Fair Play… damit es gerecht ist!

Ungerechtigkeit begegnet uns überall: In unserem Alltag, bei der Fußball WM in Katar und in der ganzen Welt. Ungerechtigkeit macht uns das Leben schwer, lässt uns wütend werden oder traurig. Wo finden wir Gerechtigkeit? Und wie sieht Gottes Gerechtigkeit aus? Im Jugendgottesdienst am Sonntag, den 11.12.2022 um 17 Uhr in der Friedenskirche in Dinslaken, Rotbachstraße 162 wollen wir nach Antworten suchen. Begleitet wird der Gottesdienst von der Band Seek for Balance. Anschließend laden wir zum Afterglow mit Punsch ein.

Kreissynode entwickelt Ideen zur Seelsorge der Zukunft

Walsum-Aldenrade. Rund 1.400 ehrenamtlich Mitarbeitende sind bei der Telefonseelsorge in der Ev. Kirche im Rheinland aktiv. Sie bringen jährlich 140.000 Dienststunden ein und führen dabei 420.000 Gespräche. Beeindruckende Zahlen. Die Telefonseelsorge hat eine lange Tradition in der Ev. Kirche. „Und der Zulauf ist groß.  Aber auch in anderen Seelsorgebereichen bieten wir im Ev. Kirchenkreis kompetente Beratung an“, berichtete Superintendent David Bongartz jetzt auf der Kreissynode des Ev. Kirchenkreises Dinslaken in Walsum-Aldenrade. „Seelsorge ist nicht umsonst Thema auf dieser Synode. Sie ist nämlich ein Kernstück unserer Arbeit“, leitete er den Impulsvortrag zum Thema „Seelsorge und Ehrenamt“ von Pfarrerin Ulrike Mummenhoff, Dozentin für Seelsorge und Beratung am Gemeinsamen Pastoralkolleg  der Evangelischen   Rheinischen, Westfälischen, Reformierten und Lippischen Kirche am Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung in Villigst ein. „Seelsorge ist laut Martin Luther aller Christen Aufgabe“, so die Dozentin. Jedoch hätten sich die Bedürfnisse der Hilfesuchenden im Laufe der Zeit gewandelt. So sei Seelsorge mittlerweile nicht nur in den Gemeinden, sondern in vielen Bereichen zu finden: in Altenheimen, in Krankenhäusern, an Flughäfen als „Seelsorge to go“ oder als Seelsorgeprojekte in Studentengemeinden. „Die Seelsorge muss sich stetig weiterentwickeln“, erläuterte die Pfarrerin. Es müssten immer neue Formate gefunden werden. „Chat-Seelsorge beispielsweise ist derzeit unglaublich gefragt“, so Ulrike Mummenhoff weiter. Bei der Suche nach neuen Angeboten gebe es keine Grenzen. So könnte es beispielsweise Seelsorge-Treffen in Gruppen geben, Kochkurse für Trauernde oder Kurse für Patch-Work-Familien.

Pfarrer:innen, deren Kernaufgabe der Beistand ist, seien aber in der heutigen Zeit durch viele verwaltungstechnische Aufgaben gebunden. Sie alleine könnten diese neuen Wege nicht gehen. Nur mit Hilfe von Ehrenamtlichen sei der Schritt in die Zukunft möglich. „Jedoch müssten diese Helfer eine qualifizierte Ausbildung erhalten“, betonte die Dozentin. Eine zusätzliche Möglichkeit könne aber auch die Weiterbildung von hauptamtlichen Kirchenmitarbeitenden sein. Im Anschluss an den Vortrag wurden in kleinen Diskussionsgruppen Ideen für den Kirchenkreis gesammelt, wie spezielle Seelsorge-Angebote für Eltern und Kinder, Entlastung der Pfarrer zu Gunsten von Seelsorgeangeboten, oder ein Buchungsportal für Seelsorge-Termine, ähnlich dem des Ev. Kirchenkreises Aachen.  Die gesammelten Ideen sollen nun geprüft und weiterentwickelt werden.

Foto (Henkel) v.r. Superintendent David Bongartz und Ulrike Mummenhoff, Dozentin für Seelsorge und Beratung am Gemeinsamen Pastoralkolleg  der Evangelischen   Rheinischen, Westfälischen, Reformierten und Lippischen Kirche am Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung in Villigst

Stimmungsvoller Auftakt der Herbstsynode in Walsum-Aldenrade

Die Herbstsynode 2022 des Ev. Kirchenkreises Dinslaken stand ganz unter dem Zeichen „Seelsorge“. So wurde schon der stimmungsvolle Auftakt-Gottesdienst in der Ev. Kirche Aldenrade am Freitagabend, von den Pfarrerinnen Ursula Kappner, Krankenhausseelsorgerin, und Antje Reichow, Gefängnisseelsorgerin, gestaltet.

Im Anschluss versammelten sich die Synodalen der Kreissynode im Ev. Gemeindezentrum. Schwerpunkt des ersten Abends waren die Berichte der Gemeinden und der erste Synodenbericht des neuen Superintendenten David Bongartz. Schon zu Beginn seiner Rede machte er deutlich, dass sein Bericht nur erste Eindrücke widerspiegeln könne. „An vielen Stellen ist die Kirche hier in der Region in Bewegung – in den Köpfen und auch in dem was wir tun. Woran mache ich das fest? Ein paar Beispiele aus den ersten vier Wochen: KSV-Klausur in Gahlen mit einem wichtigen Ergebnis: Ein Kreissynodalvorstand, der als Team unterwegs sein möchte und die Menschen, die in unserer Kirche ehren- wie hauptamtlich tätig sind, im Blick hat und mit ihnen zusammen Kirche der Zukunft gestalten will“, erläuterte David Bongartz. Ein weiteres Beispiel sei das Beats for Benefit-Konzert gegen Kinderarmut der Diakonie. „Kirche bewegt Menschen mit ihrem Einsatz gegen Kinderarmut. Gerade auch welche, die wir meinen nicht zu erreichen“, so der Superintendent.

Zudem sprach er Bereiche an, in denen man sich Herausforderungen stellen werden müsse. Beispielsweise die Gewinnung von neuen Mitarbeitenden. Sei es für Pfarrstellen, für andere kirchliche Arbeitsfelder, Stellen in der Diakonie oder der Kinderwelt. „Da ist es gut, dass nun Anfang November ein Jobportal auf der Seite des Kirchenkreises an den Start gegangen ist, einschließlich der Möglichkeit unverbindlich in 60 Sekunden sein Interesse an einer Stelle zu hinterlegen. Ganz neue Wege, die wir gehen. Denn ich bin überzeugt, dass wir als Arbeitgeberin Kirche sehr attraktiv sein können“, ist sich der Pfarrer sicher. Des weiteren betonte er, die Wichtigkeit des Projektes „Junge Kirche“, das ins Leben gerufen wurde: „Mit Nicole Weltgen haben wir eine Jugendreferentin! Und in welche Richtung gehen wir nun los? Dies wird im kommenden Jahr zu klären sein. Dazu wird Frau Weltgen Dinge mit uns erproben. Manches wird gelingen, anderes ein Versuch bleiben. Mit dem kreiskirchlichen Jugendausschuss, in Rücksprache mit den Gemeinden, aber besonders auch im fortlaufenden Gespräch mit Jugendlichen vor Ort werden wir dann das entwickeln, was unter dem Label „Junge Kirche“ gemeindeübergreifend kirchliche Jugendarbeit hier im Kirchenkreis auszeichnet. Ich selber bin gespannt.“ Abschließend hob David Bongartz nochmals die Vorzüge des Kirchenkreises hervor: „Vieles ist es, was uns die kommenden Jahre auf dem Weg begleitet, herausfordert, uns verändern wird. Es wird spannend. So spannend, dass es gut ist, dass wir viele sind und nicht allein unterwegs. Da ist es aber auch gut, dass wir nicht zu viele sind! Wie meine ich das? Wir sind einerseits ein Kirchenkreis, der von Walsum bis Friedrichsfeld und von Götterswickerhamm bis Gahlen sehr unterschiedlich ist. Andererseits sind wir aber auch eine überschaubare Gruppe. Das birgt die Chance, dass wir Verständnis füreinander entwickeln und uns zugleich in unserem Anderssein gegenseitig bereichern.“

Lesen Sie hier den Bericht des Superintendenten im Wortlaut: Download

 

Gelungener Einführungsgottesdienst von Pfarrer Rüdiger Penczek

Ein neues Gesicht in der menschenskirche: Mit einem Gottesdeinstdienst wurde jetzt die Einführung von Pfarrer Rüdiger Penczek in Spellen gefeiert. In dem sehr lebendigen Gottesdienst kamen zwei Gemeinden zusammen. Denn Rüdiger Penczek wird neben seinem Dienst in der Kirchengemeinde Spellen-Friedrichsfeld auch in der Gemeinde Götterswickerhamm unterwegs sein. Was er schon im ersten Monat geschafft hat: Ein Rekordtempo beim Kennenlernen von Land und Leuten. In diesem Sinne – weiterhin ein gutes Ankommen!

 Foto:  Rüdiger Penczek (3.v.l) mit Superintendent David Bongartz (l.), Preybyteriumsvorsitzenden aus Götterwickerhamm Thomas Schröder (2.v.l) und der Presbyteriumsvorsitzenden aus Spellen-Friedrichsfeld Susanne Jantsch (re.).

Superintendent David Bongartz offiziell in sein Amt eingeführt

Hünxe. Mit einem stimmungsvollen von Aufbruch geprägten Festgottesdienst wurde jetzt Superintendent David Bongartz in der Dorfkirche in Hünxe von Oberkirchenrätin Wibke Janssen in sein Amt eingeführt. Wibke Janssen musste kurzfristig für den Präses der Ev. Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel, einspringen, der aufgrund einer Corona-Erkrankung absagen musste. Jedoch ließ es sich der Präses nicht nehmen, dem neuen Superintendenten des Ev. Kirchenkreises Dinslaken seine herzlichsten Glückwünsche zu überbringen. In ihrer Rede beschrieb die Oberkirchenrätin David Bongartz als einen Menschen, der in Bewegung ist, der für Aufbruch mit Bodenhaftung steht. „Und die Menschenskirche des Ev. Kirchenkreises Dinslaken passt zu dir, denn die Nähe zu den Menschen war dir immer wichtig“, so Wibke Janssen.

David Bongartz selbst nahm in seiner Predigt Bezug auf die Herausforderungen, mit denen sich die christliche Gemeinschaft auseinandersetzen muss. „Wir könnten künftig als kleine christliche Gemeinschaft unsere Nische suchen. Ich hoffe, es regt sich heftiger Widerstand“, sprach er die Besucher des Gottesdienstes direkt an. „Das kann nicht unser Weg sein. Ziel muss es sein, auch in 20 Jahren eine Strahlkraft zu haben, die die Menschen anspricht“, betonte der Superintendent. Dafür benötige es jedoch Perspektiv-Wechsel. „Die Menschen müssen uns unseren Glauben ansehen. Glaube ist heute jedoch oft eine Privatsache geworden. Wir müssen aber eine Gemeinschaft sein, die aus dem Glauben die Kraft nimmt, und hilft“, erläuterte er. Man müsse für andere, die es nicht selbst können, die Stimme erheben. „Lasst uns aufbrechen, als eine Gemeinschaft, die so viel Segen empfängt, und deshalb ein Segen für die Welt ist“, schloss David Bongartz seine Predigt.

Abgerundet wurde der festliche Gottesdienst von Beiträgen der Jugendkantorei der Kirchengemeinde Dinslaken und des Vokalensembles des Kirchenkreises unter Leitung von Kreiskantorin Daniela Grüning. Im Anschluss wurde der neue Superintendent durch zahlreiche Grußworte unter anderem vom Voerder Bürgermeister Dirk Haarmann; dem Superintendenten des Duisburger Kirchenkreises, Christoph Urban; der Geschäftsführerin der Diakonie im Ev. Kirchenkreis Dinslaken, Alexandra Schwedtmann; dem Geschäftsführer der Kinderwelt im Ev. Kirchenkreis Dinslaken, Reimund Schulz und der Geschäftsführerin des Verwaltungsamtes des Ev. Kirchenkreises Dinslaken, Sandra Sommer begrüßt. Superintendent David Bongartz bedankte sich abschließend für den unglaublich herzlichen Empfang, und betonte, wie sehr er sich auf seine neue Aufgabe freue.

Foto (Henkel) v.l.: Pfarrerin Hanna Maas, (Scriba im Ev. Kirchenkreis Dinslaken); Henning Horstkamp (Kreissynodalvorstand); Pfarrerin Susanne Jantsch (Assessorin im Ev. Kirchenkreis  Dinslaken); Doris Aniola (Kreissynodalvorstand); Pfarrerin Elke Voigt (Kreissynodalvorstand); Superintendent David Bongartz;  Oberkirchenrätin Wibke Janssen;  Pfarrer Christoph Weßler, (Kreissynodalvorstand); Marlies Schwinem (Kreissynodalvorstand) und Hermann Driesen (Kreissynodalvorstand)

Abschied von einem großen „Kümmerer“

Dinslaken. Mit einem Festgottesdienst wurde jetzt Superintendent Friedhelm Waldhausen in den Ruhestand verabschiedet. Die offizielle Entpflichtung in der Friedenskirche in Dinslaken wurde von Präses Dr. Thorsten Latzel übernommen, der zudem die außergewöhnliche Arbeit Waldhausens würdigte.  „Sie haben beeindruckende 36 Jahre im Ev. Kirchenkreis Dinslaken gewirkt. Sie haben in ihrer Zeit als Superintendent dem Kirchenkreis ein tiefes Profil gegeben – die Menschenskirche.  Sie nehmen die Menschen war, sie sind ein Kümmerer.“ In seiner Rede hob der Präses außerdem das Engagement des Superintendenten und des Kirchenkreises in der Flüchtlingsarbeit hervor. Auch betonte er, was für einen guten Eindruck er bei der Visitation im vergangenen Jahr erlangt habe: „Sie geben den Menschen Raum. In diesem Kirchenkreis herrscht eine so gute Stimmung. Gott segne die große Arbeit, die sie geleistet haben für so viele Menschen.“

In seiner Predigt während des Festgottesdienstes war es Superintendent Friedhelm Waldhausen ein besonderes Anliegen, den Menschen in solch schweren Zeiten Mut zu machen. Dazu bediente er sich des Spruches, der ihn sein Wirken lang begleitet hat: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Lieben und der Besonnenheit (2. Timotheus 1,7)“. „Habt den Mut, neue Projekte zu beginnen, verzagt nicht in den schweren Zeiten, achtet aufeinander. Macht Kirche erkennbar und stärkt sie.“ Im Anschluss an den Festgottesdienst wurde Friedhelm Waldhausen von Würdenträgern und Wegbegleitern in Grußworten gewürdigt. So hielt der Voerder Bürgermeister Dirk Haarmann – auch stellvertretend für die Bürgermeister aus Dinslaken und Hünxe – ein Grußwort. Der Superintendent des Ev. Kirchenkreises Wesel, Thomas Brödenfeld, dankte  ebenso wie der Geschäftsführer des Ev. Klinikums Niederrhein, Dr. Andreas Sander, für die hervorragende Zusammenarbeit. Auch Alexandra Schwedtmann und Nicole Elsen-Mehring, Geschäftsführerinnen der Diakonie im Ev. Kirchenkreis Dinslaken, Sandra Sommer, Geschäftsführerin des Verwaltungsamtes und Reimund Schulz, Geschäftsführer der Ev. Kinderwelt im Ev. Kirchenkreis Dinslaken lobten die hervorragende Zusammenarbeit mit Friedhelm Waldhausen.

 

Vita:
Friedhelm Waldhausen wurde am 27. November 1956 in Mönchengladbach geboren. Er ist mit Petra Schorberger-Waldhausen verheiratet. Sie haben zwei Kinder, Simon Jonas und Lea Maren. Friedhelm Waldhausen studierte an der KiHo Wuppertal und an der Georg August Universität Göttingen Ev. Theologie. Im Anschluss studierte er Sozial-Wissenschaften an Georg August Universität Göttingen. Sein Vikariat absolvierte Friedhelm Waldhausen von 1983-1985 in Essen- Borbeck. 1985 fand seine Ordination statt. Von 1985 bis 1986 war er als Pastor im Hilfsdienst in Essen-Karnap (Kirchenkreis Essen-Nord) tätig. Seit 1986 war Friedhelm Waldhausen als Pfarrer im Kirchenkreis Dinslaken in unterschiedlichen Bereichen tätig: Von 1986 bis 2012 war er gemeinsam mit seiner Ehefrau in der Kirchengemeinde Hiesfeld tätig. Von 1992 bis 2003 arbeitete er zudem als nebenamtlicher Dozent für die Ausbildung von Vikarinnen und Vikaren in Seelsorge am Predigerseminar der Ev. Kirche im Rheinland in Essen und Bad Kreuznach. Von 2002 bis 2014 wirkte Friedhelm Waldhausen als Krankenhauspfarrer in Dinslaken. Von 2000 bis  2014 war er als Synodalassessor und Diakoniepfarrer des Kirchenkreises Dinslaken tätig. Seit  September 2014 hatte Friedhelm Waldhausen das Amt des Superintendenten des Kirchenkreises Dinslaken inne. Besonders wichtig war ihm in dieser Zeit, Kirchengemeinden und die Einrichtungen des Kirchenkreises wie die Diakonie, die Ev. Kinderwelt und die Seelsorgearbeit in Krankenhaus, Justizvollzugsanstalt und Notfallseelsorge sowie Telefon- und Schulseelsorge zu stützen und stärken. Damit Einrichtungen und Kirchengemeinden mit ihren Presbyterien nah bei den Menschen sind. Menschenskirche sind.

Foto: v.l. Pfarrerin Petra Schorberger-Waldhausen, Hermann Driesen (Mitglied Kreissynodalvorstand), Pfarrerin Hanna Maas (Scriba), Marlies Schwinem (Mitglied Kreissynodalvorstand), Superintendent Friedhelm Waldhausen, Günter Dickmann (Mitglied Kreissynodalvorstand), Präses Dr. Thorsten Latzel, Doris Aniola (Mitglied Kreissynodalvorstand), Pfarrerin Susanne Jantsch (Assessorin), Veronika Leißner (Mitglied Kreissynodalvorstand)

„Evangelische Kirche mit ihrem guten Geist bringt sich ein, hat Ausstrahlungskraft“

Superintendent Friedhelm Waldhausen kann auf eine bewegte Zeit im Ev. Kirchenkreis Dinslaken zurückblicken. Insgesamt 36 Jahre war er im Kirchenkreis als Gemeindepfarrer, Krankenhausseelsorger, Assessor und schließlich als Superintendent tätig. Im Interview verrät er, was seine größte Herausforderung war, warum er seine Arbeit liebt, weshalb die Kirche Bestand haben wird, und wie er seinen Ruhestand gestalten wird.

Was war für Sie die größte Herausforderung in ihrer Amtszeit als Superintendent?

Friedhelm Waldhausen: Dass die Kreissynode mich 2014 nach 14 Jahren als Synodalassessor und damit Mitglied im Kreissynodalvorstand zu ihrem Superintendenten gewählt hat, war insgesamt eine neue Herausforderung für mich.  Superintendent zu sein, bedeutet ja, die Kirchengemeinden und die Einrichtungen des Kirchenkreises wie die Diakonie, die Ev. Kinderwelt und die Seelsorgearbeit in Krankenhaus, Justizvollzugsanstalt und Notfallseelsorge sowie Telefon – und Schulseelsorge zu stützen und stärken. Warum? Damit Einrichtungen und Kirchengemeinden mit ihren Presbyterien nah bei den Menschen sind. Menschenskirche sind. Dabei ist zum Beispiel bis in Finanz – und Planungsausschüssen und Vorständen genau zu überlegen, wie Kirchensteuermittel verantwortlich eingesetzt werden. Kirche lebt aus dem guten Geist, der von Jesus ausgeht. Dieser Geist ist und verleiht Lebenskraft, er schenkt Trost, leistet Beistand und Begleitung auf dem Lebensweg.  Wie zeigen wir diese Relevanz für das Leben auf? Herausfordernde und vielfältige Aufgaben sind das. Dazu zähle ich auch, politisch Position zu beziehen gegen jegliche Form von Niedertracht. Kirche sozusagen als Friedens- und Gerechtigkeitsgemeinschaft, die tragfähig ist, der man vertrauen kann. Sie steht gegen Hass und Misstrauen. Kirche als tragfähige Gemeinschaft erlebbar und erfahrbar zu machen, wird eine große Aufgabe und Herausforderung bleiben. Hier fühle ich mich mit vielen Menschen bei ihren jeweiligen Aufgaben wunderbar verbunden.

Was hat Ihnen am meisten Freude bereitet?

Friedhelm Waldhausen: Die viele Arbeit hat mir aber auch viel Freude bereitet. Ich habe ungezählte Gespräche mit unterschiedlichen Menschen geführt – unter vier oder sechs Augen, in Gremien. Das hat mir wirklich Freude bereitet. Positionen, Ansichten, Meinungen, Einschätzungen zu hören, und zu verstehen, und dabei für das Anliegen – wenn man das so bezeichnen kann – von Kirche zu streiten. Woran müssen wir festhalten? An den Gottesdienstzeiten? An den Orten und Gebäuden, wenn die Gelder weniger werden, und die Menschen nicht mehr kommen? Konkret meine ich: Freude hat mir bereitet, an einer Ermöglichungskultur mitzuarbeiten für Perspektiven, für Lebendigkeit, Frische und Fairness, Achtsamkeit und Respekt. Unterschiedliche Player ins Gespräch bringen. Vom Finanzausschuss über die Vorstandsarbeit, in außerkirchlichen Gremien oder konkret beim Aufsichtsrat im Ev. Klinikum Niederrhein, zu deren Träger dieser gGmbH der Kirchenkreis – und Gemeinde Dinslaken gehören. Mit Kolleginnen und Kollegen habe ich gerne konstruktiv, phantasievoll und vertrauensvoll  Perspektiven entwickelt. Eine gute Verwaltung war mir dabei immer hilfreich. Das hat mir alles richtig Freude bereitet: Insgesamt das Miteinander mit so vielen wunderbaren Menschen.

Ja, der Kirchenkreis Dinslaken mit seinen Gemeinden und Einrichtungen ist gefragt, hat Bedeutung für die Bürgerinnen und Bürger in den Kommunen und in ihren sozialpolitischen Gremien, im kulturellen Bereich mit Musik, Ausstellungen, Vorträgen. Evangelische Kirche mit ihrem guten Geist bringt sich ein, hat Ausstrahlungskraft und gibt der Bürger*innengesellschaft ein freundliches Gesicht. Zugleich wünsche ich mir aber auch, dass wir an unserer Ausstrahlungskraft als Kirche noch etwas mehr arbeiten. Sie könnte noch mehr und klarer strahlen.

Welche Tipps möchten Sie ihrem Nachfolger gerne mit auf den Weg geben?

Friedhelm Waldhausen: Meinem Nachfolger möchte ich keine Tipps geben. Ich wünsche ihm jedoch angesichts der Vielfalt und Komplexität des Superintendenten-Amtes, dass er dem Bibelwort traut: dass Gott uns keinen Geist der Furcht, sondern der Kraft der Liebe und Besonnenheit gegeben hat. Ich wünsche ihm also ein segensreiches Wirken.

Sie haben 36 Jahre im Kirchenkreis Dinslaken – erst als Gemeindepfarrer in Hiesfeld, dann als Krankenhausseelsorger und Assessor, und abschließend als Superintendent – gewirkt. Wie hat sich die Kirche in dieser Zeit ihrer Meinung nach verändert? Was muss passieren, damit die Kirche weiterhin nah bei den Menschen bleibt?

Friedhelm Waldhausen: Als ich 1986 mit meiner Frau gemeinsam die erste Pfarrstelle in der Ev. Kirchengemeinde Hiesfeld übernahm, hatte der Kirchenkreis Dinslaken ca. 95.000 Gemeindemitglieder. Heute hat der Kirchenkreis keine 50.000 Mitglieder mehr. Der Kirchenkreis ist also kleiner geworden. Deshalb haben wir die Aufgabe, genau hinzuschauen, wo wir unsere weiterhin bestehende Relevanz deutlich machen können. Es ist leider nicht mehr selbstverständlich, dass Kirche dabei ist. Ich behaupte jedoch, dass wir keinen Relevanzverlust haben. Die Botschaft des Evangeliums, ja, die biblische Botschaft beider Testamente ist eine Botschaft, eine Ansage für gelingendes Leben und friedliches Miteinander. Das Leben hat es schwer. So will ich es ausdrücken. Persönliche, finanzielle, wirtschaftliche Lasten lasten schwer. Vereinsamung, ein abnehmendes verbindliches Füreinander Dasein, ein verlässliches Miteinander, zunehmende Sorgen um Klima und Krieg sind hier meine Stichworte. Aber hier verfügen wir als Kirche über ein Grundwissen, mit dem wir an Antworten und Lösungen arbeiten können. Dazu müssen wir Kontakte suchen, uns einbringen in den vielfältigen gesellschaftlichen Diskurs – ins Gespräch. Lebenslast und Lebenslust. Einsamkeit und Gemeinschaft. Unverbindlichkeit und Verlässlichkeit. Schöpfungsbewahrung und Klimazerstörung. Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit. Krieg und Frieden. Das sind alles Themen des biblisch-christlichen Lebens. Wir haben wirklich allen Grund uns nicht zurück zu ziehen, sondern einzubringen. Ich meine, dann tragen wir als Menschen eine Menschenskirche weiter mit dazu bei, nah bei den Menschen zu sein.

Nach dem vollen Terminkalender als Superintendent, gönnen Sie sich jetzt erst einmal eine Ruhephase oder haben sie schon ganz konkrete Pläne für die Zukunft?

Friedhelm Waldhausen: Wie mein Ruhestand aussieht? Ich weiß es natürlich nicht. Aber ich freue mich trotzdem darauf. Ich freue mich auf die Zeit mit anderen Herausforderungen, auf neue und andere Erfahrungen, auf Urlaube, und bin ganz den Worten des Reformationsjubiläums von 1517 vergnügt, erlöst, befreit.

Jazzgottesdienst mit Matthias Strucken und Daniela Grüning

Am kommenden Samstag, den 24. September, öffnet die Stadtkirche um 18:00 Uhr wieder zum Jazzgottesdienst ihre Pforten. „Sehen und Gesehen werden“ lautet das Thema, zu dem eine kleine Combo aus Matthias Strucken am Vibraphone und Daniela Grüning am Piano Jazzarangements spielt. Matthias Strucken ist nach seinem Auftritt 2019 zum zweiten Mal zu Gast in der Stadtkirche.

Stadtradeln: Das Team des Kirchenkreises holt sich Bronze

Wenn das keine beachtliche Leistung ist: Die Mitarbeitenden des Ev. Kirchenkreises Dinslaken erradelten beim Stadtradeln Dinslaken 2022 insgesamt 4.728 km und holten damit den dritten Platz bei den Betriebsteams. Gratulation! Die Kita am Rotbach leistete mit 1468,5 km dazu einen großen Beitrag. Eindeutiger Sieger war die Umwelt, denn über 720kg CO² konnten eingespart werden.

Foto: Die Stellvertretende Bürgermeisterin Stefanie Weyland überreichte die Bronze-Urkunde und freute sich mit Thomas Koch, Mitarbeitender des Ev. Kirchenkreises, auch über die gelungene Gesundheitsförderung.