Abschied von einem großen „Kümmerer“

Dinslaken. Mit einem Festgottesdienst wurde jetzt Superintendent Friedhelm Waldhausen in den Ruhestand verabschiedet. Die offizielle Entpflichtung in der Friedenskirche in Dinslaken wurde von Präses Dr. Thorsten Latzel übernommen, der zudem die außergewöhnliche Arbeit Waldhausens würdigte.  „Sie haben beeindruckende 36 Jahre im Ev. Kirchenkreis Dinslaken gewirkt. Sie haben in ihrer Zeit als Superintendent dem Kirchenkreis ein tiefes Profil gegeben – die Menschenskirche.  Sie nehmen die Menschen war, sie sind ein Kümmerer.“ In seiner Rede hob der Präses außerdem das Engagement des Superintendenten und des Kirchenkreises in der Flüchtlingsarbeit hervor. Auch betonte er, was für einen guten Eindruck er bei der Visitation im vergangenen Jahr erlangt habe: „Sie geben den Menschen Raum. In diesem Kirchenkreis herrscht eine so gute Stimmung. Gott segne die große Arbeit, die sie geleistet haben für so viele Menschen.“

In seiner Predigt während des Festgottesdienstes war es Superintendent Friedhelm Waldhausen ein besonderes Anliegen, den Menschen in solch schweren Zeiten Mut zu machen. Dazu bediente er sich des Spruches, der ihn sein Wirken lang begleitet hat: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Lieben und der Besonnenheit (2. Timotheus 1,7)“. „Habt den Mut, neue Projekte zu beginnen, verzagt nicht in den schweren Zeiten, achtet aufeinander. Macht Kirche erkennbar und stärkt sie.“ Im Anschluss an den Festgottesdienst wurde Friedhelm Waldhausen von Würdenträgern und Wegbegleitern in Grußworten gewürdigt. So hielt der Voerder Bürgermeister Dirk Haarmann – auch stellvertretend für die Bürgermeister aus Dinslaken und Hünxe – ein Grußwort. Der Superintendent des Ev. Kirchenkreises Wesel, Thomas Brödenfeld, dankte  ebenso wie der Geschäftsführer des Ev. Klinikums Niederrhein, Dr. Andreas Sander, für die hervorragende Zusammenarbeit. Auch Alexandra Schwedtmann und Nicole Elsen-Mehring, Geschäftsführerinnen der Diakonie im Ev. Kirchenkreis Dinslaken, Sandra Sommer, Geschäftsführerin des Verwaltungsamtes und Reimund Schulz, Geschäftsführer der Ev. Kinderwelt im Ev. Kirchenkreis Dinslaken lobten die hervorragende Zusammenarbeit mit Friedhelm Waldhausen.

 

Vita:
Friedhelm Waldhausen wurde am 27. November 1956 in Mönchengladbach geboren. Er ist mit Petra Schorberger-Waldhausen verheiratet. Sie haben zwei Kinder, Simon Jonas und Lea Maren. Friedhelm Waldhausen studierte an der KiHo Wuppertal und an der Georg August Universität Göttingen Ev. Theologie. Im Anschluss studierte er Sozial-Wissenschaften an Georg August Universität Göttingen. Sein Vikariat absolvierte Friedhelm Waldhausen von 1983-1985 in Essen- Borbeck. 1985 fand seine Ordination statt. Von 1985 bis 1986 war er als Pastor im Hilfsdienst in Essen-Karnap (Kirchenkreis Essen-Nord) tätig. Seit 1986 war Friedhelm Waldhausen als Pfarrer im Kirchenkreis Dinslaken in unterschiedlichen Bereichen tätig: Von 1986 bis 2012 war er gemeinsam mit seiner Ehefrau in der Kirchengemeinde Hiesfeld tätig. Von 1992 bis 2003 arbeitete er zudem als nebenamtlicher Dozent für die Ausbildung von Vikarinnen und Vikaren in Seelsorge am Predigerseminar der Ev. Kirche im Rheinland in Essen und Bad Kreuznach. Von 2002 bis 2014 wirkte Friedhelm Waldhausen als Krankenhauspfarrer in Dinslaken. Von 2000 bis  2014 war er als Synodalassessor und Diakoniepfarrer des Kirchenkreises Dinslaken tätig. Seit  September 2014 hatte Friedhelm Waldhausen das Amt des Superintendenten des Kirchenkreises Dinslaken inne. Besonders wichtig war ihm in dieser Zeit, Kirchengemeinden und die Einrichtungen des Kirchenkreises wie die Diakonie, die Ev. Kinderwelt und die Seelsorgearbeit in Krankenhaus, Justizvollzugsanstalt und Notfallseelsorge sowie Telefon- und Schulseelsorge zu stützen und stärken. Damit Einrichtungen und Kirchengemeinden mit ihren Presbyterien nah bei den Menschen sind. Menschenskirche sind.

Foto: v.l. Pfarrerin Petra Schorberger-Waldhausen, Hermann Driesen (Mitglied Kreissynodalvorstand), Pfarrerin Hanna Maas (Scriba), Marlies Schwinem (Mitglied Kreissynodalvorstand), Superintendent Friedhelm Waldhausen, Günter Dickmann (Mitglied Kreissynodalvorstand), Präses Dr. Thorsten Latzel, Doris Aniola (Mitglied Kreissynodalvorstand), Pfarrerin Susanne Jantsch (Assessorin), Veronika Leißner (Mitglied Kreissynodalvorstand)

„Evangelische Kirche mit ihrem guten Geist bringt sich ein, hat Ausstrahlungskraft“

Superintendent Friedhelm Waldhausen kann auf eine bewegte Zeit im Ev. Kirchenkreis Dinslaken zurückblicken. Insgesamt 36 Jahre war er im Kirchenkreis als Gemeindepfarrer, Krankenhausseelsorger, Assessor und schließlich als Superintendent tätig. Im Interview verrät er, was seine größte Herausforderung war, warum er seine Arbeit liebt, weshalb die Kirche Bestand haben wird, und wie er seinen Ruhestand gestalten wird.

Was war für Sie die größte Herausforderung in ihrer Amtszeit als Superintendent?

Friedhelm Waldhausen: Dass die Kreissynode mich 2014 nach 14 Jahren als Synodalassessor und damit Mitglied im Kreissynodalvorstand zu ihrem Superintendenten gewählt hat, war insgesamt eine neue Herausforderung für mich.  Superintendent zu sein, bedeutet ja, die Kirchengemeinden und die Einrichtungen des Kirchenkreises wie die Diakonie, die Ev. Kinderwelt und die Seelsorgearbeit in Krankenhaus, Justizvollzugsanstalt und Notfallseelsorge sowie Telefon – und Schulseelsorge zu stützen und stärken. Warum? Damit Einrichtungen und Kirchengemeinden mit ihren Presbyterien nah bei den Menschen sind. Menschenskirche sind. Dabei ist zum Beispiel bis in Finanz – und Planungsausschüssen und Vorständen genau zu überlegen, wie Kirchensteuermittel verantwortlich eingesetzt werden. Kirche lebt aus dem guten Geist, der von Jesus ausgeht. Dieser Geist ist und verleiht Lebenskraft, er schenkt Trost, leistet Beistand und Begleitung auf dem Lebensweg.  Wie zeigen wir diese Relevanz für das Leben auf? Herausfordernde und vielfältige Aufgaben sind das. Dazu zähle ich auch, politisch Position zu beziehen gegen jegliche Form von Niedertracht. Kirche sozusagen als Friedens- und Gerechtigkeitsgemeinschaft, die tragfähig ist, der man vertrauen kann. Sie steht gegen Hass und Misstrauen. Kirche als tragfähige Gemeinschaft erlebbar und erfahrbar zu machen, wird eine große Aufgabe und Herausforderung bleiben. Hier fühle ich mich mit vielen Menschen bei ihren jeweiligen Aufgaben wunderbar verbunden.

Was hat Ihnen am meisten Freude bereitet?

Friedhelm Waldhausen: Die viele Arbeit hat mir aber auch viel Freude bereitet. Ich habe ungezählte Gespräche mit unterschiedlichen Menschen geführt – unter vier oder sechs Augen, in Gremien. Das hat mir wirklich Freude bereitet. Positionen, Ansichten, Meinungen, Einschätzungen zu hören, und zu verstehen, und dabei für das Anliegen – wenn man das so bezeichnen kann – von Kirche zu streiten. Woran müssen wir festhalten? An den Gottesdienstzeiten? An den Orten und Gebäuden, wenn die Gelder weniger werden, und die Menschen nicht mehr kommen? Konkret meine ich: Freude hat mir bereitet, an einer Ermöglichungskultur mitzuarbeiten für Perspektiven, für Lebendigkeit, Frische und Fairness, Achtsamkeit und Respekt. Unterschiedliche Player ins Gespräch bringen. Vom Finanzausschuss über die Vorstandsarbeit, in außerkirchlichen Gremien oder konkret beim Aufsichtsrat im Ev. Klinikum Niederrhein, zu deren Träger dieser gGmbH der Kirchenkreis – und Gemeinde Dinslaken gehören. Mit Kolleginnen und Kollegen habe ich gerne konstruktiv, phantasievoll und vertrauensvoll  Perspektiven entwickelt. Eine gute Verwaltung war mir dabei immer hilfreich. Das hat mir alles richtig Freude bereitet: Insgesamt das Miteinander mit so vielen wunderbaren Menschen.

Ja, der Kirchenkreis Dinslaken mit seinen Gemeinden und Einrichtungen ist gefragt, hat Bedeutung für die Bürgerinnen und Bürger in den Kommunen und in ihren sozialpolitischen Gremien, im kulturellen Bereich mit Musik, Ausstellungen, Vorträgen. Evangelische Kirche mit ihrem guten Geist bringt sich ein, hat Ausstrahlungskraft und gibt der Bürger*innengesellschaft ein freundliches Gesicht. Zugleich wünsche ich mir aber auch, dass wir an unserer Ausstrahlungskraft als Kirche noch etwas mehr arbeiten. Sie könnte noch mehr und klarer strahlen.

Welche Tipps möchten Sie ihrem Nachfolger gerne mit auf den Weg geben?

Friedhelm Waldhausen: Meinem Nachfolger möchte ich keine Tipps geben. Ich wünsche ihm jedoch angesichts der Vielfalt und Komplexität des Superintendenten-Amtes, dass er dem Bibelwort traut: dass Gott uns keinen Geist der Furcht, sondern der Kraft der Liebe und Besonnenheit gegeben hat. Ich wünsche ihm also ein segensreiches Wirken.

Sie haben 36 Jahre im Kirchenkreis Dinslaken – erst als Gemeindepfarrer in Hiesfeld, dann als Krankenhausseelsorger und Assessor, und abschließend als Superintendent – gewirkt. Wie hat sich die Kirche in dieser Zeit ihrer Meinung nach verändert? Was muss passieren, damit die Kirche weiterhin nah bei den Menschen bleibt?

Friedhelm Waldhausen: Als ich 1986 mit meiner Frau gemeinsam die erste Pfarrstelle in der Ev. Kirchengemeinde Hiesfeld übernahm, hatte der Kirchenkreis Dinslaken ca. 95.000 Gemeindemitglieder. Heute hat der Kirchenkreis keine 50.000 Mitglieder mehr. Der Kirchenkreis ist also kleiner geworden. Deshalb haben wir die Aufgabe, genau hinzuschauen, wo wir unsere weiterhin bestehende Relevanz deutlich machen können. Es ist leider nicht mehr selbstverständlich, dass Kirche dabei ist. Ich behaupte jedoch, dass wir keinen Relevanzverlust haben. Die Botschaft des Evangeliums, ja, die biblische Botschaft beider Testamente ist eine Botschaft, eine Ansage für gelingendes Leben und friedliches Miteinander. Das Leben hat es schwer. So will ich es ausdrücken. Persönliche, finanzielle, wirtschaftliche Lasten lasten schwer. Vereinsamung, ein abnehmendes verbindliches Füreinander Dasein, ein verlässliches Miteinander, zunehmende Sorgen um Klima und Krieg sind hier meine Stichworte. Aber hier verfügen wir als Kirche über ein Grundwissen, mit dem wir an Antworten und Lösungen arbeiten können. Dazu müssen wir Kontakte suchen, uns einbringen in den vielfältigen gesellschaftlichen Diskurs – ins Gespräch. Lebenslast und Lebenslust. Einsamkeit und Gemeinschaft. Unverbindlichkeit und Verlässlichkeit. Schöpfungsbewahrung und Klimazerstörung. Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit. Krieg und Frieden. Das sind alles Themen des biblisch-christlichen Lebens. Wir haben wirklich allen Grund uns nicht zurück zu ziehen, sondern einzubringen. Ich meine, dann tragen wir als Menschen eine Menschenskirche weiter mit dazu bei, nah bei den Menschen zu sein.

Nach dem vollen Terminkalender als Superintendent, gönnen Sie sich jetzt erst einmal eine Ruhephase oder haben sie schon ganz konkrete Pläne für die Zukunft?

Friedhelm Waldhausen: Wie mein Ruhestand aussieht? Ich weiß es natürlich nicht. Aber ich freue mich trotzdem darauf. Ich freue mich auf die Zeit mit anderen Herausforderungen, auf neue und andere Erfahrungen, auf Urlaube, und bin ganz den Worten des Reformationsjubiläums von 1517 vergnügt, erlöst, befreit.

Jazzgottesdienst mit Matthias Strucken und Daniela Grüning

Am kommenden Samstag, den 24. September, öffnet die Stadtkirche um 18:00 Uhr wieder zum Jazzgottesdienst ihre Pforten. „Sehen und Gesehen werden“ lautet das Thema, zu dem eine kleine Combo aus Matthias Strucken am Vibraphone und Daniela Grüning am Piano Jazzarangements spielt. Matthias Strucken ist nach seinem Auftritt 2019 zum zweiten Mal zu Gast in der Stadtkirche.

Stadtradeln: Das Team des Kirchenkreises holt sich Bronze

Wenn das keine beachtliche Leistung ist: Die Mitarbeitenden des Ev. Kirchenkreises Dinslaken erradelten beim Stadtradeln Dinslaken 2022 insgesamt 4.728 km und holten damit den dritten Platz bei den Betriebsteams. Gratulation! Die Kita am Rotbach leistete mit 1468,5 km dazu einen großen Beitrag. Eindeutiger Sieger war die Umwelt, denn über 720kg CO² konnten eingespart werden.

Foto: Die Stellvertretende Bürgermeisterin Stefanie Weyland überreichte die Bronze-Urkunde und freute sich mit Thomas Koch, Mitarbeitender des Ev. Kirchenkreises, auch über die gelungene Gesundheitsförderung.

Kindergartenkinder pflanzen mit Superintendent Friedhelm Waldhausen einen Obstbaum

Die Kinder der Ameisen- und Bienengruppe des Ev. Kindergartens Gahlen sind echte Gartenprofis: Innerhalb von drei Minuten ist das Loch mit dem neuen Birnbaum mit Erde gefüllt. Er ist der erste Baum, der im Rahmen einer Pflanzaktion des Evangelischen Kirchenkreises Dinslaken und der Ev. Kinderwelt im Ev. Kirchenkreis Dinslaken gepflanzt wird. Hilfestellung hatten die Kinder von Friedhelm Waldhausen, Superintendent des Ev. Kirchenkreises Dinslaken und Reimund Schulz, Geschäftsführer der Ev. Kinderwelt bekommen. Nach der Baumpflanzung nahm sich der Superintendent noch Zeit für die Kinder, und die Kleinen verrieten ihm, welche Obstbäume sie schon alles kennen. Die Kindergartenleitung hatte sich mit Bedacht für einen kleinen Baum, dessen Stamm etwa 1,20 Meter hoch wird, entschieden. So können die Kinder künftig selbst die Früchte ernten. Ziel der Aktion ist es, den Kindern die Natur näher zu bringen und ihr ökologisches Bewusstsein zu stärken. „Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind in unseren Kitas von jeher ein wichtiges Thema. Dazu gehört vor allem, das ökologische Bewusstsein der Jüngsten zu wecken und zu fördern“, so Reimund Schulz.

Foto (Henkel): v.l. Reimund Schulz, Geschäftsführer der Ev. Kinderwelt im Kirchenkreis Dinslaken, Friedhelm Waldhausen, Superintendent des Ev. Kirchenkreises Dinslaken und Svenja Kelch, Leiterin der Ev. Kita Gahlen werden umringt von den Kindern der Ameisen- und Bienengruppe.

„Es gab so wunderbare Erfahrungen, dafür bin ich zutiefst dankbar“

Dinslaken. Es war der Sonntag nach Ostern 1986, als Pfarrerin Petra Schorberger-Waldhausen bei ihrer Ordination von der Ev. Kirche im Rheinland mit dem Dienst als Pfarrerin beauftragt wurde.  Und genau am Sonntag nach Ostern (24.4.2022)  – 36 Jahre später – wurde sie jetzt in den Ruhestand verabschiedet. Pfarrerin Susanne Jantsch, Assessorin des Ev. Kirchenkreises Dinslaken und Krankenhaus-Pfarrerin Dörthe Lahann entpflichteten sie vor mehr als 80 geladenen Gästen im Rahmen eines Gottesdienstes in der Friedenskirche in Dinslaken. „Wir danken dir für deinen Einsatz, deine Gabe, deine Freude und dein Wirken. Gott segne, was du in seinem Namen getan hast“, so Susanne Jantsch. Nach dem Gottesdienst bedankten sich zahlreiche Wegbegleiter wie Dr. Andreas Sander, med. Geschäftsführer des Ev. Klinikums Niederrhein, mit Grußworten bei Petra Schorberger-Waldhausen für ihr Wirken. „Es gab so wunderbare Erfahrungen, dafür bin ich zu tiefst dankbar“, so die Pfarrerin in ihrer Abschlussrede. Dem Ruhestand schaue sie gelassen entgegen: „Ich bin schon gespannt, was Gott jetzt mit mir vorhat.“

Ihr Weg als Pfarrerin führte sie im Ev. Kirchenkreis Dinslaken in drei verschiedene Gemeinden: das Vikariat absolvierte sie in Walsum-Aldenrade (1983-85), danach war sie 28 Jahre lang als Gemeindepfarrerin in Hiesfeld tätig, bevor sie für die vergangenen 8 Jahre als Seelsorgerin an den Dinslakener Krankenhäusern tätig war. „Nahe bei den Menschen“ zu sein, war das Hauptanliegen von Petra Schorberger-Waldhausen. Schon in ihrer Tätigkeit als Gemeindepfarrerin engagierte sie sich in der Begleitung pflegender Angehöriger oder unterstützte in Bibelseminaren die Menschen auf ihrem Glaubensweg. Als Krankenhausseelsorgerin stand sie vielen Kranken bei, aber sie bildete auch Ehrenamtliche aus dem Besuchsdienst aus und fort. Gerne erinnert sie sich auch an den muslimischen Besuchsdienst, den sie zusammen mit der Stadt aufgebaut hat.  Ein besonderes Anliegen war ihr, Trauernde zu begleiten. Ihre Trauerseminare für Hinterbliebene brauchten nie viel Werbung und füllten sich fast von allein.

Neben den Kranken und den Hinterbliebenen hatte sie aber auch immer die Mitarbeitenden im Blick. „Es war eine intensive Zeit“, resümiert sie, „mit den Kranken und ihren Angehörigen, aber auch mit vielen Ärzten und Pflegenden.“ Gerade auf der Palliativstation habe sie aber auch Feste gefeiert, um – wie sie sagt – „den Tagen mehr Leben zu geben“.

Zudem engagierte Petra Schorberger-Waldhausen sich auf Kirchenkreisebene für den fairen Handel, die weltweite Ökumene und die Bewahrung der Schöpfung. In der Zeit ihres Vorsitzes beim Ausschuss für Mission und Ökumene gab es eine Friedensausstellung in Dinslaken und auch eine Kreissynode zum nachhaltigen Wirtschaften.

Foto: v.l. Susanne Jantsch, Petra Schorberger-Waldhausen und Dörthe Lahann

„The Spirit of Hanse“: Konzert für Viola und Orgel

Dinslaken. Musikliebhaber kommen wieder auf ihre Kosten: Am Samstag, 9. April um 17 Uhr sind in der Ev. Stadtkirche Dinslaken  die Klänge von Orgel und Viola zu hören. Das abwechslungsreiche Programm „The Spirit of Hanse“ ist eine musikalische Reise durch die Hansestädte. Es besteht aus Werken für Viola und Orgel, sowie Orgel-Solo von Komponisten aus Hansestädten wie: Hamburg, Lübeck, Brügge, Halle, Kopenhagen u. a.,und enthält wahre originale Raritäten aus Barock und Romantik, sowie  Bearbeitungen aus eigenen Feder.
Noch lange nach ihrer Auflösung war Prägung durch die Hanse in der Entwicklung ehemaliger Mitgliedsstädte deutlich zu spüren. Der Verbund hat zwar zu keiner Herausbildung eines gemeinsamen kulturellen Stils geführt, er ermöglichte und förderte aber indirekt Entfaltung einer hohen Kulturblüte.
Eine faszinierende musikalische Reise, die den legendären hanseatischen Geist – The Spirit of Hanse – wieder auferleben lässt, bietet dem Zuhörer auch durch die ungewöhnliche instrumentale Besetzung ein unvergessliches Klangerlebnis. Es spielen Semjon Kalinowsky (Lübeck), Viola und Wolfgang Kläsener (Solingen), Orgel.

Der Eintritt ist frei, eine Kollekte wird erbeten. Es gelten die aktuellen Coronaregeln

Dinslakener Bündnis will ein Zeichen setzen

Dinslaken. In Anlehnung an die am vergangenen Montag stattgefundene Mahnwache für die Corona-Toten und zur Solidaritätskundgebung für Pflegekräfte, lädt ein breites Bündnis für eine tolerante und demokratische Stadtgesellschaft, dem auch der Evangelische Kirchenkreis Dinslaken und der Eine Welt Laden Dinslaken angehören, an diesem Montag, 17.01.22, um 19 Uhr zu einer Auftaktveranstaltung auf dem Rathausplatz in Dinslaken ein.  Bei der angemeldeten Zusammenkunft, die unter Einhaltung der Corona-Regeln stattfindet, sind unter anderem Wortbeiträge der Bürgermeisterin Michaela Eislöffel, eines Mediziners, Vertretern von Sozialverbänden und kulturelle Beiträge geplant. Künftig sind noch weitere Veranstaltungen und Aktionen wie beispielsweise eine Menschenkette um das Rathaus vorgesehen. Mit diesen Aktionen will das Dinslakener Bündnis Zeichen setzen.

Kreissynode beschließt die Schaffung einer Jugendreferent*innen-Stelle

Dinslaken. Maike Weber hat die zweitägige Online-Synode des Evangelischen Kirchenkreises Dinslaken hinter sich und immer noch nicht „Feierabend“. Das jüngste Gremiumsmitglied der Synode, die am Wochenende tagte,  ist schon wieder auf dem Sprung zur Klausurtagung der ELJVR (Evangelische Landesjugendvertretung im Rheinland). „Ich freue mich sehr, dass die Synode die Wichtigkeit der Jugendarbeit erkannt und einstimmig der Schaffung der Jugendreferent*innen-Stelle“ zugestimmt hat“, kommentiert die 21-Jährige, die in der Kirchengemeinde Götterswickerhamm beheimatet ist, die Beschlüsse der Synode. Es sei so wichtig, dass die Jugendarbeit gestärkt werde, mehr junge Impulse gesetzt würden und mehr „Jüngere“ auf die Kirche aufmerksam gemacht würden. Die Evangelische Kirche brauche noch mehr junge Menschen, um für die Zukunft gerüstet zu sein.
Auch Superintendent Friedhelm Waldhausen zeigt sich zufrieden mit den Ergebnissen der Synode: „Unsere Kirchengemeinden befinden sich in großen Veränderungs- und Transformationsprozessen. Deshalb freut es mich umso mehr, dass das Gremium der Schaffung einer Jugendreferenten-Stelle zugestimmt hat. Und somit ein wichtiger und notwendiger Bestandteil der Veränderung gestärkt wird.“

Dank für Engagement in der Corona-Krise

Zudem bedankte Waldhausen sich bei allen Gemeinden, den Mitarbeitenden der Diakonie und der Kinderwelt für ihr Engagement während der Corona-Krise. „Die Kirche hat sich nicht in den Lockdown begeben, sondern auf anderen Wegen die Kontakte zu den Menschen gesucht, sei es durch Online-Gottesdienste, Andachten draußen mit gebotenem Abstand, Briefe oder Telefonate“, so der Superintendent. Auch die Dinslakener Bürgermeisterin, Michaela Eislöffel, betont in ihrem Grußwort die wichtige gesellschaftliche Bedeutung der Evangelischen Kirche. „Kirche hat etwas haltgebendes. Sie ist ein Lebensbegleiter. Sie ist da, wenn man sie braucht“, so die Bürgermeisterin. Die nächste Synode des Evangelischen Kirchenkreises Dinslaken findet kommendes Jahr im Sommer statt. Dort wird sich Synode unter anderem mit der Wahl des Nachfolgers oder der Nachfolgerin von Friedhelm Waldhausen befassen, der in Ruhestand gehen wird.

Die wichtigsten Wahlen und Beschlüsse in Kürze:

  • Pfarrerin Hanna Maas wurde zur Skriba (Schriftführerin) gewählt. Zur Stellvertreterin wurde Pfarrerin Elke Voigt gewählt.
  • Die Synode hat die Einstellung einer Jugendreferent*innen-Stelle beschlossen.
  • Die Synode appelliert an die Landeskirche, dass diese an die Bundesregierung appelliert, dass u.a. neue Aufnahmeprogramme für Flüchtlinge von den griechischen Inseln und von der bosnisch-kroatischen Grenze gestartet werden, dass sie faire Asylverfahren bekommen bzw. als Flüchtling anerkannt werden. Auch dem zweiten Antrag des Fachausschusses für Migration und Flüchtlinge, der dem Einsatz für afghanische Flüchtlinge gilt, wurde stattgegeben.
  • Die Synode bewilligte den Haushaltsplan des Verwaltungsamtes, der Diakonie und der Kinderwelt.