte, medizinisches und  das gesamte Personal, auch wir Seelsorgenden haben versucht zu tun, was möglich war an Begleitung.
Soweit möglich, musste niemand allein sterben.  Ehefrauen, selbst an Covid erkrankt, deren Ehemänner gestorben sind, habe ich unterstützt, Sterbende begleitet.

Wie froh waren wir, als wir ausreichend Schutzkleidung bekamen und welch große Erleichterung haben dann die ersten Impfungen gebracht für alle Mitarbeitenden im Krankenhaus, angefangen bei den Putzkräften bis hin zu den Krankentransporten. Für uns alle war die Impfung ein Segen.
Wir waren dankbar für die schnelle Entwicklung von Impfstoffen, und konnten wieder – bei aller Vorsicht unbefangener mit den Erkrankten umgehen, ohne Angst selbst infiziert zu werden oder das Virus weiterzutragen.

So ging  es auch mit der zweiten und dritten Impfung, die wir recht früh bekommen konnten.

In den unsichersten Zeiten waren keine Besuche möglich, verschiebbare OPs wurden verschoben. Trotzdem habe ich auf den Stationen erlebt, dass Angehörige zu Sterbenden kommen durften, wenn eben möglich,  wenn auch zum Schutz von Angehörigen und Personal eingeschränkter.
Auch in dieser Zeit gab es viel Verunsicherung, auch für mich. Das Virus ist und bleibt unberechenbar.
Das erleben wir ja in den letzten Wochen überall auf der Welt.
Waren die Infektionszahlen noch vor zwei Monaten z.B. in Spanien sehr niedrig, steigen sie in den letzten Wochen durch die Virusvarianten – jetzt Omikron – wieder rasant.
Zum Glück, das kann man auch in den Medien verfolgen ist nur in seltenen Fällen ein Krankenhausaufenthalt notwendig.

Trotzdem bleibt die Sorge, wie es weitergeht.

Heute zeigt sich eher die Problematik in der kritischen Infrastruktur auch im Krankenhaus:

Kann die Versorgung der Kranken aufrecht erhalten bleiben?
Nur gegenseitige Rücksichtnahme, Vorsicht im Kontakt und Impfung sind unabdingbar, damit der Krankenhausbetrieb und alle Versorgungsbetriebe, die zum täglichen Leben – ja Überleben gebraucht werden-   sei es Energie und Wasser, Lebensmittelversorgung, weiterlaufen kann.

Die Einblicke in die  Krankenhäuser, als einerseits im System Krankenhaus Mitarbeitende, aber doch auch von außen Schauende, haben meine Einstellung zur Pandemie natürlich stark beeinflusst.
Ich habe Kontakt zum Personal, zu den Kranken, zu den Besuchenden.
Ich habe Verständnis für Angehörige, die ihre Lieben intensiver länger und öfter als vorgeschrieben, besuchen möchten.
Ich habe Verständnis für die Probleme der Mitarbeitenden in diesen Zeiten, die zu Hause ihre Kontakte haben, sich anstecken können.
Ich habe kein Verständnis für BesucherInnen, die ihren Unmut an Mitarbeitenden auslassen.
Ich habe bedingt Verständnis für Menschen, die sich nicht impfen lassen möchten, aus welchen Gründen auch immer, wenn sie  mit dieser Haltung rücksichtsvoll anderen Menschen gegenüber sind.
Ich habe kein Verständnis für Menschen, die Corona leugnen und rücksichtslos diese Haltung leben.
Und ich habe erst recht kein Verständnis für Haltungen, die Pandemie benutzen, für ihre menschenverachtende, gewalttätige Gesinnung.
Ich denke es ist vielmehr notwendig, in guter Abwägung zu handeln.
Neben der Sorge, hier bei uns, dass die kritische Infrastruktur aufrecht erhalten bleiben kann,  hoffe ich sehr, dass die weltweite Situation der Pandemie nicht  aus dem Blick verloren geht. Auch wenn das Auswärtige Amt am 7. 1. 2022 berichtet,, dass Deutschland sich schon früh stark gemacht hat für eine gemeinsame und solidarische Antwort auf die global weiterhin virulente Pandemie und das Thema auch prominent auf die Agenda der G7-Staaten gesetzt wurde, denen Deutschland ab dem 1. Januar vorsitzt.

Konkret soll es dabei um die Stärkung der internationalen Gesundheitsarchitektur und eine nachhaltige globale Impfstoffgerechtigkeit gehen.
Zum Schluss möchte ich einige Regeln unseres Präses Thorsten Latzel zitieren, der auf eindrückliche Weise 7 Goldene Regeln formuliert hat, wie wir über Corona diskutieren sollten

Sieben goldene Regeln, wie wir über Corona diskutieren sollten

  1. Wir reden nicht übereinander als „die Geimpften“ und „die Ungeimpften“, sondern wertschätzend als Menschen mit Menschen – gerade auch dann, wenn wir anderer Meinung sind.
    Das ist ein Gebot der Feindesliebe, die in der oder dem anderen immer mehr sieht als den Träger einer Eigenschaft.
  1. Jede und jeder muss die Möglichkeit haben, die eigene Meinung gesichtswahrend zu ändern.
    Wir befinden uns in einem gemeinsamen Lernprozess und unter hoher Belastung. Wir werden auch nach der Pandemie weiter als Angehörige, Freundinnen, Kollegen miteinander umgehen müssen.
  1. Wir gehen von öffentlich geteilten, wissenschaftlichen Erkenntnissen aus.
    Ob die Erde rund ist, klärt die Physik, wie wir Viren behandeln können, Medizin und Virologie. Hier gibt es kein weltanschauliches oder religiöses Sonderwissen – im Gegenteil hilft Glaube, wohlbegründeten Erkenntnissen von Fachleuten zu vertrauen.
  1. Wissenschaftler-/innen können sich irren, das gehört zum wissenschaftlichen Erkenntnis-Prozess.
    Dies kann aber nur im gemeinsamen, öffentlichen Diskurs aufgrund von überzeugenderen, wissenschaftlichen Argumenten geklärt werden, nicht in abgesonderten Internetforen oder Chatgruppen.
  1. Wir respektieren die Menschen, die in der Krise besondere öffentliche Verantwortung tragen.
    Die Abwägung von Gesundheitsschutz und Grundrechtseinschränkungen ist oft schwierig und muss öffentlich diskutiert werden. Dazu haben wir Meinungsfreiheit und eine demokratisch funktionierende Gewaltenteilung.
  1. Wir widersprechen allen, die andere diffamieren, Ängste schüren oder gar zu Gewalt aufrufen.
    Über Ängste und Sorgen müssen wir miteinander reden. Hass und Gewalt beginnen jedoch oft schon bei der Sprache – dafür gibt es keine Rechtfertigung, nicht bei Corona und auch nicht sonst.
  1. „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch!“ (Matt 7,12)
    Die goldene Regel gewinnt in Pandemie-Zeiten nochmals besondere Bedeutung, auch für die Frage, wie wir uns gegenseitig am besten schützen können.

Ich danke für ihre Aufmerksamkeit – Bleiben Sie zuversichtlich und behütet.

 

 

 

Landessynode klagt an: An den Grenzen Europas wird Recht offen gebrochen

Die Kreissynode unseres Kirchenkreises hatte sich im Herbst mit einem Antrag an die Landeskirche dafür stark gemacht, dass u.a. neue Aufnahmeprogramme für Flüchtlinge von den griechischen Inseln und von der bosnisch-kroatischen Grenze gestartet werden. Nun hat die Landessynode heute folgende Positionierung beschlossen:

Düsseldorf (20. Januar 2022). Die derzeit tagende Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland zeigt sich besorgt über die anhaltend dramatische Notlage Geflüchteter an den Außengrenzen Europas. Schutzsuchende auf dem Balkan, in Griechenland, im Grenzgebiet von Polen zu Belarus und im französischen Calais unter erbärmlichen Bedingungen festzuhalten, widerspreche allen humanitären und rechtlich garantierten Standards. Nothilfe und die sofortige Aufnahme von Schutzsuchenden in solchen Notsituationen seien dringend geboten.

An den Grenzen der Europäischen Union (EU) werde Völkerrecht offen gebrochen, würden Menschenrechte verletzt. Die Landessynode hat deshalb die Kirchenleitung aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass Push-Backs, „die Zurückweisungen von Geflüchteten insbesondere an der polnisch-belarussischen Grenze, der bosnisch-kroatischen Grenze, an der griechisch-türkischen Grenze, im Mittelmeer, aber auch in Spanien an der Grenze zu Marokko, in Zypern und Ungarn sofort beendet werden“. Zunehmende Unmenschlichkeit mitten in und an den Grenzen Europas sei bedrückend, heißt es in einem Bericht zum Flüchtlingsschutz an den EU-Außengrenzen, der der Landessynode vorliegt. Die Situation der notleidenden Menschen verschlimmere sich weiter. „An den Grenzen gibt es nach wie vor Tote, zu viele Tote.“

Aufenthaltsperspektive für Afghaninnen und Afghanen
Von Bund und Ländern fordert die Landessynode die schnelle Umsetzung eines Bundesaufnahmeprogramms für Afghaninnen und Afghanen sowie Landesaufnahmeprogramme für Angehörige bereits in Deutschland lebender Afghaninnen und Afghanen. Die Evakuierung solle fortgesetzt und Ortskräften und deren Familien, Journalistinnen und Journalisten, Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten sowie weiteren am Aufbau eines demokratischen Afghanistans Beteiligten Aufenthaltserlaubnis erteilt werden. Bereits in Deutschland lebenden Afghaninnen und Afghanen sei eine sichere Aufenthaltsperspektive zu bieten und ein schneller Familiennachzug zu ermöglichen.

Kritik am flüchtlingspolitischen Diskurs im Wahlkampf
Kritik äußert der Bericht am flüchtlingspolitischen Diskurs zur Lage in Afghanistan während des Bundestags-Wahlkampfs im vergangenen Jahr. Die immer wiederkehrende rhetorische Figur „2015 darf nicht nochmal passieren“ schüre Ängste und spreche insbesondere Menschen an, die Migration ablehnen oder Vorbehalte haben. Dabei sei die Aufnahme von insgesamt 890.000 Menschen aus Syrien „eine große Erfolgsgeschichte“ gewesen, die von Humanität und Hilfsbereitschaft erzähle. „Bereits nach fünf Jahren waren mehr als die Hälfte der Geflüchteten zwischen 18 und 64 Jahren in den Arbeitsmarkt integriert“, erinnert das Papier.

Die EU fällt immer wieder hinter ihre eigenen Ansprüche zurück
Fluchtursachen müssten endlich wirksam bekämpft, die Ursachen von Bürgerkrieg, Armut, Terror, Bildungsmangel, Klimawandel und religiöser Verfolgung angegangen werden. „Dies würde einen Abbau von ungerechten Handelsbeziehungen bedeuten, eine ausgeprägte Menschenrechts- und Friedensarbeit, internationale Abrüstung inklusive Waffenexportverboten und einer nachhaltigen Stärkung der Entwicklungszusammenarbeit.“ Die Europäische Union falle jedoch in all diesen Bereichen regelmäßig hinter ihre eigenen Ansprüche und Willensäußerungen zurück, kritisiert der Bericht. „Stattdessen werden EU-Außengrenzen befestigt und Flucht nach Europa wird verhindert.“

Autorin: Cornelia Breuer-Iff

Vier Delegierte unseres Kirchenkreises Dinslaken bei der Landessynode

Dinslaken/Düsseldorf. Zum zweiten Mal muss die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland digital stattfinden. Auch die vier Delegierten des Evangelischen Kirchenkreises sind per Laptop und Beamer zugeschaltet. Täglich von 9 bis teilweise 21 Uhr wird in den Ausschüssen diskutiert und in der Plenarsitzung debattiert. Das oberste Leitungsgremium der rheinischen Kirche tagt seit Sonntag bis Donnerstag, 20. Januar 2022. 199 Vertreterinnen und Vertreter aus 37 Kirchenkreisen sind stimmberechtigt.

Seelsorge steht als Thema im Mittelpunkt der 75. ordentlichen Tagung der Landessynode: #seelsorgeistda. So wird eine Perspektivschrift zur Zukunft der Seelsorge verabschiedet, die in ihrem Kern die Relevanz der Seelsorge als kirchliches Handlungsfeld herausstellt und Wege aufzeigt, wie diese auch künftig in einer kleiner werdenden Kirche, mit weniger Geld und Personal, präsent sein kann. „Seelsorge ist die Muttersprache unserer Kirche, die Kommunikation der Liebe Gottes“, erklärt Oberkirchenrätin Barbara Rudolph. „Um das auch in Zukunft zu gewährleisten, müssen wir verstärkt auf den Grundsatz vom Priestertum aller Gläubigen zurückgreifen und Gemeindemitglieder zur Seelsorge untereinander stärken – aber mit professioneller Begleitung.“ Von 1774 Pfarrinnen und Pfarrern insgesamt sind 1123 (63,3 Prozent) in der Gemeindeseelsorge tätig. 163 Pfarrpersonen (etwa neun Prozent) arbeiten in speziellen Seelsorgefeldern. Größter Bereich sei dabei mit 96 Pfarrpersonen die Seelsorge im Gesundheitswesen, also in Krankenhäusern, in Psychiatrischen Kliniken und Kliniken des Maßregelvollzugs, in Altenheimen und Hospizen.

„Innenminister Reul berichtete sehr bewegt von seinen guten Erfahrungen mit der Seelsorge bei Notfällen, die ihm die Bedeutung dieser Arbeit nahe gebracht hat“, berichtet die Delegierte Marlies Schwinem. „Diese seelsorglichen Spezialfelder zu stabilisieren ist wichtig“, betont Superintendent Waldhausen, „aber es gilt auch die Seelsorge durch ehrenamtliche Kräfte auszubauen und diese dann professionell zu begleiten.“ Auch die Arbeit in den Ausschüssen sei, so Waldhausen weiter, sehr bereichernd gewesen, vor allem für das große Thema „Klimaschutz auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität“. An den dort erarbeiteten Ergebnissen könnten die Gemeinden vor Ort gut weiterarbeiten.

Weitere Berichte, Videos oder Live-Übertragungen finden Interessierte unter www.ekir.de/landessynode .

Foto: Ruth Levin

 

Dinslakener Bündnis will ein Zeichen setzen

Dinslaken. In Anlehnung an die am vergangenen Montag stattgefundene Mahnwache für die Corona-Toten und zur Solidaritätskundgebung für Pflegekräfte, lädt ein breites Bündnis für eine tolerante und demokratische Stadtgesellschaft, dem auch der Evangelische Kirchenkreis Dinslaken und der Eine Welt Laden Dinslaken angehören, an diesem Montag, 17.01.22, um 19 Uhr zu einer Auftaktveranstaltung auf dem Rathausplatz in Dinslaken ein.  Bei der angemeldeten Zusammenkunft, die unter Einhaltung der Corona-Regeln stattfindet, sind unter anderem Wortbeiträge der Bürgermeisterin Michaela Eislöffel, eines Mediziners, Vertretern von Sozialverbänden und kulturelle Beiträge geplant. Künftig sind noch weitere Veranstaltungen und Aktionen wie beispielsweise eine Menschenkette um das Rathaus vorgesehen. Mit diesen Aktionen will das Dinslakener Bündnis Zeichen setzen.

Verwaltungen der Kirchenkreise Dinslaken und Duisburg werden kooperieren

Superintendent Waldhausen lädt 25. Januar zu einer Info-Veranstaltung zum Thema ein

Macht es Sinn, eine übergreifende Verwaltung der beiden Kirchenkreise Duisburg und Dinslaken zu errichten? Die beiden zuständigen Kreissynodalvorstände haben dies in den vergangenen Monaten prüfen lassen. Die Geschäftsführungen kamen gemeinsam mit Abteilungsleitungen und Mitarbeitenden zu dem Ergebnis: ja, es ist sinnvoll und für die Zukunft einer sich verändernden Kirche erforderlich.
Eine gemeinsame Verwaltung wird dann zuständig sein für die Kirchengemeinden, Kirchenkreise, ihrer Dienste, Einrichtungen und Verbände. Die rechtliche Grundlage dafür bildet  § 4 des Verwaltungsstrukturgesetzes.

Die Kreissynoden Dinslaken und Duisburg werden auf ihren Tagungen im Sommer 2022 um einen Beschluss gebeten, bei der Kirchenleitung die Gründung einer solchen gemeinsamen Verwaltung zu beantragen. Start einer solchen gemeinsamen Verwaltung wäre dann der 1. Januar 2023.

Superintendent Friedhelm Waldhausen lädt im Namen des Kreissynodalvorstandes Dinslaken die Mitglieder der Kreissynode, interessierte Mitglieder aus den Presbyterien, die Mitarbeitenden des Verwaltungsamtes sowie andere Interessierte zu einer digitalen Info-Veranstaltung zum Thema ein. Dort können die Teilnehmenden ihre Anfragen und Hinweise formulieren. Die Infoveranstaltung bereitet somit eine Beschlussfassung auf der Kreissynode am 11. Juni 2022 vor.

Mit dem folgenden Link können Sie sich in die Info-Veranstaltung am Dienstag, 25. 1. 2022 um 19 Uhr zuschalten. Eine Einwahl ist ab 18.30 Uhr möglich:
LINK ZUR VIDEO-VERANSTALTUNG

 

Engagiert für Achtung, Ökumene und Respekt
Am 26. November 2021 wird Pfarrer Jan Christofzik vom Ev. Schulreferat verabschiedet

Am 26. November 2021 wird Pfarrer Jan Christofzik, Referent des Ev. Schulreferates Duisburg / Niederrhein vom Moerser Superintendenten Wolfram Syben von seinem Dienst entpflichtet. Der Gottesdienst in der Ev. Christuskirche, Friedrich-Heinrich-Allee 22, 47475 Kamp-Lintfort, beginnt um 13 Uhr. Anmeldungen sind möglich unter schulreferat-duisburg-niederrhein.de. Es gelten die aktuellen Hygieneregeln.

Stationen auf dem Weg 

Jan Christofzik wurde 1961 geboren, einer Zeit, in der evangelische und katholische Kinder mancherorts nicht miteinander spielen durften und am Jungengymnasium von einzelnen Lehrern noch geschlagen wurden. Wenn der Schulreferent jetzt in den vorgezogenen Ruhestand geht, hat er genau das Gegenteil dessen weitergegeben: achtungsvolle Pädagogik, ökumenische Verständigung und den respektvollen Umgang zwischen den Menschen.
Das lag auch an dem guten Konfirmationsunterricht, den er bei einem Weseler Pfarrer erlebte. „Wir haben nicht nur gelernt, sondern z.B. Flohmärkte organisiert und die Einnahmen an diakonische Einrichtungen wie Hephata weitergegeben.“ Zur Auseinandersetzung mit dem Glauben führte ihn der Religionsunterricht in der Oberstufe, der von einer Pfarrerin erteilt wurde. Er studierte Theologie an der Kirchlichen Hochschule in Bethel und an der Marburger Universität. Dort, als wissenschaftliche Hilfskraft, prägten ihn ökumenische Erfahrungen und die Auseinandersetzung mit der Befreiungstheologie Lateinamerikas. Ein Sondervikariat führte ihn in seiner praktischen Lehrzeit als Pfarrer 1987 als Seelsorger in die JVA Duisburg.  Bei seiner nächsten Station in Wanheim begleitete den jungen Vikar  Pfarrer Dr. Okko Herlyn fachlich. Anschließend ging er als Schulpfarrer nach Neuwied, übernahm später für acht Jahre eine Pfarrstelle in Duisburg-Neumühl, bevor er im Jahr 1999 Schulpfarrer am Willy-Brandt-Berufskolleg in Rheinhausen wurde. Seitdem arbeitet er, zumeist in leitender Funktion, im Kuratorium der Ev. Beratungsstelle Duisburg/Moers mit, die Menschen psychologische Beratung in Erziehungs-, Familien-, Ehe- und Partnerschafts-, Schwangerschafts- und Lebensfragen anbietet.

Ab 2010: engagiert für Schüler:innen und Lehrende

Im Jahr 2010 wurde er gebeten, Referent im neu gegründeten Ev. Schulreferat Duisburg / Niederrhein zu werden mit Zuständigkeit für die Schulen im gesamten Kreis Wesel. „Wir unterstützen die Schulen mit religionspädagogischen Fortbildungen. Auf dem Hintergrund unseres christlichen Menschenbildes konnten wir dort auch die ‚erste Hilfe für die Seele‘ installieren“, erklärt Christofzik. „Dieses Angebot soll Schülerinnen, Schülern und Lehrenden helfen, mit Notfällen in der Schule zurechtzukommen.“  Er hat Lehrende an Grundschulen weitergebildet, als es darum ging, dass Religionsunterricht auch konfessionell kooperativ von evangelischen oder katholischen Lehrerinnen und Lehrern erteilt werden kann. Ein großes Thema seien die Moerser Inklusionstage gewesen: Gemeinsam mit der GEE – Pädagogische Akademie aus Duisburg, den Grundschulen des gemeinsamen Lernens, der Hauptschule und Förderschulen wurden mit bis zu 180 Lehrerinnen mehrere Fachtagungen für die Lehrerinnen und alle pädagogisch Mitarbeitenden erfolgreich durchgeführt, freut sich der 60-Jährige. Einen festen Bestandteil seiner Arbeit bildeten auch die Reisen nach Israel/Palästina. „Das waren Studienreisen für Lehrerinnen und Lehrer aller Fächer, bei denen die Mitreisenden mit den verschiedenen Kulturen im Land sowie der konflikthaften Situation vor Ort konfrontiert wurden. Sie lernten viele Menschen kennen, die Frieden wollen, z. B. jüdische und arabische Israelis, orthodoxe Rabbiner aus Haifa und Christen in Bethlehem. Diese Begegnungen prägen die Kolleginnen und Kollegen und machen sie sprachfähiger im Unterricht.“
Diese Arbeit will er im Ruhestand fortsetzen. Auch dem Jerusalemverein bleibt er als so genannter Vertrauensmann erhalten. Schließlich wird er seine gewonnene Zeit im Haus Esselt in Hünxe, dem Otto Pankok-Museum, als Vorsitzender der Otto-Pankok-Gesellschaft, einbringen.

Nachfolgerin wird zum neuen Schulhalbjahr im Februar 2022 Pfarrerin Annette Vetter.

Kreissynode tagt am 5./6. November

Schwerpunktthema „Junge Kirche“
In der Ev. Kirche ist sie Thema: die Stärkung junger Menschen in den Kirchengemeinden. Jüngst hat die Ev. Kirche im Rheinland (EKiR) in ihrem Positionspapier 2030 diese Stärkung explizit festgelegt. Ein erster Schritt ist, dass jedes Presbyterium in der EkiR seit März 2021 zusätzlich einen oder zwei junge Menschen zwischen 14 und 27 Jahren berufen soll. Jugendliche sollen in den Leitungsgremien mit diskutieren und ihre Perspektive einbringen. Die acht Gemeinden des Kirchenkreises haben das größtenteils schon umgesetzt oder sind gerade dabei. Das wird die Gemeinden verändern.

Die Kreissynode des Ev. Kirchenkreises Dinslaken, die am 5./6. November im Ev. Gemeindehaus an der Duisburger Straße in Dinslaken tagt, geht mit der Stärkung der Jugendarbeit sogar noch einen Schritt weiter. Pfr. Marco Dennig, Vorsitzender des Fachausschusses für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, wird den Synodalen das Konzept „Junge Kirche“ vorstellen. Er hat es zusammen mit Nicole Seidenstücker von der kreiskirchlichen Koordinierungsstelle Jugend und den Mitgliedern des Fachausschusses erarbeitet. Dieses Zukunftskonzept für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen versammelt viele Ideen auch jenseits der üblichen Pfade gemeindlicher Jugendarbeit. Dennig hat es schon bei der Visite der Kirchenleitung im September dem Präses der Rheinischen Landeskirche, Thorsten Latzel, vorgestellt. Mit sehr positiver Resonanz. Die Umsetzung des engagierten Konzeptes ist aber ohne eine hauptamtliche Kraft nicht denkbar. Darum liegt der Synode ein Antrag zur Abstimmung vor, der die Errichtung einer Jugendreferent*innenstelle im Kirchenkreis vorsieht.

Mit der angestrebten Einrichtung dieser Stelle, wird der dreijährige Priorisierungsprozess, in dem es um eine zukunftsfähige Aufstellung der Angebote und Dienste des Kirchenkreises Dinslaken ging, abgeschlossen sein.

Letzter Synodenbericht von Superintendent Waldhausen
Veränderungsprozesse sind auch das Thema des Berichtes von Superintendent Friedhelm Waldhausen. Er zeichnet den Weg des Kirchenkreises während der acht Jahre seiner Amtszeit als oberster Repräsentant der Ev. Kirche nach. Er sagt: „Die Kirche ist mit gutem Grund, aber auch auf gutem Grund unterwegs durch ständige Veränderungsprozesse. Und sie kann diesen Weg mit Zuversicht gehen.“ Waldhausen sagt das auch mit Blick auf das Projekt „Junge Kirche“, das der Kirchenkreis auf den Weg gebracht hat. Es wird der letzte Superintendentenbericht sein, den er der Synode vorlegt. Waldhausen wird nach 8 Jahren als Superintendent im Herbst 2022 in den Ruhestand treten. Auf der Sommersynode nächsten Jahres wählt die Synode seine/n Nachfolger*in.

Anträge zur Flüchtlingspolitik
Darüber hinaus wird es bei den Verhandlungen wieder Haushaltsberatungen geben und Diskussionen über Anträge, die der Synode zur Abstimmung vorliegen. Zwei Anträge gelten der Flüchtlingspolitik. Der Fachausschuss für Migration und Flüchtlinge fordert, dass die Landeskirche an die Bundesregierung appelliert, dass u.a. neue Aufnahmeprogramme für Flüchtlinge von den griechischen Inseln und von der bosnisch-kroatischen Grenze gestartet werden, dass sie faire Asylverfahren bekommen bzw. als Flüchtling anerkannt werden. Ein zweiter Antrag gilt dem Einsatz für afghanische Flüchtlinge.

Interessierte können als Gäste an den Verhandlungen teilnehmen. Die Synode wird mit einem Gottesdienst in der Ev Stadtkirche Dinslaken um 18 Uhr eröffnet. Es gilt während der ganzen Synode die 3-G-Regel. Es sollte ein Mund-Nasenschutz mitgebracht werden.

Dachsanierung abgeschlossen – Ev. Kirche Spellen feiert

Lesung und Musik unter neuem Dach

Am 12. November um 19 Uhr lädt der Förderverein der Ev. Kirche Spellen zu einem Abend mit Lesung und Musik ein, um die erfolgreich abgeschlossene Sanierung des Kirchendachstuhls zu feiern. In der Programmpause wird auch Gelegenheit sein, an einer Führung durch den neuen Dachstuhl teilzunehmen.
Es gilt die 3-G-Regel. Eintritt: 10 € (8 € für Vereinsmitglieder); nähere Informationen zu Programm und Ticketkauf finden Sie im Flyer