Synodalen wählen Abgeordnete für die Landessynode

Auf der vergangenen Kreissynode des Kirchenkreises Dinslaken stand unter anderem die Wahl der Abgeordneten des Kirchenkreises für die Landessynode auf der Tagesordnung. Neu ins Amt wurde Pfarrer Mirko Lipski-Reinhart gewählt. Seine Stellvertreter*innen sind Pfarrerin Hanke Ibbeken, Pfarrer Sven Hesse und Pfarrer Andreas Mann. Zudem wurden Christian Olges und Marlis Schwinem in ihren Ämtern bestätigt. Ihr Stellvertreter*innen sind Herman Driesen und Eva Obermann.

Foto 1 (v.l.): Der Abgeordnete Christian Olges,  Assesorin Susanne Jantsch, die Abgeordnete Marlies Schwinem und Superintendent David Bongartz auf der vergangenen Landessynode.

Foto 2: Pfarrer Mirko Lipski-Reinhardt wurde neu ins Amt des Abgeordneten gewählt.

25 Jahre Kölner Kette: Aktionstag am 18. Juni am Kölner Dom

Im Juni 1999 bildeten rund 35.000 Menschen eine Menschenkette rund um den Kölner Dom. Sie forderten die Streichung der Schulden der am höchsten verschuldeten Länder weltweit. Millionen Menschen auf der ganzen Welt haben die Forderung damals unterstützt. Mit Erfolg: Beim G8-Gipfel wurde eine weitreichende Entschuldungsinitiative beschlossen. Bis heute war dies einer der größten entwicklungspolitischen Mobilisierungen überhaupt, die damals in Köln zu einem Höhepunkt kam.

Doch der einmalige Schuldenerlass damals ging nicht mit nachhaltigen Reformen einher: Noch immer entscheiden allein die Gläubiger, ob und in welcher Höhe Schulden erlassen werden. Überschuldete Staaten brauchen die Chance, unter fairen und transparenten Bedingungen über ihre Schulden zu verhandeln. Das ist heute so wichtig wie vor 25 Jahren, denn die Corona- Pandemie, der Krieg in der Ukraine und die Klimakatastrophe haben in vielen Ländern im Globalen Süden zu neuen Schuldenkrisen geführt. Die Staaten müssen oft hohe Summen in die Schuldenrückzahlung stecken. Geld für Investitionen in soziale Bereiche wie Gesundheit, Bildung und Armutsbekämpfung, in Infrastruktur oder Maßnahmen zur Bewältigung des Klimawandels fehlt. Ob in Sambia, El Salvador oder Sri Lanka: Unter der hohen Schuldenlast leiden verwundbare Gruppen wie Frauen und Kinder ganz besonders.

Die deutsche Bundesregierung hat dieses Problem erkannt. Sie will die Schaffung eines Insolvenzverfahrens für Staaten unterstützen. Das Ziel: besonders gefährdeten Ländern rasche und umfassende Schuldenerleichterungen ermöglichen. In ihrem Koalitionsvertrag haben die drei Regierungsparteien dieses Ziel festgehalten.

Das deutsche Entschuldungsbündnis erlassjahr.de nimmt das 25. Jubiläum der „Kölner Kette“ zum Anlass, die Bundesregierung an ihr Versprechen zu erinnern! Beim Aktionstag am 18. Juni 2024 soll mit einer Menschenkette vor dem Kölner Dom an die „Kölner Kette“ von 1999 erinnert werden und alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen.

Information & Anmeldung: https://erlassjahr.de/termin/aktionstag-25-jahre-koelner-kette/

Programm am 18. Juni

16:30 Kundgebung und Bühnenprogramm
auf dem Kardinal-Höffner-Platz (vor dem DOMFORUM)
17:30 Menschenkette
vor dem Kölner Dom
18:00 Gespräche und Getränke
im DOMFORUM
19:00 Abendveranstaltung „Engagement verbindet: 25 Jahre Kölner Kette, 25 Jahre Einsatz für faire Entschuldung“
im DOMFORUM

 

 

 

 

 

 

 

Quelle (Text & Bild): erlassjahr.de

Das deutsche Entschuldungsbündnis „erlassjahr.de – Entwicklung braucht Entschuldung e.V.“ setzt sich dafür ein, dass den Lebensbedingungen von Menschen in verschuldeten Ländern mehr Bedeutung beigemessen wird als der Rückzahlung von Staatsschulden. erlassjahr.de wird von mehr als 500 Organisationen aus Kirche, Politik und Zivilgesellschaft
bundesweit getragen und ist eingebunden in ein weltweites Netzwerk nationaler und regionaler Entschuldungsinitiativen.

 

 

Kirchenkreis stellt sich klar gegen die AfD

Am Sonntag, 9. Juni, können die Menschen bei der Europawahl ihre Stimme abgeben und so maßgeblich die Zukunft Europas gestalten. Im Vorfeld stellt sich David Bongartz, Superintendent des Ev. Kirchenkreises Dinslaken, klar gegen die AfD und betont, dass die Positionen der AfD aufgrund ihres Parteiprogrammes und zahlreicher Äußerungen von AfD-Politikern nicht mit dem christlichen Glauben vereinbar sind. „Somit ist die AfD für Christen nicht wählbar“, so David Bongartz.

Dies verdeutlichen die 6 Argumentationshilfen des Ausschusses für öffentliche Verantwortung der Ev. Kirche im Rheinland: Argumentationshilfe AfD_lang  Argumentationshilfe AfD_kurz

SommerRendezvous mit AVRAM am 11. Juni

Am 11. Juni öffnet die Ev. Friedenskirche um 18:30 Uhr ihre Pforten für ganz besondere Gäste: Beim „SommerRendezvous“ tritt das interkulturelle Ensemble Avram auf. Der Name des Ensembles – das aus den Musikgenres Klassik, Jazz und Weltmusik stammt – ist Programm: Er geht auf Abraham zurück, den Urvater der drei Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam. Die Musik mit traditionellem Anker trifft hochaktuelle Themen, denn die Musiker*innen zeichnen ein musikalisches Bild einer Zukunft mit tolerantem Miteinander aller Kulturen und Religionen.

Das Konzert wird eröffnet von Berivan Ajmaz, stellvertretende Präsidentin des Landtags NRW (Bündnis 90/Die Grünen) und Schirmherrin dieser Veranstaltung. Auch Dr. Tagrid Yousef, Kulturdezernentin der Stadt Dinslaken und Ronny Schneider, Vorsitzender des Dinslakener Kulturausschusses, werden als Gäste mit dabei sein.

In der halbstündigen Pause gibt es auf dem Platz vor der Kirche Getränke, Speisen aus unterschiedlichen Ländern und genügend Zeit für Gespräche und Austausch.

Das Konzert wird präsentiert vom Förderverein Kultur und Ev. Kirche in Dinslaken e.V., der Eintritt ist frei und auf freiwilliger Spendenbasis.

SommerRendezvouz mit Avram, 11. Juni, 18:30 Uhr bis 21:00 Uhr, Ev. Friedenskirche, Dinslaken

 

 

Was machen die Kaffeebohnen da?!

Dies war nicht die zentrale Frage auf der großen Entdeckersynode des Ev. Kirchenkreises Dinslaken am 4. Mai 2024, sondern es ging darum, wie Kirche im Jahr 2035 aussehen soll. Mehr als vier Stunden hatten rund 200 geladene Gäste in der Zechenwerkstatt Lohberg in Dinslaken an 6 Mitmach-Stationen und in 3 Diskussionsrunden ihre Ideen, Kritik und Vorstellung über Kirche eingebracht. Das Ergebnis daraus waren drei Leitsätze, die im „Entdeckerjahr“ der menschenskirche. einen prioritären Arbeitsauftrag mit sich bringen.

Wie kommen die Kaffeebohnen hier ins Spiel?

Die sind eines der vier zentralen Motive auf dem Graffiti, das der Künstler Raphael Wiese im Verlauf der Veranstaltung aus den Impulsen der Gäste auf ein 4m-großes Holzschiff sprühte. „Wir brauchen allem voran ein Medium, um die Menschen mit und für Kirche zu erreichen“ – so fasste der junge Sprayer die erste Inspirationsquelle aus den Gesprächen mit den Gästen zusammen.

  • Der Kaffee als omnipräsentes Bindeglied für Menschen und Momente symbolisiert unkomplizierte und kurzweilige Begegnungen.
  • Den Raum für kirchliche Begegnungen sieht düster aus, das ist aber so gewollt. Die dunklen Wolken beschreiben, dass Kirche auch in Zukunft dort eine zentrale Rolle spielen wird, wo Hoffnung und Zuversicht gebraucht werden.
  • Die Sanduhr steht für die selbst gesetzte Deadline: Das Jahr 2035 scheint in weiter Ferne, ist aber gleichzeitig begrenzte Zeit. Und die ist am Ende des Tages nur bedingt beeinflussbar, denn vielmehr gilt es, die Wahrnehmung zu verändern.
  • Das Auge auf dem Schiff bringt all das zusammen: Zukunftsfähigkeit erlangt die Kirche, wenn sie sich neu beurteilt und neuen Betrachtungsweisen öffnet.

Das Kunstwerk war wie die drei Leitsätze ein gemeinsames Ergebnis aus den Interaktionen des Tages. „So wie das Schiff-Graffiti jedem Betrachter und jeder Betrachterin eine eigene Lesart anbietet, so darf auch Kirche nicht allein das konkrete Bild sehen, sondern muss Interpretationsspielräume lassen“, resümiert Raphael Wiese sein Werk.

Das Graffiti-Schiff steht derzeit im Verwaltungsgebäude des Kirchenkreises in Dinslaken, soll aber – so wie die Kirche der Zukunft – auch mobil bleiben und bei der ein oder anderen Veranstaltung immer wieder mit dabei sein.

 

Übrigens:

Das Wort Graffiti kommt aus dem italienischen, ist die Plural von Graffito und beschreibt ein Kratzbild oder eine in harten Stein geritzte Zeichnung. Der Ursprung liegt somit bereits einige tausend Jahre zurück und die Frage, ob Graffiti nicht aus der Mode kommt, ist schnell beantwortet. Nein, denn heute beschreibt es den oftmals illegalen Einsatz von Farbe auf Wänden, Mauern, Zügen o.a.. Die Kunst aus der Dose ist geprägt von einem kreativen Ausdruck in Form von Signaturen (Tags), Motiven, Figuren (Character) politische Parolen oder eine Buchstabengruppe (Style), die meist für die Szene und nicht für den Laien lesbar sind.

Astrid Neuhaus mit der Joachim-Neander-Medaille ausgezeichnet.

Die Evangelische Kirche im Rheinland verlieh jetzt erstmals die Joachim-Neander-Medaille für herausragende kirchenmusikalische Aktivitäten auf dem rheinischen Kirchengebiet. Insgesamt wurden 17 Projekte ausgezeichnet, diesmal aus dem Bereich der musikalischen Nachwuchsarbeit mit Kindern und Jugendlichen. Dabei wird jedes Mal ein anderer Schwerpunkt gesetzt. Die Auswahl erfolgt über eine Abfrage bei den Kreiskantoraten der 37 rheinischen Kirchenkreise.

In diesem Jahr wurde Astrid Neuhaus aus der Ev. Kirchengemeinde Dinslaken für ihre mittlerweile 30-jährige Leitung der Jungbläsergruppen im Posauenchor Bruch ausgezeichnet, welche in wunderbarer Weise für den kontinuierlichen Aufbau des Bläserkreises sorgt. Viele Bläser aus der Schmiede der studierten Musikerin spielen in Auswahlensembles der Landeskirche.

Foto: v.l.n.r.: Thomas Schmidt, Christiane Mebs, Marion Kutscher, Jörg Häusler, Astrid Neuhaus (Kirchenkreis Dinslaken), Daniela Grüning (Kirchenkreis Dinslaken)

Kirche ist mobil, nicht langweilig und braucht keine Kirchen

Um 15:56 Uhr stand das mit Spannung erwartete Votum fest: Die Menschenskirche 2035 ist mobil, nicht langweilig, braucht keine Kirchen, hat ein klares christliches Profil und orientiert sich konsequent an den Lebenssituationen der Menschen. Mehr als vier Stunden hatten die rund 200 Gäste der Entdeckersynode des Ev. Kirchenkreises Dinslaken in der Zechenwerkstatt Lohberg in Dinslaken an 6 Mitmach-Stationen und in 3 Diskussionsrunden ihre Ideen, Kritik und Vorstellung über Kirche eingebracht. So entstanden unter anderem mobile Kindergärten, eine 360-Grad-Pop-Up-Action-Church und ein Begegnungszentrum für alle Altersklassen aus Legosteinen. In den Diskussionsrunden wurden darüber hinaus Themen wie „Kirchlicher Segen abseits der klassischen Lebenswege“ oder „Was würde passieren, wenn Kirche sich an dem, was Menschen vor Ort erhoffen und erwarten, orientiert?“ angesprochen.

Ziel der Synode war es, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Deshalb waren nicht nur die Synodalen aus den 8 Gemeinden, sondern auch Bürger*innen aus lokalen Vereinen, Künstler*innen und Vertreter*innen aus der Politik eingeladen worden. „Wir haben uns für dieses ungewöhnliche Format entschieden, da sich Kirche grundlegend verändern muss, und wir wollen im Kirchenkreis diese Veränderung nicht von oben herab anstoßen, sondern wir wollen dies hier als Menschenskirche gemeinsam mit den Menschen gestalten“, erläuterte David Bongartz, Superintendent des Ev. Kirchenkreises Dinslaken.

Am Ende der Veranstaltung hatten die Gäste die Wahl sich zwischen 9 möglichen Leitsätzen, die im Laufe des Tages an den Stationen entstanden waren, zu entscheiden. Folgende 3 Sätze bekamen die meisten Stimmen: Wir brauchen keine Kirchen, sondern bunte Orte des Zusammenseins, die für jeden offen sind; Kirche langweilt nicht und denkt nicht von dem was ist, sondern orientiert sich konsequent an den Lebenssituationen der Menschen; Kirche taucht mit mobilen Projekten mit klarem christlichen Profil dort auf, wo man sie nicht erwartet. „Das war Menschenkirche pur, wo der Fokus auf den Menschen liegt, auf dem, was sie in eine Menschenskirche einbringen wollen, und was sie von uns brauchen“, so David Bongartz. „Und es ist jetzt unsere Aufgabe, dieses konkret werden zu lassen“, so der Superintendent weiter.

Für ein besonderes Highlight zum Abschluss sorgte zudem der Graffiti-Künstler Raphael Wiese aus Spellen-Friedrichfeld, der während der Veranstaltung die Gedanken, Wünsche und Eindrücke der Besucher*innen sammelte und am Ende ein vier Meter großes Schiff mit entsprechenden Bildern besprüht hatte.