Ev. Kirchenkreis Dinslaken trauert um Alfred Grimm

Völlig unerwartet ist der bekannte Künstler und Pädagoge Alfred Grimm im Alter von 82 Jahren verstorben. Der weit über die Region bekannte Maler, Bildhauer und Objektkünstler wurde 1943 in Dinslaken geboren und lebte bis zu seinem Tode in Hünxe-Bruckhausen. Der Mitbegründer des Dinslakener Kulturkreises schuf in seinem Leben zahlreiche Beiträge zur Gedenkkultur. Dazu zählt unter anderem der Leiterwagen des Ev. Kirchenkreises Dinslaken, der an das Schicksal der Kinder des jüdischen Waisenhauses in Dinslaken erinnern soll. Zudem wurden das Altarfenster und die Altarkreuze in der Ev. Kirche „Unsere Arche“ in Hünxe und der Hiesfelder Dorfkirche nach seinen Entwürfen erstellt. Auch an anderen Stellen hat er unzählige Kreuze in seine Objektkunst integriert, wie den Christus in der Gosse“ von 1989, bei dem man das Kruzifix im Rinnstein zwischen Gully und Zigarettenstummeln suchen muss.

Keine leichte Kost, keine gefälligen Kreuze, sondern Darstellungen an denen man „Anstoß“ nehmen kann. Alfred Grimm ging es nicht darum religiöse Gefühle zu verletzen. Im Gegenteil. Seine Kunst denkt weiter, was der Apostel Paulus meint, wenn er von der „Torheit des Kreuzes“ spricht. Grimm erregte Anstoß, indem er das Kreuz in immer wieder neue, alltägliche Situationen integrierte.

Wie sein Faible für Kreuze begann, erzählte er in einem Interview für den Hünxer Gemeindebrief, im Jahre 2024 Pfarrer Mirko Lipski-Reinhardt.

„Wir blättern zurück im Katalog und landen im Jahr 1968: „Karfreitagsobjekt“ zeigt kein Kreuz, sondern ein verletztes Stück Holz mit Bindedraht umwickelt und rotem, aus einer Wunde quellenden Wachs. Alfred Grimm erzählt von der Karfreitagspredigt 1968 in Lohberg, die Pfarrer Paskert hielt. Diese Predigt hat ihn zu diesem Kunstwerk inspiriert; so lebendig und ergreifend als wäre das Amen auf der Kanzel eben erst gesprochen worden. „Die Kunst findet einen selber.“, diesen Satz füllt er in diesem Moment mit Leben. Wir sitzen noch lange auf der Terrasse: Reden darüber, wie die (klassische) Literatur die Kunst geprägt hat und wie Kunst und Literatur einander brauchen; wir diskutieren über Theologie und über das Wagnis und den Mut bestimmte Motive künstlerisch umzusetzen. Alfred Grimm erklärt mir, wie man eine Kunstausstellung vorbereitet und gemeinsamen werfen wir noch einen Blick in den Katalog von „Grimms Mädchen“. Als ich aufbreche, fragt er mich: „Ich hoffe, dass unser Gespräch das richtige Material für einen Artikel liefert.“

Ich denke einen Moment nach. Dann bin ich mir sicher: So wie die Kunst einen findet, so finde auch ich die richtigen Worte, wen man von ihr erzählt.“

Nicht nur durch seine Kunst, sondern auch durch seine unvergleichliche Art und sein Engagement wird Alfred Grimm in guter Erinnerung bleiben.