Wenn die „Polizei“ anruft …

Betrugsmethoden gegenüber Senior*innen an Telefon und Haustür

Ältere Menschen sind zu Hilfsbereitschaft und Höflichkeit Fremden gegenüber erzogen. Es fällt ihnen schwer, „Nein“ zu sagen und sie setzen die Ehrlichkeit anderer voraus. Aber genau das wird ihnen zum Verhängnis, wenn Kriminelle sich am Telefon melden und mit raffinierten Tricks versuchen, an das Geld und die Wertsachen der Senior*innen zu kommen.

Die Kriminalhauptkommissare Markus Köper (li. im Bild) und Richard Devers sind bei der Kreispolizeibehörde Wesel für genau solche Betrugsmaschen zuständig und informieren Senior*innen, um sie stark zu machen gegen Betrugsmaschen.

„Der Ablauf ist am Telefon immer derselbe“, sagt Markus Köper. „ Die Betrüger rufen mit verschiedenen Betrugsmaschen an und versuchen die Angerufenen dazu zu bewegen, Geld und Wertsachen zusammen zu packen, und an jemanden zu übergeben, der die Sachen vermeintlich in Sicherheit bringt. Dabei sitzen die Anrufer in Callcentern im Ausland und haben Komplizen vor Ort.
Die einige Beispiele:

  • „Falscher Polizeibeamter“: Angeblich hat die Polizei eine Bande festgenommen, bei der ein Zettel mit der Anschrift des Angerufenen gefunden wurde – ein Hinweis auf den bevorstehenden Einbruch. Darum seien Geld und Wertsachen zu Hause nicht mehr sicher. Alles soll in eine Tasche gepackt werden und ein angeblicher Polizist in Zivil hole die Sachen ab und bringe sie zur Wache.
    Gerne wird dabei von den Betrügern auch die Nummer 110 genutzt. Aber die Polizei ruft NIE!!! über die 110 an. Unbedingt merken!
  • „Schockanruf“: Bei einem angeblichen Verkehrsunfall – gerne im Ausland – soll ein Verwandter schwer verletzt worden sein. Oft ruft ein angeblicher Rechtsanwalt an und fordert eine hohe Geldsumme für Behandlungskosten oder Strafkaution, damit der Angehörige nicht ins Gefängnis muss. Die Kriminellen steigern hier oft die Dramatik immer weiter, bis die Angerufenen zahlungswillig sind.
  • „Enkeltrick“: Mit den Worten „Rate mal, wer hier spricht“ rufen Betrüger bei alleinstehenden älteren Menschen an, geben sich als Verwandte, Enkel oder gute Freunde aus und bitten kurzfristig um Bargeld wegen einer angeblichen finanziellen Notlage. Oft werden die Betroffenen auch mehrmals angerufen und sogar aufgefordert, noch Geld von der Bank zu holen. Sobald das Opfer zahlen will, wird eine Person angekündigt, die das Geld abholt.

Bei all diesen Tricks wird von den Anrufern ein hoher emotionaler Druck aufgebaut. Das macht die richtige Reaktion so schwer.
Hier einige Verhaltenstipps:

  • Seien Sie immer misstrauisch.
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Legen Sie den Hörer auf, wenn jemand Geld will oder Sie unter Druck setzt.
  • Lassen Sie sich nicht ausfragen. Geben Sie niemals Auskunft über Ihren Kontostand oder Ihr Vermögen, auch nicht über Ihre Kontodaten.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an fremde, unbekannte Personen. Wenden Sie sich an ein Familienmitglied oder eine Vertrauensperson.
  • Informieren Sie sofort die Polizei über die Notrufnummer 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt. Auch wenn Sie aus Vorsicht einfach aufgelegt haben und nichts weiter passiert ist. Sie können immer die Polizei darüber informieren und Anzeige erstatten.

Und zum Schluss:

Opfer kann jeder werden. Niemand muss sich schämen, auf Tricks und Straftaten hereingefallen zu sein. Wenden Sie sich an den Opferschutz der Polizei – am einfachsten über die 110. Dort finden Opfer einer Straftat vielfältige Unterstützung, menschlichen Beistand und praktische Hilfe.

Foto: Ruth Levin

 

Neue Mitglieder eingeführt

Im Kreissynodalvorstand wirken nun auch Hanna Maas und Elke Voigt mit

In einem Gottesdienst in der Walsumer Johanneskirche hat Superintendent Friedhelm Waldhausen am vergangenen Sonntag zwei neue Mitglieder des Kreissynodalvorstandes (KSV) in ihre Ämter eingeführt. Pfarrerin Hanna Maas ist nun Schriftführerin und Pfarrerin Elke Voigt ihre erste Stellvertreterin. Die ausscheidenden Mitglieder Martina Geißler und Joachim Gall wurden im selben Gottesdienst aus ihrem Dienst im KSV entlassen.

Im Gottesdienst führte Waldhausen durch die Liturgie, Hanna Maas predigte wider die Angst in ungewisser Zeit zum biblischen Vers „Fürchtet euch nicht.“ Im Anschluss war Gelegenheit zu Gespräch und Beisammensein.

Foto: Mirko Lipski-Reinhardt

NATO – Russland – Konflikt – Das Gebot der Stunde ist Deeskalation

Online-Vortrag und Diskussion – Donnerstag, 10. März 2022, 19 Uhr  

Der NATO-Russland-Konflikt droht militärisch zu eskalieren. Möglicherweise wird der befürchtete kriegerische Einsatz am Tag dieser Veranstaltung bereits begonnen haben. Für Andreas Zumach, freier Journalist mit Schwerpunkt Internationale Politik, ist für die aktuelle und seit Ende des Kalten Krieges gefährlichste Zuspitzung zweifelsohne die Regierung von Präsident Putin verantwortlich. Gleichzeitig sieht er den Ursprung des Konfliktes im Zusammenbruch der Sowjetunion und der Wiedervereinigung Deutschlands in den 1990er Jahren. Nur ein Entgegenkommen aller Akteure (NATO, EU und Ukraine auf der einen Seite – Russland andererseits) kann die Situation entschärfen.  Was braucht es, um die Lage zu deeskalieren? Welche friedlichen Lösungen gibt es, um die Konfrontation zwischen Ost und West nachhaltig zu entspannen? Welche Rolle spielen dabei die Bundesregierung, das Parlament und die Zivilgesellschaft?

Vortrag und Diskussion mit Andreas Zumach, freier Journalist zu Themen der UNO und der internationalen Politik für die taz und andere Medien, Berlin

Statements von Pfarrer Jens Sannig, Superintendent Evangelischer Kirchenkreis Jülich und Dr. Norbert Fabian, Mitglied des Bundesvorstandes der Internationalen katholischen Friedensbewegung pax christi

Die Veranstaltung findet in digitaler Form über die Videokonferenz-Software Zoom statt. Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich. Sie erhalten nach Ihrer Anmeldung per Mail einen Zugangslink zur Online Veranstaltung.

Information und Anmeldung:

Dieter Zisenis, Laboratorium – c/o Evangelischer Kirchenkreis Duisburg, Am Burgacker 14-16, 47051 Duisburg, Mobil: 0179 758 7289 – Mail: kda@kirche-duisburg.de

Veranstalter:

Laboratorium – Evangelische Kirchenkreise Dinslaken, Duisburg, Moers und Wesel
Neues Evangelisches Forum Kirchenkreis Moers
Philippus-Akademie Evangelischer Kirchenkreis Gladbach-Neuss
pax christi Ortsgruppe Duisburg
vhs Moers – Kamp-Lintfort
Kath. Erwachsenen- und Familienbildung im Bistum Essen gGmbH – KEFB Duisburg

Foto: privat

 

 

Kirchen laden zur 2. Segensfeier für Neugeborene und Schwangere ein

#segenberührt: Ökumenische Veranstaltung am 12.03.22 in Hünxe   

Dinslaken/Hünxe. Die Premiere war ein voller Erfolg: Mehr als 17 Neugeborene und Schwangere wurden bei der ersten Segensfeier „Willkommen im Leben, kleiner Segen“ gesegnet. Am 12. März 2022 sind schwangere Eltern und Eltern mit Baby erneut eingeladen, ihr Kind vor oder nach der Geburt segnen zu lassen. Diesmal laden die evangelische und katholische Kirche im Kirchenkreis Dinslaken, um 15 Uhr in die Dorfkirche, Dorstener Str. 7 in Hünxe ein.

Die Segensfeier für Babys ist keine Taufe und will es auch gar nicht sein. Die Taufe ist für den Täufling der Beginn einer lebenslangen Beziehung zu Jesus und der Beginn seiner Mitgliedschaft in Kirche und Gemeinde. Unabhängig davon, ob Eltern sich für die Taufe entscheiden oder damit noch warten, ist ihr Kind von Anfang seines Lebens an Gottes geliebtes Kind. Das will die Segensfeier dem Kind und den Eltern zusagen. Zudem soll das Leben und die Geburt gefeiert werden.  Interessierte können sich bei Pfarrerin Elke Voigt unter elke.voigt@ekir.de anmelden. Ein entsprechendes Hygienekonzept liegt vor. Weitere Infos zu dem Projekt, das vom Bistum Essen und dem Ev. Kirchenkreis Essen ins Leben gerufen wurde, finden sich unter https://segenfuerbabys.de/#startseite

Foto: Neugeborenes (Quelle: Pixabay)

 

Machen Sie mit bei der Aktion „Silent Cross“

Unser Kirchenkreis unterstützt die Aktion „Silent Cross-Kreuze der Solidarität“ des Bündnisses Dinslaken und ruft zur Teilnahme auf

Das überparteiliche bürgerliche Bündnis Dinslakener Bürger, dem auch der Evangelische Kirchenkreis Dinslaken sich angeschlossen hat,  unterstützt die Aktion Silent Cross – Kreuze der Solidarität die am 23.01.2022  begonnen hat und ruft zur Teilnahme auf. Bei der Mitmach-Aktion haben Bürger  selbst mitgebrachte Kreuze und Grablichter auf der Wiese vor der Stadthalle Dinslaken aufgestellt. Bislang sind schon rund 60 Kreuze platziert worden. Es ist aber noch Platz für mehr, deshalb können auch noch in den folgenden Tagen Kreuze hinzugefügt werden.

Mit den Kreuzen sollen die Opfer der Pandemie sichtbar gemacht und ihrer gedacht werden. Da stehen natürlich jene, die ihr Leben oder ihre Gesundheit oder die Liebsten verloren haben, an erster Stelle. Dennoch soll auch Solidarität mit jenen bekundet werden deren berufliche Existenz bedroht oder zerstört ist und mit denen, die nach wie vor überlastet werden- Pflegekräfte, Ärztinnen und Polizisten, allein Erziehende, Verkäuferinnen, Ordnungsbeamte und viele mehr.

Da für viele Menschen das Kreuz auch ein Symbol der Hoffnung ist, sind auch solche Kreuze willkommen, die mit der Hoffnung auf ein Ende der Pandemie und ein normales Leben verbunden sind.

Wir bitten darum, sich nach dem Aufstellen der Kreuze nicht mehr lange aufzuhalten, um große Menschenansammlungen zu vermeiden.

Corona-Pandemie: Bewegende Worte von Krankenhaus-Seelsorgerin Petra Schorberger-Waldhausen

Mehr als 600 Menschen waren auf der Auftaktveranstaltung des Dinslakener Bündnis am vergangenen Montag. Vertreter von Parteien, Kirchen und Organisationen zeigten zusammen mit den Bürgern ihre Solidarität mit Leidtragenden der Corona-Pandemie. Neben Bürgermeisterin Michaela Eislöffel nahm auch Krankenhaus-Seelsorgerin Petra Schorberger-Waldhausen in einer bewegenden Rede Stellung. Anbei der Redebeitrag zum Nachlesen:

Zunächst möchte ich mich bedanken, dass ich heute Abend hier sprechen darf.
Ich bin  gebeten worden, dies als Krankenhauspfarrerin in den beiden Krankenhäusern in Dinslaken zu tun.

Die letzten beiden Jahre waren in den Krankenhäusern natürlich von der Pandamie bestimmt.

Die Medien haben des öfteren davon berichtet.
Die ersten Wellen waren für mich von großer Verunsicherung im Krankenhaus geprägt: wir waren völlig unvorbereitet für das, was kommen würde.  Es herrschte Mangel: genähte Masken wurden organisiert, viele Hände  haben ihre letzten Baumwollreste vernäht, Gummiband war ausverkauft, es war nicht ausreichend Schutzkleidung für das Personal vorhanden,
Viele PatientInnen sind gestorben, das Pflegepersonal hat sich alle erdenkliche Mühe gegeben, sind z.T. selbst erkrankt am Virus, manche haben bis heute noch mit den Folgen der Erkrankung zu tun. BesucherInnen durften nicht in die Häuser. Das war bitter für alle Beteiligten, insbesondere für die Sterbenden und ihre Angehörigen, aber unvermeidbar…
Und trotzdem, Ärzte, medizinisches und  das gesamte Personal, auch wir Seelsorgenden haben versucht zu tun, was möglich war an Begleitung.
Soweit möglich, musste niemand allein sterben.  Ehefrauen, selbst an Covid erkrankt, deren Ehemänner gestorben sind, habe ich unterstützt, Sterbende begleitet.

Wie froh waren wir, als wir ausreichend Schutzkleidung bekamen und welch große Erleichterung haben dann die ersten Impfungen gebracht für alle Mitarbeitenden im Krankenhaus, angefangen bei den Putzkräften bis hin zu den Krankentransporten. Für uns alle war die Impfung ein Segen.
Wir waren dankbar für die schnelle Entwicklung von Impfstoffen, und konnten wieder – bei aller Vorsicht unbefangener mit den Erkrankten umgehen, ohne Angst selbst infiziert zu werden oder das Virus weiterzutragen.

So ging  es auch mit der zweiten und dritten Impfung, die wir recht früh bekommen konnten.

In den unsichersten Zeiten waren keine Besuche möglich, verschiebbare OPs wurden verschoben. Trotzdem habe ich auf den Stationen erlebt, dass Angehörige zu Sterbenden kommen durften, wenn eben möglich,  wenn auch zum Schutz von Angehörigen und Personal eingeschränkter.
Auch in dieser Zeit gab es viel Verunsicherung, auch für mich. Das Virus ist und bleibt unberechenbar.
Das erleben wir ja in den letzten Wochen überall auf der Welt.
Waren die Infektionszahlen noch vor zwei Monaten z.B. in Spanien sehr niedrig, steigen sie in den letzten Wochen durch die Virusvarianten – jetzt Omikron – wieder rasant.
Zum Glück, das kann man auch in den Medien verfolgen ist nur in seltenen Fällen ein Krankenhausaufenthalt notwendig.

Trotzdem bleibt die Sorge, wie es weitergeht.

Heute zeigt sich eher die Problematik in der kritischen Infrastruktur auch im Krankenhaus:

Kann die Versorgung der Kranken aufrecht erhalten bleiben?
Nur gegenseitige Rücksichtnahme, Vorsicht im Kontakt und Impfung sind unabdingbar, damit der Krankenhausbetrieb und alle Versorgungsbetriebe, die zum täglichen Leben – ja Überleben gebraucht werden-   sei es Energie und Wasser, Lebensmittelversorgung, weiterlaufen kann.

Die Einblicke in die  Krankenhäuser, als einerseits im System Krankenhaus Mitarbeitende, aber doch auch von außen Schauende, haben meine Einstellung zur Pandemie natürlich stark beeinflusst.
Ich habe Kontakt zum Personal, zu den Kranken, zu den Besuchenden.
Ich habe Verständnis für Angehörige, die ihre Lieben intensiver länger und öfter als vorgeschrieben, besuchen möchten.
Ich habe Verständnis für die Probleme der Mitarbeitenden in diesen Zeiten, die zu Hause ihre Kontakte haben, sich anstecken können.
Ich habe kein Verständnis für BesucherInnen, die ihren Unmut an Mitarbeitenden auslassen.
Ich habe bedingt Verständnis für Menschen, die sich nicht impfen lassen möchten, aus welchen Gründen auch immer, wenn sie  mit dieser Haltung rücksichtsvoll anderen Menschen gegenüber sind.
Ich habe kein Verständnis für Menschen, die Corona leugnen und rücksichtslos diese Haltung leben.
Und ich habe erst recht kein Verständnis für Haltungen, die Pandemie benutzen, für ihre menschenverachtende, gewalttätige Gesinnung.
Ich denke es ist vielmehr notwendig, in guter Abwägung zu handeln.
Neben der Sorge, hier bei uns, dass die kritische Infrastruktur aufrecht erhalten bleiben kann,  hoffe ich sehr, dass die weltweite Situation der Pandemie nicht  aus dem Blick verloren geht. Auch wenn das Auswärtige Amt am 7. 1. 2022 berichtet,, dass Deutschland sich schon früh stark gemacht hat für eine gemeinsame und solidarische Antwort auf die global weiterhin virulente Pandemie und das Thema auch prominent auf die Agenda der G7-Staaten gesetzt wurde, denen Deutschland ab dem 1. Januar vorsitzt.

Konkret soll es dabei um die Stärkung der internationalen Gesundheitsarchitektur und eine nachhaltige globale Impfstoffgerechtigkeit gehen.
Zum Schluss möchte ich einige Regeln unseres Präses Thorsten Latzel zitieren, der auf eindrückliche Weise 7 Goldene Regeln formuliert hat, wie wir über Corona diskutieren sollten

Sieben goldene Regeln, wie wir über Corona diskutieren sollten

  1. Wir reden nicht übereinander als „die Geimpften“ und „die Ungeimpften“, sondern wertschätzend als Menschen mit Menschen – gerade auch dann, wenn wir anderer Meinung sind.
    Das ist ein Gebot der Feindesliebe, die in der oder dem anderen immer mehr sieht als den Träger einer Eigenschaft.
  1. Jede und jeder muss die Möglichkeit haben, die eigene Meinung gesichtswahrend zu ändern.
    Wir befinden uns in einem gemeinsamen Lernprozess und unter hoher Belastung. Wir werden auch nach der Pandemie weiter als Angehörige, Freundinnen, Kollegen miteinander umgehen müssen.
  1. Wir gehen von öffentlich geteilten, wissenschaftlichen Erkenntnissen aus.
    Ob die Erde rund ist, klärt die Physik, wie wir Viren behandeln können, Medizin und Virologie. Hier gibt es kein weltanschauliches oder religiöses Sonderwissen – im Gegenteil hilft Glaube, wohlbegründeten Erkenntnissen von Fachleuten zu vertrauen.
  1. Wissenschaftler-/innen können sich irren, das gehört zum wissenschaftlichen Erkenntnis-Prozess.
    Dies kann aber nur im gemeinsamen, öffentlichen Diskurs aufgrund von überzeugenderen, wissenschaftlichen Argumenten geklärt werden, nicht in abgesonderten Internetforen oder Chatgruppen.
  1. Wir respektieren die Menschen, die in der Krise besondere öffentliche Verantwortung tragen.
    Die Abwägung von Gesundheitsschutz und Grundrechtseinschränkungen ist oft schwierig und muss öffentlich diskutiert werden. Dazu haben wir Meinungsfreiheit und eine demokratisch funktionierende Gewaltenteilung.
  1. Wir widersprechen allen, die andere diffamieren, Ängste schüren oder gar zu Gewalt aufrufen.
    Über Ängste und Sorgen müssen wir miteinander reden. Hass und Gewalt beginnen jedoch oft schon bei der Sprache – dafür gibt es keine Rechtfertigung, nicht bei Corona und auch nicht sonst.
  1. „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch!“ (Matt 7,12)
    Die goldene Regel gewinnt in Pandemie-Zeiten nochmals besondere Bedeutung, auch für die Frage, wie wir uns gegenseitig am besten schützen können.

Ich danke für ihre Aufmerksamkeit – Bleiben Sie zuversichtlich und behütet.

 

 

 

Landessynode klagt an: An den Grenzen Europas wird Recht offen gebrochen

Die Kreissynode unseres Kirchenkreises hatte sich im Herbst mit einem Antrag an die Landeskirche dafür stark gemacht, dass u.a. neue Aufnahmeprogramme für Flüchtlinge von den griechischen Inseln und von der bosnisch-kroatischen Grenze gestartet werden. Nun hat die Landessynode heute folgende Positionierung beschlossen:

Düsseldorf (20. Januar 2022). Die derzeit tagende Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland zeigt sich besorgt über die anhaltend dramatische Notlage Geflüchteter an den Außengrenzen Europas. Schutzsuchende auf dem Balkan, in Griechenland, im Grenzgebiet von Polen zu Belarus und im französischen Calais unter erbärmlichen Bedingungen festzuhalten, widerspreche allen humanitären und rechtlich garantierten Standards. Nothilfe und die sofortige Aufnahme von Schutzsuchenden in solchen Notsituationen seien dringend geboten.

An den Grenzen der Europäischen Union (EU) werde Völkerrecht offen gebrochen, würden Menschenrechte verletzt. Die Landessynode hat deshalb die Kirchenleitung aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass Push-Backs, „die Zurückweisungen von Geflüchteten insbesondere an der polnisch-belarussischen Grenze, der bosnisch-kroatischen Grenze, an der griechisch-türkischen Grenze, im Mittelmeer, aber auch in Spanien an der Grenze zu Marokko, in Zypern und Ungarn sofort beendet werden“. Zunehmende Unmenschlichkeit mitten in und an den Grenzen Europas sei bedrückend, heißt es in einem Bericht zum Flüchtlingsschutz an den EU-Außengrenzen, der der Landessynode vorliegt. Die Situation der notleidenden Menschen verschlimmere sich weiter. „An den Grenzen gibt es nach wie vor Tote, zu viele Tote.“

Aufenthaltsperspektive für Afghaninnen und Afghanen
Von Bund und Ländern fordert die Landessynode die schnelle Umsetzung eines Bundesaufnahmeprogramms für Afghaninnen und Afghanen sowie Landesaufnahmeprogramme für Angehörige bereits in Deutschland lebender Afghaninnen und Afghanen. Die Evakuierung solle fortgesetzt und Ortskräften und deren Familien, Journalistinnen und Journalisten, Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten sowie weiteren am Aufbau eines demokratischen Afghanistans Beteiligten Aufenthaltserlaubnis erteilt werden. Bereits in Deutschland lebenden Afghaninnen und Afghanen sei eine sichere Aufenthaltsperspektive zu bieten und ein schneller Familiennachzug zu ermöglichen.

Kritik am flüchtlingspolitischen Diskurs im Wahlkampf
Kritik äußert der Bericht am flüchtlingspolitischen Diskurs zur Lage in Afghanistan während des Bundestags-Wahlkampfs im vergangenen Jahr. Die immer wiederkehrende rhetorische Figur „2015 darf nicht nochmal passieren“ schüre Ängste und spreche insbesondere Menschen an, die Migration ablehnen oder Vorbehalte haben. Dabei sei die Aufnahme von insgesamt 890.000 Menschen aus Syrien „eine große Erfolgsgeschichte“ gewesen, die von Humanität und Hilfsbereitschaft erzähle. „Bereits nach fünf Jahren waren mehr als die Hälfte der Geflüchteten zwischen 18 und 64 Jahren in den Arbeitsmarkt integriert“, erinnert das Papier.

Die EU fällt immer wieder hinter ihre eigenen Ansprüche zurück
Fluchtursachen müssten endlich wirksam bekämpft, die Ursachen von Bürgerkrieg, Armut, Terror, Bildungsmangel, Klimawandel und religiöser Verfolgung angegangen werden. „Dies würde einen Abbau von ungerechten Handelsbeziehungen bedeuten, eine ausgeprägte Menschenrechts- und Friedensarbeit, internationale Abrüstung inklusive Waffenexportverboten und einer nachhaltigen Stärkung der Entwicklungszusammenarbeit.“ Die Europäische Union falle jedoch in all diesen Bereichen regelmäßig hinter ihre eigenen Ansprüche und Willensäußerungen zurück, kritisiert der Bericht. „Stattdessen werden EU-Außengrenzen befestigt und Flucht nach Europa wird verhindert.“

Autorin: Cornelia Breuer-Iff

Vier Delegierte unseres Kirchenkreises Dinslaken bei der Landessynode

Dinslaken/Düsseldorf. Zum zweiten Mal muss die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland digital stattfinden. Auch die vier Delegierten des Evangelischen Kirchenkreises sind per Laptop und Beamer zugeschaltet. Täglich von 9 bis teilweise 21 Uhr wird in den Ausschüssen diskutiert und in der Plenarsitzung debattiert. Das oberste Leitungsgremium der rheinischen Kirche tagt seit Sonntag bis Donnerstag, 20. Januar 2022. 199 Vertreterinnen und Vertreter aus 37 Kirchenkreisen sind stimmberechtigt.

Seelsorge steht als Thema im Mittelpunkt der 75. ordentlichen Tagung der Landessynode: #seelsorgeistda. So wird eine Perspektivschrift zur Zukunft der Seelsorge verabschiedet, die in ihrem Kern die Relevanz der Seelsorge als kirchliches Handlungsfeld herausstellt und Wege aufzeigt, wie diese auch künftig in einer kleiner werdenden Kirche, mit weniger Geld und Personal, präsent sein kann. „Seelsorge ist die Muttersprache unserer Kirche, die Kommunikation der Liebe Gottes“, erklärt Oberkirchenrätin Barbara Rudolph. „Um das auch in Zukunft zu gewährleisten, müssen wir verstärkt auf den Grundsatz vom Priestertum aller Gläubigen zurückgreifen und Gemeindemitglieder zur Seelsorge untereinander stärken – aber mit professioneller Begleitung.“ Von 1774 Pfarrinnen und Pfarrern insgesamt sind 1123 (63,3 Prozent) in der Gemeindeseelsorge tätig. 163 Pfarrpersonen (etwa neun Prozent) arbeiten in speziellen Seelsorgefeldern. Größter Bereich sei dabei mit 96 Pfarrpersonen die Seelsorge im Gesundheitswesen, also in Krankenhäusern, in Psychiatrischen Kliniken und Kliniken des Maßregelvollzugs, in Altenheimen und Hospizen.

„Innenminister Reul berichtete sehr bewegt von seinen guten Erfahrungen mit der Seelsorge bei Notfällen, die ihm die Bedeutung dieser Arbeit nahe gebracht hat“, berichtet die Delegierte Marlies Schwinem. „Diese seelsorglichen Spezialfelder zu stabilisieren ist wichtig“, betont Superintendent Waldhausen, „aber es gilt auch die Seelsorge durch ehrenamtliche Kräfte auszubauen und diese dann professionell zu begleiten.“ Auch die Arbeit in den Ausschüssen sei, so Waldhausen weiter, sehr bereichernd gewesen, vor allem für das große Thema „Klimaschutz auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität“. An den dort erarbeiteten Ergebnissen könnten die Gemeinden vor Ort gut weiterarbeiten.

Weitere Berichte, Videos oder Live-Übertragungen finden Interessierte unter www.ekir.de/landessynode .

Foto: Ruth Levin

 

Dinslakener Bündnis will ein Zeichen setzen

Dinslaken. In Anlehnung an die am vergangenen Montag stattgefundene Mahnwache für die Corona-Toten und zur Solidaritätskundgebung für Pflegekräfte, lädt ein breites Bündnis für eine tolerante und demokratische Stadtgesellschaft, dem auch der Evangelische Kirchenkreis Dinslaken und der Eine Welt Laden Dinslaken angehören, an diesem Montag, 17.01.22, um 19 Uhr zu einer Auftaktveranstaltung auf dem Rathausplatz in Dinslaken ein.  Bei der angemeldeten Zusammenkunft, die unter Einhaltung der Corona-Regeln stattfindet, sind unter anderem Wortbeiträge der Bürgermeisterin Michaela Eislöffel, eines Mediziners, Vertretern von Sozialverbänden und kulturelle Beiträge geplant. Künftig sind noch weitere Veranstaltungen und Aktionen wie beispielsweise eine Menschenkette um das Rathaus vorgesehen. Mit diesen Aktionen will das Dinslakener Bündnis Zeichen setzen.