Herbstsynode 2023 mit großer Segensfeier eröffnet

Götterswickerhamm. Mit einer großen Segensfeiern in der Ev. Kirche in Götterswickerhamm hat jetzt die Herbstsynode 2023 des Ev. Kirchenkreises Dinslaken begonnen. Passend zum Themenschwerpunkt der Kreissynode „Kasualien im Wandel“ widmete sich auch der Gottesdienst diesem Thema. Zudem wurden der Geschäftsführer der Ev. Kinderwelt, Reimund Schulz, in den Ruhestand und Sandra Sommer, Geschäftsführerin des Verwaltungsverbands Rhein-Ruhr, verabschiedet. Außerdem wurden Pfarrer Andreas Mann und Pfarrer Christian Hilbricht in ihr Amt des stellv. Skriba eingeführt.

Im Anschluss versammelten sich die Synodalen der Kreissynode im Ev. Gemeindezentrum. Schwerpunkte des ersten Abends waren die Ausführungen der Fachausschüsse wie Kinder und Jugend und der jährliche Bericht des Superintendenten. David Bongartz thematisierte den Konflikt in Nahost und bezog klar Stellung: „Wir sind gefragt, an der Seite unserer jüdischen Mitbürger*innen zu stehen und deutlich zu machen, dass das Geschehen das Existenzrecht des Staates Israel nicht in Frage stellt. Und gleichzeitig sind wir auch gefragt, für unsere Mitbürger*innen auf palästinensischer Seite da zu sein.“ Zudem bedankte er sich für das Engagement der Gemeinden und der Ev. Jugend, die mit ihren Aktionen wie Friedensgebete und der Woche des Friedens, Zeichen setzen würden.

Des Weiteren hob er die wichtige Rolle der Ev. Kirche in der Gesellschaft hervor – gerade in schwierigen Zeiten, wo Krieg, Klimawandel oder soziale Gerechtigkeit die beherrschenden Themen seien. „Denn wir sind gefragt in den Krisen der Welt…Wir sind hier gefragt mit prophetischer Rede, tätiger Nächstenliebe und der Sorge für die Seele! Wir müssen dabei nicht zu allem und jedem etwas sagen. Aber bei dem, was ich gerade aufgezählt habe, haben wir zwangsläufig etwas aus unserer christlichen Überzeugung, aus unserem Glauben einzubringen“, so David Bongartz. Der Superintendent stellte außerdem heraus, was im aktuellen Jahr alles auf den Weg gebracht wurde. So wurde beispielweise das Seelsorgeangebot ausgeweitet. Abschließend zeigte er den Synodalen auf, wo er im kommenden Jahr Schwerpunkte setzen werde: die neuen Presbyter*innen, die 2024 ihre Ämter antreten, zu stärken, die Konfirmand*innen-Arbeit noch mehr auszuweiten und 2024 zum Entdeckerjahr zu machen. „Ich finde es sehr gut, dass wir uns auf der Sommersynode einerseits einen engagierten Zeitplan bis 2026 mit Blick auf die zukünftige Nutzung unserer Gebäude gesetzt haben. Und zugleich haben wir uns aber auch vorgenommen gemeinsam zu überlegen, wie wir Kirche hier in der Region sein wollen. Das Jahr 2024 kann so zum Entdeckerjahr werden, in dem wir mit Menschen ins Gespräch kommen, die wir sonst nicht im Gemeindekontext wahrnehmen. Ein Jahr, in dem wir über unseren Kirchenkreis hinausschauen und uns von anderen inspirieren lassen. Ein Jahr, in dem wir miteinander diskutieren, was alles sein kann!“, sagte David Bongartz.

Foto (Kirchenkreis): Pfarrer Andreas Mann und Pfarrer Christian Hilbricht wurden im Beisein des Kreisynodalvorstandes in ihr Amt des stellv. Skriba eingeführt.

Lesen Sie hier den Bericht des Superintendenten im Wortlaut: Download

Herbstsynode 2023: Popup-Trauung – Ein Modell für den Kirchenkreis?

Götterswickerhamm. Sich einfach spontan im Grünen trauen lassen: Davon träumen viele Paare. Auch in den Kirchengemeinden des Ev. Kirchenkreises Dinslaken spüren die Verantwortlichen den Wandel in der Gestaltung von kirchlichen Trauungen. In Köln ist man schon einen Schritt weitergegangen:  Dort richtet der Ev. Kirchenkreis Köln derzeit eine „Segensagentur“ ein. Und im August hatten Paaren die Möglichkeit, sich bei einem großen Popup-Hochzeitsfest an unterschiedlichen Orten spontan trauen zu lassen. Knapp 90 Paare ließen sich segnen.  Doch ist diese Form der Trauung auch ein Modell für die 8 Gemeinden im Ev. Kirchenkreis Dinslaken? Oder ist es gerade das Traditionelle, was sich die Menschen von der Kirche vor Ort wünschen? Mit diesen Fragen wird sich die Herbstsynode des Ev. Kirchenkreises Dinslaken, die am 3. und 4. November in der Ev. Gemeinde Götterswickerhamm, Gemeindezentrum, Obere Hilding 12, 46562 Voerde stattfindet, beschäftigen. In einem Impuls-Vortrag wird der Superintendent Torsten Krall aus dem Kirchenkreis Köln von seinen Erfahrungen vor Ort berichten. Im Anschluss werden sich die Synodalen über das Thema austauschen.

Weitere Tagesordnungspunkte sind unter anderem die Haushaltsplanungen des Kirchenkreises, der Ev. Kinderwelt und der Diakonie im Ev. Kirchenkreis Dinslaken. Zudem hören die Synodalen den Bericht des Superintendenten.

Überblick über die Tagesordnung der Kreissynode des Kirchenkreises Dinslaken:

Freitag, 3. Novemeber:

18 Uhr, Gottesdienst mit Abendmahl in der Ev. Kirche Götterswickerhamm inklusive Verabschiedung Herr Schulz und Frau Sommer, sowie Einführung des 1. stellvertr. Skriba Herrn Hilbricht und des 2.stellvertr. Skriba Herrn Mann. Gestaltung: Pfarrerin Karin Daniel und Pfarrerin Hanke Ibbeken/Pfarrer Harald Eickmeier

1. Eröffnung der Synodenverhandlungen
2. Grußworte
3.
Bericht des Superintendenten mit Aussprache
4.
Beratungen der Berichte der Fachausschüsse, Synodalreferate und Einrichtungen
Die Berichte werden in Kleingruppen diskutiert. Gruppe 1: Weltweite Ökumene; Gruppe 2: Kinder und Jugendliche; Gruppe 3: Seelsorge

Grußworte zur Verabschiedung von der stellv. Geschäftsführerin im Verwaltungsverband Frau Sommer und dem Geschäftsführer der Kinderwelt Herrn Schulz

 

Samtag, 4. November:

9 Uhr Fortsetzung der Tagung

Andacht: Pfarrer in Hanke Ibbeken/Pfarrer Harald Eickmeier

7. Grußworte
8. Feststellung der Beschlussfähigkeit
9. Kasualien im Wandel. Die Hochzeit als zeitgemäße Segensfeier.
Nach einem kurzen Referat über die Erfahrungen in Köln nehmen uns die Kolleg*innen aus dem KK Köln mit in den Austausch.
10. Bericht der Diakonie/ Ev. Kinderwelt und Planung der Haushalte/Ev. Kirchenkreis
11. Bericht des Verwaltungsverbandes Rhein-Ruhr
Der neue Geschäftsführer des Verwaltungsverbandes Herr Skowronek stellt sich vor, und die stellv. Geschäftsführerin Frau Sommer berichtet aus der Arbeit des Verwaltungsverbandes.
12. Neue Visitationsordnung
13. Pfarrstellenrahmenplan
14. Information zum Schutzkonzept
15. Termine

Fotos (Kirchenkreis Köln): Impressionen von der Popup-Trauung im August 2023 in Köln.

 

 

„Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Menschen in Israel und Palästina“

„Das Geschehen im Nahen Osten bewegt uns sehr und unsere Gedanken und Gebete sind bei den Menschen in Israel und Palästina. Mit Schrecken sehen wir, wie auch hier in Deutschland der Terror der Hamas verharmlost wird und Antisemitismus um sich greift. Wir sind hier solidarisch an der Seite unserer jüdischen Mitbürger*innen.“ (Text: David Bongartz, Superintendent)

Unsere Anteilnahme und Hoffen auf Frieden in jeglichen Kriegsgebieten wollen wir in zahlreichen Friedensgebeten und mit einer Woche für den Frieden, Ausdruck verleihen. Hier ein Überblick der Veranstaltungen im Ev. Kirchenkreis Dinslaken:

Woche für den Frieden:

Die Nachrichten über Kriege in der Welt reißen nicht ab. Hass begegnet uns überall: Ob in Israel, in der Ukraine, oder vor unserer Haustür. Die Evangelische Jugend im Kirchenkreis Dinslaken will dem etwas entgegensetzen und ruft die Woche des Friedens aus. In der Zeit vom 3. – 12. November finden in den Jugendeinrichtungen einzelne Aktionen statt, die für mehr Frieden in der Welt werben.

7.11 ab 18 Uhr im Ev. Gemeindezentrum Katharina-von-Bora-Haus, Rönskenstraße 77, in Voerde

8.11. ab 16 Uhr und am 10. 11. ab 18 Uhr im KG Treff, Canarisstraße 9, in Duisburg-Vierlinden

9./10. 11 in der OT, Friedrich-Wilhelm-Str. 13, in Voerde

10.11 ab 15 Uhr im Brucklyn, Danziger Platz 10, in Hünxe-Bruckhausen

 

In folgenden Gemeinden finden aktuell Friedensgebete statt. Zudem beten die Gläubigen in den regulären Gottesdiensten für die Opfer und ihre Angehörigen.

Friedensgebete:

3.11. um 18:30 Uhr, Dorfkirche Hiesfeld, Krengelstraße 6, in Dinslake

3.11. um 18 Uhr, ökumenisches Friedensgebet, St. Elisabeth, Bülowstr. 52, in Voerde

3.11. um 18 Uhr ökumenisches Friedensgebet, kath. Kirche St. Albertus Magnus, Albert-Magnus-Weg 7, Hünxe-Bruckhausen

Ein Interview zum Thema finden Interessierte unter folgendem Link: Interview mit Wibke Janssen und Volker Haarmann . Dort beziehen Oberkirchenrätin Dr. Wibke Janssen und Dr. Volker Haarmann, Dezernent für den Bereich Christen und Juden, klar Stellung, erklären sich solidarisch mit den Menschen in Israel und verurteilen die Gewalt der Hamas. Sie äußern sich auch zu Kritik an Israel und den Folgen des Krieges im Nahen Osten für das christliche Dorf Nes Ammin im Norden Israels.

Foto: iStock

Umfrage: Soziale Angebote in Gefahr!

Viele Sozialeinrichtungen, wie OGsen, Kindergärten oder Pflegeeinrichtungen, können die aktuell steigenden Kosten kaum noch kompensieren. Wie brisant die Lage wirklich ist, zeigt jetzt eine Mitgliederbefragung der Wohlfahrtsverbände Arbeiterwohlfahrt (AWO), Diakonie Deutschland und der Paritätischen.

In einer Blitz-Umfrage haben die Verbände im Zeitraum 29. September bis 10. Oktober 2023 mehr als 2.700 gemeinnützige Organisationen und Einrichtungen aus dem gesamten Spektrum der sozialen Arbeit nach ihrer finanziellen Situation befragt:

  • Insgesamt verzeichnen die befragten Einrichtungen eine Kostensteigerung um durchschnittlich 16 Prozent seit Anfang 2022. Die Ergebnisse belegen, dass in der Praxis kaum ein Weg unversucht bleibt, aus eigenen Kräften die schwierige finanzielle Lage zu bewältigen.
  • Fast jede dritte befragte Einrichtung musste zur Kompensation sogar Personal abbauen plant Entlassungen.
  • Laut Umfrage mussten bundesweit bereits 40 Prozent der befragten Organisationen und Einrichtungen Angebote und Leistungen für Klient*innen aus finanziellen Gründen einschränken oder ganz einstellen.
  • 65 Prozent der Befragten gehen davon aus, kurzfristig Angebote und Leistungen weiter reduzieren zu müssen.
  • 59 Prozent aller Befragten rechnen zudem in den kommenden Monaten mit (weiteren) Einschnitten auf der Einnahmeseite. Im Ergebnis bedeutet das sowohl quantitative als auch qualitative Einschränkungen zu Lasten der sozialen Infrastruktur.

Sollte hier nicht entschlossen gegengesteuert werden, hätte dies “enorme Konsequenzen für unser Gemeinwesen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und all jene Menschen, die in schwieriger Lebenslage auf Hilfe, Beratung, Unterstützung und einen stabilen Sozialstaat angewiesen sind”, warnen die Wohlfahrtsverbände.

Die gesamte Umfrage finden Sie unter:

Umfrage-Ergebnisse

25.000 Menschen demonstrierten von dem Landtag: „Das war ein klares Zeichen!“

Düsseldorf. 25.000 Menschen aus ganz Nordrhein-Westfalen – darunter rund 300 Mitarbeitende der Ev. Kinderwelt und der Diakonie im Ev. Kirchenkreis Dinslaken – haben am Donnerstag vor dem Landtag in Düsseldorf für die Rettung der sozialen Infrastruktur in NRW protestiert. Eine der größten Demos, die der Landtag je gesehen hat. „Es ist überwältigend, wenn so viele Menschen für eine Sache einstehen und sich Gehör verschaffen wollen“, berichtet Monika Flock, stellvertretende pädagogische Leitung der Ev. Kinderwelt im Ev. Kirchenkreis Dinslaken, die mit vor dem Landtag demonstriert hat. „Das war ein klares Zeichen, denn die Landesregierung muss handeln“, so Superintendent David Bongartz, der ebenfalls nach Düsseldorf gereist war. Momentan könne man im Bereich der Kitas in der Kinderwelt und des Offenen Ganztages der Diakonie nur das Nötigste an Personal vorhalten, obwohl man allein im Kirchenkreis über 1 Million Euro an Haushaltsmitteln in diese beiden Bereiche investiere. „Wir engagieren uns hier mit Überzeugung, wollen dann aber auch wirklich gute und nachhaltige Arbeit leisten. Eine enorm wichtige Arbeit, denn die Kinder sind unsere Zukunft. Und an ihr spart gerade das Land NRW“, ärgert sich David Bongartz.  Insgesamt waren die Mitarbeitenden mit mehreren Bussen nach Düsseldorf gereist. Schon im Vorfeld der Demonstration hatten sie sich ins Zeug gelegt, Plakate gemalt, und Buttons gebastelt. „Ich hoffe, dass man uns gehört hat und es etwas gebracht hat“, resümiert Monika Flock.

Foto (Kinderwelt): v.l. Daniela Frank, pädagogische Leitung Ev. Kinderwelt, Nicole Elsen-Mehring, Geschäftsführerin der Diakonie und Superintendent David Bongartz halten ein Protest-Banner.

Für ein soziales NRW: Mitarbeitende der Kinderwelt und der Diakonie fahren zur Protest-Kundgebung

Dinslaken. Reduzierung von Öffnungszeiten, Schließung von Angeboten und drohende Insolvenzen: Das leise Sterben der sozialen Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen hat begonnen. Mangelverwaltung gehört seit Jahren zum traurigen Alltag, nun ist der Kipppunkt erreicht. So geht es nicht mehr weiter! Die Freie Wohlfahrtspflege NRW startet deswegen die Kampagne „NRW bleib sozial!“ Den Auftakt bildet eine große Kundgebung am Donnerstag, 19.10., um 11.55 Uhr vor dem Düsseldorfer Landtag. Und wir – das heißt mehr als 200 Mitarbeitende der Ev. Kinderwelt im Ev. Kirchenkreis Dinslaken und mehr als 30 Mitarbeitende der OGSen der Diakonie im Ev. Kirchenkreis Dinslaken – sind dabei und werden protestieren. Auch Superintendent David Bongartz wird an der Protestaktion teilnehmen. Denn die Einrichtungen der Diakonie und der Kinderwelt sind ebenfalls betroffen. Die aktuellen Lohnsteigerungen haben riesige Löcher in die Haushaltskassen gerissen und die Hilfeversprechen der Landesregierung sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Alle Eltern wurden im Vorfeld über die Protestaktion informiert und es gab durchweg positives Feedback. In allen Einrichtungen der Kinderwelt und in den OGSen der Diakonie wurde eine Notbetreuung eingerichtet. Über 140 Organisationen aus ganz Nordrhein-Westfalen unterstützen die von der Freien Wohlfahrtspflege NRW getragene Initiative zur Rettung der sozialen Infrastruktur in NRW. Erwartet werden mindestens 10.000 Menschen aus ganz NRW.

„Die Politik scheint die Augen vor gesellschaftlichen Realitäten zu verschließen. Die gesellschaftlichen Herausforderungen werden nicht weniger, sondern mehr. Eigentlich bräuchte die soziale Infrastruktur mehr Unterstützung. Doch der Bund kürzt massiv, freiwillige Leistungen der finanzschwachen Kommunen brechen weg und im Landeshaushalt bilden sich die Preissteigerungen nicht ab oder es wird gar gekürzt“, so Christian Woltering, Vorsitzender der Freien Wohlfahrtspflege NRW. „So geht es nicht weiter, das soziale Netz, das unsere Gesellschaft zusammenhält, wird kaputt gespart. Daher rufen wir alle Menschen aus NRW auf, gemeinsam mit uns Flagge vor dem Landtag zu zeigen!“ Donnerstagvormittag steht die Haushalts-Anhörung im Finanzausschuss auf der Agenda, Vertreter*innen aller im Landtag vertretenen demokratischen Parteien haben zudem zugesagt, auf der Kundgebungs-Bühne ins Gespräch zu kommen.

Kampagne „Nicht wegsehen, hinschauen!“ gestartet

Dinslaken. Die Täter oder Täterinnen sind unter uns und verbergen sich hinter einer gut einstudierten Fassade. Es kann jeder sein. „Doch wir, der Ev. Kirchenkreis Dinslaken, die Diakonie und die Kinderwelt schauen nicht weg. Bei uns sollen Täter und Täterinnen von sexualisierter Gewalt keine Chance haben“, sagt Superintendent David Bongartz. Deshalb startet der Ev. Kirchenkreis jetzt eine Kampagne, mit der die Menschen, aber vor allem die Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen, nochmals sensibilisiert werden sollen. Insgesamt werden 5000 Flyer mit Ansprechpartnern für Betroffene und Meldestellen für Mitarbeitende sowie 200 Plakat verteilt. Dies ist jedoch nicht die erste Maßnahme des Kirchenkreises: Schon seit 2019 wird vorgebeugt: Mit der Einstellung von Nicole Seidenstücker, als Beauftragte für Präventionsmaßnahmen gegen sexualisierte Gewalt, wurde eine feste Ansprechpartnerin installiert. Zudem gibt es noch drei weitere Vertrauenspersonen, an die sich die Mitarbeitenden und Ehrenamtliche wenden können: Julia Glettenberg, Mitarbeiterin der Diakonie, Stefanie Dahlmann, Mitarbeiterin der Kinderwelt und Pfarrer Ralph-Rüdiger Penczek. Der Kirchenkreis und alle Gemeinde sowie jede Einrichtung haben Schutzkonzepte erarbeitet. „Zudem haben wir schon 2020 begonnen alle Mitarbeitenden und Ehrenamtliche umfassend zu schulen und zu sensibilisieren. Insgesamt sind bislang 625 Personen unterwiesen worden“, berichtet Nicole Seidenstücker. Neben der Schulung müsse jeder Mitarbeitende ein erweitertes Führungszeugnis vorweisen und eine Selbstverpflichtungserklärung unterschreiben.  Außerdem besteht eine Meldepflicht, wenn man einen möglichen Fall von sexualisierter Gewalt durch Mitarbeitende bemerkt. „Wir legen sehr großen Wert auf eine Kultur der Achtsamkeit und einen sensiblen Umgang miteinander“, so die Expertin. „Uns ist es wichtig, dass alle Mitarbeitenden und Ehrenamtliche sensibilisiert sind, wissen, was sie tun müssen und wo sie Hilfe und Unterstützung bekommen“, ergänzt David Bongartz.

Seit der Einführung der Schutzkonzepte gab es bislang noch keinen konkreten Fall. Jedoch wurde einmal unwissentliches, grenzüberschreitendes Verhalten durch geschulte ehrenamtliche Mitarbeitende festgestellt. Die betroffene Person wurde darauf hingewiesen und im Rahmen eines Gesprächs konnte eine Klärung sowie eine Veränderung ihres Verhaltens erzielt werden. „An diesem Beispiel lässt sich gut erkennen, dass unsere Bemühungen fruchten“, so Nicole Seidenstücker. Es habe ein Umdenken stattgefunden. „Lappalien“ würden nicht abgetan, sondern angesprochen. „Wir sehen hin“, sagt David Bongartz.

Foto (Kirchenkreis) v.l.: Julia Glettenberg, Vertrauensperson und Mitarbeiterin der Diakonie, Superintendent David Bongartz; Nicole Seidenstücker, Vertrauensperson und Beauftragte für Präventionsmaßnahmen gegen sexualisierte Gewalt und Timon Mecks, Geschäftsführer der Ev. Kinderwelt im Ev. Kirchenkreis Dinslaken.

„Wir stehen solidarisch an der Seite unserer jüdischen Mitbürger*innen“

Dinslaken. Die Gewalt in Israel erschüttert weltweit und macht fassungslos. Viele Menschen sind in Gedanken bei den Opfern und Angehörigen der Gewalttaten. 43 Christ*innen aus Dinslaken verfolgen die Nachrichten aus dem Land derzeit mit einem ganz besonders flauen Gefühl im Magen, denn eigentlich wären sie zu einer Pilgerreise aufgebrochen und hätten in diesen Tagen am See Genezareth verweilt, bevor sie nach Bethlehem und Jerusalem weitergereist wären. Aber am vergangenen Samstag, dem 7. Oktober, überschlugen sich die schlimmen Nachrichten aus Israel-Palästina, so dass die ökumenische Reisegruppe der Evangelischen Kirchengemeinde Dinslaken und der katholischen Pfarrgemeinde St. Vincentius am Flughafen Düsseldorf nach dem Einchecken die Entscheidung traf die Reise abzubrechen. „Schweren Herzens haben mein katholischer Kollege Pastor Thomas Berger und ich so mit der Gruppe entschieden. Im Nachhinein sind wir froh, vor unwägbaren Gefahren gewahrt geblieben zu sein“, erzählt der Pfarrer weiter. „Jetzt aber sind unsere Gedanken bei den Opfern der Terrorakte und den vielen an Leib und Seele Verletzten. Möge ein Flächenbrand verhindert werden und mögen die Stimmen der Vernunft und der Friedenswilligen wieder eine Chance im Heiligen Land erhalten“, so Armin von Eynern.

Auch der Superintendent des Ev. Kirchenkreises Dinslaken, David Bongartz gedenkt der Opfer und bittet zum Friedensgebet: „Fassungslos stehen wir dem Terror gegenüber, der die Menschen in Israel getroffen hat. Wir stehen solidarisch an der Seite unserer jüdischen Mitbürger*innen und bitten alle Christinnen und Christen für den Frieden zu beten, gerade weil er in diesen Zeiten so unerreichbar erscheint.“

Zum Beispiel mit einem Gebet, das Miriam Haseleu, Pfarrerin und nebenamtliches Kirchenleitungsmitglied der Ev. Kirche im Rheinland, formuliert hat:

 

Gebet nach dem Angriff auf Israel

Gott,

du bist der, der da ist,

der Gott Israels, unser Gott.

Wir haben keine Worte für das, was in diesen Tagen in Israel geschieht.

Keine Worte für das Leid, das die Terroristen der Hamas über Tausende Menschen gebracht haben.

Keine Worte für das Unrecht, das Kindern, Frauen, Männern und Familien angetan wurde und wird.

Mit unserem Entsetzen kommen wir zu dir, Gott.

 

Wir bitten dich:

Breite das Zelt deines Friedens aus über die Menschen in Israel.

Dein Frieden, dein Shalom, ist Schutz und Freiheit.

Breite deinen Frieden aus über die, die um Angehörige bangen und trauern.

Über die Verwundeten und die, die fliehen mussten.

Breite das Zelt deines Friedens aus über die, die noch bedroht werden von Terroristen und Raketen.

Lass die Entführten und Verschleppten schnell befreit werden und nach Hause kommen.

Breite das Zelt deines Friedens aus über die, die unter Gewalt leiden müssen, und lass die Gewalt enden.

 

Wir bitten dich, Gott:

Breite das Zelt deines Friedens aus über die jüdischen Menschen in Deutschland und in allen Ländern, die in diesen Tagen Angst und Bedrohung ausgesetzt sind.

Gott, wir haben keine Worte, und doch müssen wir welche finden.

Hilf uns dabei, dass wir als evangelische Christinnen und Christen unmissverständlich an der Seite Israels und der jüdischen Gemeinschaften überall in der Welt stehen. Dass wir laut und deutlich eintreten gegen Judenfeindlichkeit und gegen Israelhass. Dass wir sichtbar und hörbar sind in unserer unverbrüchlichen Solidarität mit unseren jüdischen Geschwistern.

Bestärke uns Worte, Stimme und Taten dafür zu finden.

Gott, du bist der, der da ist. Breite das Zelt deines Friedens aus über Israel und über die ganze Welt.

Amen.

Der Solidarität, der Trauer und der Fürbitte soll auch in einer digitalen Andacht Raum gegeben werden, zu der wir Sie herzlich einladen. Am Freitag, den 13. Oktober, geht sie um 16 Uhr auf ekir.de und dem landeskirchlichen YouTube-Kanal https://www.youtube.com/user/ekirinternet online, Sie können sich gerne im Livechat auf YouTube beteiligen. Danach steht die Andacht auch auf Facebook https://www.facebook.com/ekir.de/  und Instagram https://www.instagram.com/evangelisch bereit. Gerne können Sie den Beitrag weiterverwenden.

Foto: Esther Stosch / fundus-medien.de

Ausstellung „HOPE – HoffnungBewegt!“ gastiert im Kirchenkreis

Dinslaken/Duisburg. Mit der eindrucksvollen Fotoausstellung „Hope- HoffnungBewegt“ rückt die Evangelische Kirche im Rheinland die Situation von Menschen, die nach Europa geflohen sind, ins Blickfeld. Die Bilder, die Mädchen und Frauen aus Afghanistan, Syrien, dem Irak und dem Iran gemacht haben, sind vom 10. bis 17. September auch an verschiedenen Standorten im Ev. Kirchenkreis Dinslaken zu sehen. Die Fotos entstanden im Rahmen eines Fotografie-Kurses von CASA BASE. CASE BASE befindet sich direkt neben dem Flüchtlingslager im Ort Diavata, 15 km von Thessaloniki entfernt. Das Team von CASA BASE hat hier einen sicheren Ort für Mädchen und jungen Frauen geschaffen, einen besonderen Ort der Freiheit und der Erholung. Täglich kommen 40 bis 50 Personen aus dem Camp und nehmen hier Angebote wahr. Von 2020 bis heute haben mehr als 40 Frauen aus dem Lager im Alter zwischen 11 und 39 Jahren an den Fotokursen teilgenommen. Sie hatten verschiedene Fotoausstellungen in Europa und arbeiteten auch mit dem UNHCR, Vogue Runaway, Ärzte ohne Grenzen, Art 4 Humanity und anderen Organisationen zusammen. „Der Fotokurs hat uns geholfen, unsere Geschichten zu zeigen und der ganzen Welt zu erzählen, was wir – insbesondere als Frauen – erlebt haben, wer wir sind, und das nur mit Bildern, ohne Worte“, berichtet Asifa Hassan. Die 21-jährige Jesidin ist vor dem IS aus dem Irak geflohen. Fast ein Jahr hat sie daraufhin in dem Flüchtlingslager Diavata in der Nähe von Thessaloniki in Griechenland verbracht. Dort hat sie mit anderen geflüchteten Mädchen und Frauen an einem Fotokurs teilgenommen. „Ein Zeichen der Hoffnung sendet diese Ausstellung von den EU-Grenzen. Menschen, die dort in den Flüchtlingslagern unter unmenschlichen Bedingungen ausharren müssen, haben mit Fotos ihrer Hoffnung Ausdruck verliehen. Als menschenskirche. teilen wir diese Hoffnung und sind hier vor Ort mit unseren diakonischen Angeboten für Geflüchtete aus aller Welt da“, so David Bongartz, Superintendent im Ev. Kirchenkreis Dinslaken.

Hier die Ausstellungsorte im Überblick:

Am Sonntag, 10. September, ist die Ausstellung von 11 bis 14 Uhr im Gemeindehaus Aldenrade, Schulstraße 2, in Duisburg zu sehen.  Um 10 Uhr findet zum Thema „HOPE –HoffnungBewegt!“ ein Gottesdienst für alle Generationen in der Ev. Kirche Aldenrade, Friedrich-Ebert-Str. 139, in Duisburg statt.

Am Dienstag, 12. September ist die Ausstellung von 11 bis 16.30 Uhr im Cafe Komm der Diakonie, Bahnhofsplatz 4-6, in Dinslaken, zu sehen.

Am Donnerstag, 14. September, ist die Ausstellung von 9 bis 12 Uhr und von 16 bis 20 Uhr im Gemeindehaus der Ev. Kirchengemeinde Hiesfeld, Kirchstr. 7, in Dinslaken zu sehen.

Am Freitag, 15. September, ist die Ausstellung von 10 bis 13 Uhr im Gemeindehaus der Ev. Kirchengemeinde Hiesfeld, Kirchstr. 7, in Dinslaken zu sehen. Um 18 Uhr findet dort ein Jugendgottesdienst zum Thema „Hoffnung“ statt.

Am Sonntag, 17. September, ist die Ausstellung von 11 bis 17 Uhr während des Gemeindefestes der Ev. Kirchengemeinde Dinslaken im Gemeindehaus, Duisburger Str. 72, in Dinslaken zu sehen.