Kommt vorbei
und lernt uns (besser) kennen!
Nach einem wunderbaren Auftakt freuen wir uns darauf, das Café mit neuem Leben zu füllen.
Mit gutem Café, gemütlicher Atmosphäre und vor allem mit Menschen, die zusammenkommen, ins Gespräch kommen und sich wohlfühlen.
Wir freuen uns auf euch!
Die menschenskirche hat das Café König Gustav in Dinslaken übernommen. Warum? Weil wir dort sein möchten, wo Menschen sind – mitten im Alltag, an vertrauten Orten und offen für neue Formen von Begegnung, Gemeinschaft und Glauben. Für die Gäste ändert sich zunächst wenig: König Gustav bleibt Café mit Rösterei. Gleichzeitig entsteht im Rahmen unseres Entdeckerprozesses Schritt für Schritt ein neuer Erprobungsraum für Ideen mit mehr oder weniger kirchlichem Hintergrund.
Aktuell nehmen wir uns Zeit zum Kennenlernen, Zuhören und Ausprobieren. Diese Seite wächst deshalb mit: In den kommenden Wochen und Monaten ergänzen wir nach und nach weitere Informationen, Hintergründe und erste Formate.

Die neue Geschäftsführerin im Café König Gustav:
Christina Fischer ist 42 Jahre alt, gelernte Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin und lebt mit ihrem Mann,
ihrer zweijährigen Tochter, zwei alten Mischlingshunden und einer Siebträgermaschine in Bottrop.
Sie hat ein Faible für gebrauchte Dinge, Möbel mit Geschichte – und für guten Kaffee.
Kein Wunder: Neun Jahre lang führte sie seit 2016 ihr eigenes Wohnzimmer-Café „Kram“ inmitten der Bottroper Innenstadt. Ihre kleine Siebträgermaschine, ein Relikt aus dieser Zeit, ist einer ihrer liebsten Gegenstände zu Hause und, wie sie selbst sagt, vermutlich der wertvollste, der ausnahmsweise nicht vintage ist.
Kontakt zum Café:
Tel: o2o64 – 470470 | E-Mail | Webseite
Christina im Interview
Du hast neun Jahre lang dein eigenes Café geführt und kennst die Branche. Nach deinen ersten zwei Monaten im König Gustav: Was lernst du hier gerade neu?
Vor allem die Stadt und die Rösterei mit dem Café selbst, ich komme ja nicht aus Dinslaken. Aber genau das macht auch Spaß. Ich bin neugierig, lerne gerade die ersten Menschen und Kontakte kennen und finde spannend zu sehen, wie das König Gustav von außen wahrgenommen wird und wie es hier funktioniert. Und das Thema Kaffeerösterei ist für mich ebenfalls ganz neu und super spannend.
Du bist ursprünglich Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin und hast mehrere Jahre in diesem Bereich gearbeitet, auch in leitender Positionen. Was davon steckt heute noch in dir als Café-Betreiberin?
Eigentlich ziemlich viel. Mein ursprünglicher Beruf prägt meine Haltung bis heute und damit auch die Art, wie ich ein Café führe. Das beginnt bei der Mitarbeiterführung und der Zusammenarbeit im Team und reicht bis zur Frage, mit welchen Lieferanten und Partnern wir arbeiten. Für mich geht es immer auch darum, wie wir miteinander umgehen, welche Werte wir vertreten und was für einen Ort wir schaffen wollen. Vieles von dem, was ich aus der Sozialen Arbeit und aus Leitungsaufgaben mitbringe, lässt sich deshalb erstaunlich gut auf ein Café übertragen.
Du lernst mit der menschenskirche auch einen eher ungewöhnlichen „Betreiber“ kennen und bist nicht nur die Geschäftsführerin einer Rösterei mit Café, sondern gleichzeitig Teil eines Transformationsprozesses. Wie erlebst du das?
Das ist für mich auch völlig neu, nicht nur in diesem besonderen Zusammenhang, sondern generell kenne ich diese kirchlichen Prozesse und Entwicklungen bisher nicht. Ich habe mich aber unheimlich schnell mit ins Boot geholt gefühlt. Da ist ein Team, das miteinander arbeiten will, offen ist für Ideen und viel Lust darauf hat, Dinge neu zu denken. Das mach Spaß, neugierig auf mehr und für mich fügt sich das gerade sehr gut zusammen.
Du darfst dir Zeit lassen, den Entdeckerprozess mit deinen eigenen Ideen zu füllen, sondern erst einmal das Grundsätzliche bearbeiten. Was steht bei dir ganz aktuell auf der Tagesordnung?
Bevor das König Gustav als Ort der menschenskirche und des Entdeckerprozesses sichtbarer wird, geht es erst einmal um etwas sehr Grundsätzliches: ein neues Team aufzubauen und gemeinsam einen besonderen Geist im Café entstehen zu lassen.
Was macht für dich ein richtig gutes Café aus?
Vor allem eine Atmosphäre, in der sich Gäste und Mitarbeiter willkommen fühlen. Wenn die stimmt, verzeiht man vielleicht sogar, wenn es gerade nicht genau die Hafermilch gibt, die man sonst am liebsten trinkt. Natürlich müssen auch die angebotenen Speisen und Getränke richtig gut sein, hochwertig und passend zum Ort. Aber am Ende entscheidet für mich dieses Gefühl: Komme ich gerne wieder, fühle ich mich genau da (wie) zuhause?
Beim König Gustav gibt es schon eine klare Haltung zu Kaffee, fairen Wertschöpfiungsketten und Nachhaltigkeit. Du möchtest daraus noch mehr entwickeln, richtig?
Der Rohkaffee ist sehr fair gehandelt. Es gibt eine enge Zusammenarbeit mit einem Handelspartner, der Äthiopier ist und direkte Bezüge und Kontakte zu den Bauern vor Ort pflegt. Hier beziehen wir einen Großteil des Rohkaffees. Das ist nicht einfach ein grünes Etikett, sondern hat Substanz und eine besondere Geschichte. Diese Bohnen werden von uns schonend geröstet und in genau dieser hohen Qualität mit Bio-Zertifikat an die Kunden verkauft. Genau das möchten wir weiter ausbauen: regionaler werden, die vegetarische und vegane Auswahl vergrößern und noch stärker darauf schauen, wo unsere Produkte herkommen. Das passt sehr gut zu all den Werten, die auch die menschenskirche mitbringt.
Gibt es etwas im Café-Alltag, das du besonders liebst – und etwas, bei dem du auch nach Jahren noch denkst: Muss das wirklich sein?
Ich liebe es, wenn mehrere Generationen und Kulturen gleichzeitig im Café sitzen. Wenn da nicht nur „der eine Gästetyp“ ist, sondern ganz unterschiedliche Menschen zusammenkommen. Diese Vielfalt macht einen Ort lebendig.
Und dann gibt es natürlich auch die kleinen Widersprüche des Cafélebens: Da hat man einen richtig guten, biozertifizierten Kaffee und dann kommt Karamell-Vanille-Kokos-Dings-Sirup hinein. Das gehört aber offenbar auch dazu.
Wenn du in fünf Jahren auf das König Gustav zurückblickst: Was sollte passiert sein, damit du sagst: „Das war eine richtig gute Zeit?“
Auf Café-Ebene: Es darf auf jeden Fall ein ruhig ein bisschen rummelig sein. Kinder, Hunde, unterschiedliche Generationen, Menschen, die regelmäßig wiederkommen. Vielleicht bestellen die Kinder, die heute noch einen Babyccino bekommen, dann schon selbst ihre erste Limo, das fände ich wunderbar. Und ich wünsche mir, dass unsere Haltung noch sichtbarer geworden ist: dass König Gustav für regional, fair, handgemacht und mit Liebe gemacht steht und gleichzeitig ein Ort ist, an dem ganz unterschiedliche Menschen gern zusammenkommen.
Für die Sichtbarkeit der menschenskirche ist es eigentlich nicht anders: Ich freue mich total darauf, mitwirken zu dürfen an der Entstehung eines besonderen, neuen Raumes, der die Werte und Idee der Menschen hier vor Ort, abseits der kirchlichen Strukturen ganz neu, ganz offen und ganz vielfältig abbilden darf.
König Gustav & die menschenskirche – die wichtigsten Fragen & Antworten
Warum haben wir ein Café gekauft?
Weil wir dort sein möchten, wo die Menschen sind. Das haben wir uns nicht erst mit König Gustav vorgenommen. Auf der Entdeckersynode im Mai 2024 haben wir in unseren Leitsätzen für die Zukunft unserer Kirche genau diese Richtung beschrieben: Kirche soll näher an den Alltag der Menschen rücken, neue Orte erschließen und neue Formen ausprobieren.
Mit König Gustav übernehmen wir deshalb keinen klassischen kirchlichen Ort, sondern ein bereits etabliertes Café mitten in Dinslaken. Genau das macht es für uns spannend.
Das Café bleibt Café. Gleichzeitig wollen wir dort im Rahmen unseres Entdeckerprozesses ausprobieren, welche Formen von Begegnung, Gemeinschaft, Kultur, Gespräch und Glauben an einem solchen Ort entstehen können.
Link: Mehr zu unserem Entdeckerprozess und unseren Leitsätzen.
Wird König Gustav jetzt ein Kirchencafé?
Nein. König Gustav bleibt König Gustav.
Der reguläre Cafébetrieb steht weiterhin im Mittelpunkt. Man kann bei uns auch künftig einfach frühstücken, Kaffee trinken, Freunde treffen oder eine Pause machen, ohne an einem kirchlichen Angebot teilnehmen zu müssen.
Neu ist das, was zusätzlich entstehen kann: nach Ladenschluss, bei besonderen Formaten oder vielleicht irgendwann ganz selbstverständlich zwischendrin.
Manches wird einen klar kirchlichen Hintergrund haben, anderes nur auf den zweiten Blick und manches vielleicht auch gar nicht.
Dass die Stadtkirche der unmittelbare Nachbar ist und einen Garten hat, wird sicherlich spürbar und wertvoll werden.
Wie kann ein etabliertes Café Teil einer Erprobung sein?
Gerade weil es bereits ein echtes Café ist.
Wir müssen keinen neuen Begegnungsort schaffen und anschließend versuchen, Menschen dafür zu gewinnen. König Gustav ist schon da, hat eine Geschichte, Gäste und einen Platz mitten in der Stadt.
Unsere Frage lautet deshalb: Was kann entstehen, wenn Kirche an einen Ort geht, an dem Alltag längst stattfindet? Das entwickeln wir so, wie alles im bisherigen Transformationsprozess: gemeinsam, nicht überstürzt und auch bewusst nicht mit einem fertigen Konzept. Erprobung heißt ausprobieren, zuhören, weiterentwickeln und manches auch wieder verwerfen.
Wer trägt Verantwortung für König Gustav?
König Gustav wird als wirtschaftlich geführter GmbH-Betrieb organisiert. Für den Cafébetrieb und seine Entwicklung gibt es klare Verantwortlichkeiten.
Christina Fischer – Geschäftsführerin
Christina verantwortet die operative und konzeptionelle Führung des Cafés. Dazu gehören Organisation und Weiterentwicklung des Betriebs, Personalführung und Personalentwicklung, Recruiting, Einkauf sowie Aufgaben in Buchhaltung und Betriebssteuerung. Sie bringt neun Jahre Erfahrung als Betreiberin eines eigenen Cafés mit.
Sven Hesse (Pfarrer Gemeinde Dinslaken, Skriba der menschenskirche)
Sven übernimmt die Funktion als kirchlicher Ansprechpartner und bildet eine Schnittstelle zwischen Cafébetrieb, und menschenskirche.
Mitglieder der Gesellschafterversammlung
Heike Bruns
Jesse Dibu
Hermann Driesen
Christian Olges (Vorsitzender)
Christoph te Heesen
Wie finanziert sich das Café?
König Gustav ist ein Wirtschaftsbetrieb und soll sich aus seinen eigenen Einnahmen finanzieren. Das bedeutet: Der laufende gastronomische Betrieb muss wirtschaftlich tragfähig sein und wird nach unternehmerischen Grundsätzen geführt und nicht durch kirchliche Mittel subventioniert. Mögliche Gewinne werden in den Betrieb reinvestiert. Wenn dies nicht nötig erscheint, kommen sie der kirchlichen Arbeit in der menschenskirche zugute.
Auch der bisherige Anspruch an Qualität bleibt bestehen. König Gustav wird deshalb kein Niedrigpreis- oder Sozialcafé.
Aber müsste ein Café der menschenskirche nicht besonders günstig sein?
Wir trennen hier bewusst unterschiedliche Aufgaben. Wir betreiben mit König Gustav nicht noch einmal das, was unsere Diakonie längst professionell macht, sondern erproben bewusst etwas anderes.
Diakonie gehört zu unserem Kerngeschäft und ist im gesamten Kirchenkreis mit vielen Angeboten gut entwickelt: mit Begegnungsorten, Beratungsangeboten, Treffpunkten, Seniorencafés und weiteren Formaten, bei denen soziale Teilhabe ausdrücklich im Mittelpunkt steht.
König Gustav hat eine andere Aufgabe: Das Café soll als regulärer Gastronomiebetrieb funktionieren und wirtschaftlich bestehen können.
Unsere Haltung zeigt sich hier deshalb nicht über möglichst niedrige Preise, sondern beispielsweise im Umgang miteinander, in verantwortungsvoller Personalführung, bei der Auswahl unserer Partner und Produkte sowie im Anspruch an Fairness, Nachhaltigkeit und Regionalität.
Was ist kurzfristig geplant?
Bis Ende 2026 liegt unser Schwerpunkt zunächst auf dem Café selbst.
Christina Fischer baut ein neues Team auf, entwickelt Abläufe, Angebot, Speisekarte und Konzept weiter. Gleichzeitig sollen erste Ideen für die Nutzung u.a. nach Ladenschluss ausprobiert werden.
Dazu gehören unter anderem:
- erste Veranstaltungen und Formate der menschenskirche,
- die Nutzung der Räume durch die Gemeinden und Werke,
- sowie eine niedrigschwellige Anlaufmöglichkeit rund um Kasualien
Was sind die mittel- und langfristigen Pläne?
Mittelfristig möchten wir König Gustav wirtschaftlich stabil aufstellen und gleichzeitig als besonderen Ort innerhalb der menschenskirche entwickeln.
Wir wollen herausfinden, welche Formate dauerhaft funktionieren können aus Kultur, gesellschaftlichen Themen, Begegnung, Glaube und Gemeindeleben.
Langfristig geht es dabei um eine größere Frage: Wie können wir als Kirche in einer Stadt präsent sein, wenn kirchliches Leben nicht mehr ausschließlich in Kirchen und Gemeindehäusern stattfindet?
König Gustav ist darauf keine fertige Antwort. Aber ein Ort, an dem wir gemeinsam mit den Menschen in Dinslaken Antworten entdecken können.




